{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:130121B4STR409.19.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2021-01-13","aktenzeichen":"4 StR 409/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 409/19\n\nvom\n13. Januar 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen versuchter gefährlicher Körperverletzung u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2021:130121B4STR409.19.0\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 13. Januar 2021 einstimmig\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Beschluss des\nSenats vom 8. Januar 2020 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hat die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Münster vom 9. Mai 2019 durch Beschluss vom 8. Januar 2020 gemäß\n§ 349 Abs. 2 StPO verworfen. Hiergegen richtet sich die mit Schreiben des Verurteilten vom 19. Dezember 2020 erhobene Anhörungsrüge.\n\n2 Die Anhörungsrüge ist bereits unzulässig, denn sie ist nicht innerhalb der\nFrist des § 356a Satz 2 StPO erhoben worden. Sämtliche Gehörsverstöße, die\nder Verurteilte durch das Landgericht verwirklicht sieht, sind ihm länger als eine\nWoche vor Eingang seines Antrags bei dem Bundesgerichtshof (23. Dezember\n2020) bekannt geworden. Eine spätere Kenntniserlangung macht der Verurteilte\nentgegen § 356a StPO nicht glaubhaft.\n\n3 Die Anhörungsrüge ist zudem unbegründet. Gehörsverletzungen im Revisionsverfahren, auf die sich der Rechtsbehelf des § 356a StPO allein bezieht (vgl.\nWiedner in BeckOK-StPO, 38. Ed., § 356a Rn. 28b mwN), bringt der Verurteilte\nnicht vor. Soweit er beanstandet, dass das Landgericht die schriftlichen Urteilsgründe nur an seine Pflichtverteidigerin und nicht an ihn persönlich zugestellt\n\nhabe, steht dieses Vorgehen mit § 145a Abs. 1 StPO in Einklang. Die Rüge, dass\nauch die gemäß § 145a Abs. 3 Satz 1 StPO gebotene Benachrichtigung an ihn\nvon der an seine Verteidigerin erfolgten Zustellung unterblieben sei, zeigt eine\nVerletzung des rechtlichen Gehörs ebenfalls nicht auf. Bei § 145a Abs. 3 StPO\nhandelt es sich lediglich um eine Ordnungsvorschrift (Senat, Beschluss vom\n13. Januar 1977 – 4 StR 679/76, NJW 1977, 640), deren Nichtbeachtung keinen\nVerstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG begründet (BVerfG, Beschluss vom 20. Dezember 2001 – 2 BvR 1356/01, NJW 2002, 1640).\n\n4 Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des\n§ 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Mai 2020 – 1 StR 460/19,\nNStZ-RR 2020, 224).\n\nSost-Scheible Bender Quentin\n\nLutz Maatsch\n\nVorinstanz:\nMünster, LG, 09.05.2019 ‒ 61 Js 1209/17 9 KLs 44/18","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-01-13/4-str-409-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 145a","ref_norm":"145a","n":3},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-01-13/4-str-409-19","retrieved":"2026-10-24 07:55:43.102015+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-01-13/4-str-409-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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