{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:180821B5STR218.21.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2021-08-18","aktenzeichen":"5 StR 218/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 218/21\n\nvom\n18. August 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen gefährlicher Körperverletzung\n\nECLI:DE:BGH:2021:180821B5STR218.21.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 18. August 2021 gemäß § 349\nAbs. 2 und 4 StPO beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts\nFlensburg vom 11. März 2021 im Strafausspruch aufgehoben.\n\nDie weitergehende Revision wird verworfen.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung\nund Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine\nandere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die auf\nden Rechtsfolgenausspruch beschränkte Revision des Angeklagten erzielt mit\nder Sachrüge den aus der Beschlussformel ersichtlichen Erfolg; im Übrigen ist\ndas Rechtsmittel unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 1. Das Landgericht hat angenommen, dass der Angeklagte, der seinem\nOpfer mehrere Messerstiche in den Oberkörper versetzt hatte, vom Tötungsversuch strafbefreiend zurückgetreten ist. Gleichwohl hat es im Rahmen der Verneinung eines minder schweren Falles des § 224 StGB straferschwerend berücksichtigt, dass der Angeklagte mit bedingtem Tötungsvorsatz zugestochen hat.\n\n3 Zutreffend hat der Generalbundesanwalt darauf hingewiesen, dass diese\nErwägung rechtsfehlerhaft ist. Denn das Rücktrittsprivileg des § 24 StGB bewirkt,\ndass der auf die versuchte Straftat gerichtete Vorsatz nicht strafschärfend berücksichtigt werden darf (vgl. BGH, Beschlüsse vom 7. April 2010 – 2 StR 51/10,\nBGHR StGB § 46 Abs. 2 Wertungsfehler 35; vom 8. Januar 2014 – 3 StR 372/13,\nStV 2014, 482 jeweils mwN).\n\n4 2. Das Urteil beruht auf dem Rechtsfehler (§ 337 Abs. 1 StPO), weil nicht\nauszuschließen ist, dass sich dieser auf die Höhe der – durchaus maßvollen –\nFreiheitsstrafe ausgewirkt hat. Da es sich um einen bloßen Wertungsfehler handelt, können die Feststellungen zum Strafausspruch bestehen bleiben (§ 353\nAbs. 2 StPO). Ergänzende Feststellungen sind möglich, soweit sie den bisher\ngetroffenen nicht widersprechen.\n\n5 3. Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat darauf hin, dass der\nAnrechnungsmaßstab für erlittene Auslieferungshaft (§ 51 Abs. 4 Satz 2 StGB)\nin der Urteilsformel zum Ausdruck kommen muss (vgl. BGH, Beschluss vom\n30. März 2021 – 2 StR 497/20).\n\nCirener Berger Mosbacher\n\nKöhler von Häfen\n\nVorinstanz:\nLandgericht Flensburg, 11.03.2021 - I Ks 115 Js 4439/20","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-08-18/5-str-218-21","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 51","ref_norm":"51","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 224","ref_norm":"224","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 337","ref_norm":"337","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 353","ref_norm":"353","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-08-18/5-str-218-21","retrieved":"2026-10-24 07:56:43.383877+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-08-18/5-str-218-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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