{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:131021BVIIZR207.21.0","court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2021-10-13","aktenzeichen":"VII ZR 207/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZR 207/21\n\nvom\n\n13. Oktober 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:131021BVIIZR207.21.0\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 13. Oktober 2021 durch den\nVorsitzenden Richter Pamp, den Richter Dr. Kartzke sowie die Richterinnen\nSacher, Dr. Brenneisen und Dr. C. Fischer\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der\nRevision in dem Beschluss des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 4. Februar 2021 wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens\n(§ 97 Abs. 1 ZPO).\n\nGegenstandswert: 44.443,51 €\n\nGründe:\n\n1 Die Revision war nicht wegen grundsätzlicher Bedeutung gemäß § 543\nAbs. 2 Nr. 1 ZPO auf Grund einer sich in einem künftigen Revisionsverfahren\nergebenden Notwendigkeit eines Vorabentscheidungsersuchens an den\nGerichtshof der Europäischen Union zuzulassen (BVerfG, Beschluss vom\n8. Oktober 2015 - 1 BvR 137/13, NVwZ 2016, 378, juris Rn. 11; Beschluss vom\n14. Januar 2021 - 1 BvR 2853/19, NJW 2021, 1005, juris Rn. 8). Der Senat hat\ndie Voraussetzungen einer unionsrechtlichen Vorlagepflicht gemäß Art. 267\nAbs. 3 AEUV in Bezug auf § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV und Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 geprüft. Diese liegen nicht vor. Der Senat schließt\nsich den überzeugenden Erwägungen des VI. Zivilsenats an (vgl. BGH, Urteil\nvom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; Urteil vom\n30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715).\n\n2 Die Nichtzulassungsbeschwerde gibt keinen Anlass, davon abzuweichen.\nDer Kläger setzt sich mit den zentralen Erwägungen der zitierten Entscheidungen\ndes Bundesgerichtshofs, mit denen eine Vorlagepflicht hinsichtlich der Vorschriften § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV und Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007\nzutreffend abgelehnt wird, nicht hinreichend auseinander.\n\n3 Die Schlussanträge des Generalanwaltes Rantos vom\n23. September 2021 in Bezug auf Vorlagefragen österreichischer\nGerichte betreffend das Thermofenster\ngeben keinen Anlass zu einer abweichenden Bewertung. Der Generalanwalt befürwortet, das dort zur Überprüfung gestellte Thermofenster als eine unzulässige\nAbschalteinrichtung im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 einzuordnen\nund ein so ausgestattetes Fahrzeug als nicht dem Kaufvertrag gemäß im Sinne\nder Richtlinie 1999/44 des Europäischen Parlaments und des Rates vom\n25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der\nGarantien für Verbrauchsgüter (ABl. EU 1999, L 171, S. 12) anzusehen. Wie\nschon bei der \"Umschaltlogik\" (vgl. EuGH, Urteil vom 17. Dezember 2020\n- C-693/18, ABl. EU 2021, Nr. C 53, NJW 2021, 1216), besagt dies aber für die\nhier allein interessierende Frage, ob damit auch der Schutz des wirtschaftlichen\nSelbstbestimmungsrechts und damit der Schutz des Käufers vor dem Abschluss\neines ungewollten Vertrages erfasst sein soll, nichts. Es sind auch im vorliegenden Verfahren keinerlei Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Gesetz- und\nVerordnungsgeber mit den genannten Vorschriften (auch) einen Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit und speziell des wirtschaftlichen Selbstbestimmungsrechts der einzelnen Käufer bezweckte und an die (auch fahrlässige)\nErteilung einer inhaltlich unrichtigen Übereinstimmungsbescheinigung einen gegen den Hersteller gerichteten Anspruch auf (Rück-)Abwicklung eines mit einem\nDritten geschlossenen Kaufvertrags hätte knüpfen wollen (BGH, Urteil vom\n30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 11, ZIP 2020, 1715).\n\n4 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet\nwäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision\nzuzulassen ist (§ 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).\n\nPamp Kartzke Sacher\n\nBrenneisen C. Fischer\n\nVorinstanzen:\nLG Bonn, Entscheidung vom 07.05.2020 - 20 O 137/19 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 04.02.2021 - 16 U 103/20 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-10-13/vii-zr-207-21","cited_norms":[{"jurabk":"EG-FGV 2011","ref":"§ 27","ref_norm":"27","n":2},{"jurabk":"VO (EG) Nr. 715/2007","ref":"Art 5","ref_norm":"5","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"AEUV","ref":"Art 267","ref_norm":"267","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-10-13/vii-zr-207-21","retrieved":"2026-10-24 08:00:01.472721+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-10-13/vii-zr-207-21","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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