{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2021-06-16_3_StR_300_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:160621B3STR300.20.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2021-06-16","aktenzeichen":"3 StR 300/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 300/20\n\nvom\n16. Juni 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2021:160621B3STR300.20.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 16. Juni 2021 gemäß § 46\nAbs. 1, § 356a StPO beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Senatsbeschluss\nvom 21. April 2021 und sein Antrag auf Wiedereinsetzung in den\nvorigen Stand nach Versäumung der Frist zur Einlegung der Rüge\nwerden auf seine Kosten verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hat mit Beschluss vom 21. April 2021 den Antrag des Verurteilten auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zur Ergänzung der Sachrüge und\ndie Revision gegen das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom 20. November\n2019 verworfen. Dagegen wendet sich der Verurteilte mit seiner am 3. Juni 2021\neingegangenen Anhörungsrüge und begehrt zugleich Wiedereinsetzung in den\nvorigen Stand wegen Versäumung der Anhörungsrügefrist. Mit beidem hat er keinen Erfolg.\n\n2 1. Der Wiedereinsetzungsantrag genügt nicht den Anforderungen des § 45\nAbs. 2 Satz 1 StPO. Die zur Begründung des Antrags vorgebrachten Tatsachen,\nder Verurteilte sei am letzten Tag der Frist für ihn unerwartet innerhalb der Justizvollzugsanstalt verlegt worden und ihm sei daher die geplante fristwahrende\nVersendung nicht mehr möglich gewesen, hat er nicht - etwa durch Benennung\nvon Justizvollzugsbeamten als Zeugen (vgl. BGH, Beschluss vom 14. März 1990\n\n- 3 StR 461/89, BGHR StPO § 45 Abs. 2 Glaubhaftmachung 1) - glaubhaft gemacht.\n\n3 2. Die Anhörungsrüge ist danach nicht in der nach § 356a Satz 2 StPO zu\nbeachtenden Wochenfrist bei Gericht eingegangen; denn der Verurteilte hat nach\neigenem Vorbringen jedenfalls bereits am 26. Mai 2021 Kenntnis von dem Inhalt\ndes Senatsbeschlusses erhalten, so dass sein Antrag bis zum 2. Juni 2021 zu\nstellen gewesen wäre.\n\n4 Ungeachtet dessen hat der Senat den Anspruch des Verurteilten auf rechtliches Gehör nicht im Sinne des § 356a Satz 1 StPO in entscheidungserheblicher\nWeise verletzt. Er hat bei seiner Entscheidung weder Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen der Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch zu\nberücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen. Insbesondere hat\ner dieses vollständig zur Kenntnis genommen und berücksichtigt. Soweit der Verurteilte nach Ablauf der Frist zur Einreichung einer Gegenerklärung (§ 349 Abs. 3\nSatz 2 StPO) eine Abgabe von ergänzenden Erklärungen zu Protokoll der Geschäftsstelle des Amtsgerichts begehrt hatte und es dazu nicht gekommen war,\nhat kein Anlass bestanden, solchen rund drei Monate nach Fristablauf weiter entgegenzusehen. In einer derartigen Konstellation braucht eine ergänzende Stellungnahme nicht abgewartet zu werden (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 30. Juli\n2008 - 2 StR 234/08, NStZ-RR 2008, 352 mwN). Zudem hat der Verurteilte bei\nEinreichung seiner handschriftlichen Eingabe zur Vertiefung der Sachrüge nicht\nzu erkennen gegeben, darüber hinaus noch Zusätzliches - namentlich zur Verfahrensrüge - vorbringen zu wollen. In seinem eigenen Schreiben und dem\n\nSchriftsatz eines Verteidigers war jeweils nur von einer Ergänzung der Sachrüge\ndie Rede.\n\nBerg Wimmer Paul\n\nAnstötz Erbguth\n\nVorinstanz:\nOldenburg, LG, 20.11.2019 - 930 Js 46090/19 4 KLs 47/19","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-16/3-str-300-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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