{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-04_NA_2021-04-14_IV_ZA_7_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:140421BIVZA7.20.0","court":"BGH","senate":"4. Zivilsenat","decided":"2021-04-14","aktenzeichen":"IV ZA 7/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIV ZA 7/20\nvom\n14. April 2021\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:140421BIVZA7.20.0\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Richter Felsch,\ndie Richterinnen Harsdorf-Gebhardt, Dr. Bußmann, die Richter Dr. Götz\nund Dr. Bommel\n\nam 14. April 2021\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Nebenintervenienten auf Beiordnung eines\nNotanwalts für eine Nichtzulassungs- oder Rechtsbeschwerde gegen das Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 2. Dezember 2020 und einen\nAntrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird abgelehnt.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Nebenintervenient wendet sich gegen die Zurückweisung seiner Nebenintervention in dem Berufungsurteil, durch das zugleich die Berufung der Beklagten gegen das erstinstanzliche Urteil zurückgewiesen\nworden ist.\n\n2 Mit einem am 31. Dezember 2020 beim Bundesgerichtshof eingegangenen Schreiben hat der Nebenintervenient persönlich beantragt, ihm\neinen Notanwalt für eine von ihm beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde und einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand\nbeizuordnen.\n\n3 II. Der Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts ist unbegründet.\n\n4 1. Vor dem Bundesgerichtshof müssen sich die Parteien durch einen\ndort zugelassenen Rechtsanwalt vertreten lassen (§ 78 Abs. 1 Satz 3\nZPO). Insoweit eine Vertretung durch Anwälte geboten ist, hat das Prozessgericht nach § 78b Abs. 1 ZPO einer Partei auf ihren Antrag einen\nRechtsanwalt zur Wahrnehmung ihrer Rechte beizuordnen, wenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht findet und die Rechtsverfolgung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint.\n\n5 2. Die erstgenannte Voraussetzung des § 78b Abs. 1 ZPO ist nur\nerfüllt, wenn die Partei trotz zumutbarer Anstrengungen einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht gefunden und ihre vergeblichen Bemühungen dem Gericht - innerhalb der Rechtsmittelfrist - substantiiert\ndargelegt und gegebenenfalls nachgewiesen hat (Senatsbeschlüsse vom\n13. Januar 2021 - IV ZB 24/20, juris Rn. 7; vom 12. Januar 2021 - IV ZR\n206/20, juris Rn. 7; jeweils m.w.N.). Der Nebenintervenient hat Absageerklärungen mehrerer am Bundesgerichtshof zugelassener Rechtsanwälte\nvorgelegt.\n\n6 3. Allerdings hat die von ihm beabsichtigte Rechtsverfolgung keine\nAussicht auf Erfolg.\n\n7 a) Eine Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig. Sie ist nur gegen in der Berufungsinstanz erlassene Endurteile statthaft (§§ 544 Abs. 1,\n542 Abs. 1 ZPO). Um ein Endurteil handelt es sich bei der angefochtenen\nEntscheidung nicht, weil das Berufungsgericht über den Antrag der Beklagten auf Zurückweisung der Nebenintervention nach § 71 Abs. 1 Satz 1\nZPO durch Zwischenurteil entschieden hat (§ 71 Abs. 2 ZPO) und dieses\nzulässigerweise mit dem Endurteil im Hauptverfahren verbunden hat (vgl.\n\nBGH, Urteil vom 27. Februar 2015 - V ZR 128/14, NJW 2015, 2425 Rn. 5\nm.w.N.). Ein solches Zwischenurteil ist gemäß § 71 Abs. 2 ZPO mit der\nsofortigen Beschwerde anfechtbar. Da diese aber nach § 567 Abs. 1 ZPO\nnur gegen im ersten Rechtszug ergangene Entscheidungen der Amts - und\nLandgerichte statthaft ist, sind Entscheidungen des Oberlandesgerichts\nüber Anträge auf Zurückweisung einer Nebenintervention unanfechtbar\n(BGH, Beschluss vom 30. März 2016 - IX ZB 4/16, juris Rn. 1; Urteil vom\n27. Februar 2015 aaO; Beschluss vom 5. Dezember 2012 - I ZB 7/12,\nNJW-RR 2013, 490 Rn. 11 f.).\n\n8 b) Auch eine vom Nebenintervenienten in Erwägung gezogene\nRechtsbeschwerde ist nicht statthaft, weil sie gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1\nZPO eindeutig nur gegen Beschlüsse gegeben ist (vgl. BGH, Beschluss\nvom 30. März 2016 aaO).\n\n9 c) Da weder eine Nichtzulassungsbeschwerde noch eine Rechtsbeschwerde statthaft ist, kommt auch eine Wiedereinsetzung in den v origen\nStand nicht in Betracht.\n\nFelsch Harsdorf-Gebhardt Dr. Bußmann\n\nDr. Götz Dr. Bommel\n\nVorinstanzen:\nLG Oldenburg, Entscheidung vom 26.09.2016 - 4 O 2268/13 -\nOLG Oldenburg, Entscheidung vom 02.12.2020 - 3 U 122/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-04-14/iv-za-7-20","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 71","ref_norm":"71","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78b","ref_norm":"78b","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 542","ref_norm":"542","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 567","ref_norm":"567","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-04-14/iv-za-7-20","retrieved":"2026-10-24 07:58:51.294968+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-04-14/iv-za-7-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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