{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:090321BIIZR93.20.0","court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2021-03-09","aktenzeichen":"II ZR 93/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZR 93/20\n\nvom\n\n9. März 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:090321BIIZR93.20.0\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 9. März 2021 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Drescher und die Richter Wöstmann, Born,\nDr. Bernau und V. Sander\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Nebenintervenienten gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 6. Zivilsenats des\nOberlandesgerichts Oldenburg vom 15. Mai 2020 wird auf\nseine Kosten verworfen.\n\nStreitwert: bis zu 15.450 €\n\nGründe:\n\n1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Wert der von der\nBeklagten mit ihrer Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 € nicht\nübersteigt (§ 544 Abs. 2 Nr. 1 ZPO).\n\n2 Die Beschwer richtet sich nach dem Interesse, den Nebenintervenienten\nals Geschäftsführer in der Leitungsfunktion zu belassen.\n\n3 Der Streit um die Leitungsfunktion bei der Abberufung eines Gesellschaftergeschäftsführers vom Amt als Geschäftsleiter stellt keinen schwerwiegenderen Eingriff in dessen Rechte dar als seine Ausschließung als Gesellschafter\n(st. Rspr., BGH, Beschluss vom 4. Juli 2017 - II ZR 130/16, juris Rn. 3;\nBeschluss vom 2. März 2009 - II ZR 59/08, GmbHR 2009, 995 Rn. 4). Diese\nGrundsätze gelten auch, wenn ein Gesellschafter die Nichtigkeit eines Beschlus-\n\nses geltend macht, mit dem ein Geschäftsführer abberufen wird, und damit erreicht werden soll, dass dieser in seiner Leitungsfunktion belassen wird (BGH,\nBeschluss vom 4. Juli 2017 - II ZR 130/16, juris Rn. 3; Beschluss vom\n28. Juni 2011 - II ZR 127/10, juris). Nicht maßgeblich ist das Gehalt des Geschäftsführers (BGH, Beschluss vom 28. Juni 2011 - II ZR 127/10, juris). Die Beschwer bei einer Ausschlussklage entspricht dem Verkehrswert des betroffenen\nGeschäftsanteils (BGH, Beschluss vom 14. Mai 2013 - II ZR 123/12, juris Rn. 1\nmwN zur Ausschließung durch Beschluss oder zur Einziehung). Auf den Nennwert des Geschäftsanteils kommt es nur in Ermangelung abweichenden Sachvortrags an (BGH, Beschluss vom 14. Mai 2013 - II ZR 123/12, juris Rn. 1;\nBeschluss vom 2. März 2009 - II ZR 59/08, GmbHR 2009, 995 Rn. 4).\n\n4 Der Wert der Geschäftsanteile des Gesellschaftergeschäftsführers bildet\ndamit die Obergrenze der Beschwer. Ausgehend von dem Nominalwert des Geschäftsanteils des Nebenintervenienten in Höhe von 15.450 € beträgt der Streitwert und auch die Beschwer maximal diesen Wert. Einen höheren (Verkehrs-)\nWert hat der Beschwerdeführer nicht innerhalb der Frist zur Begründung der\nNichtzulassungsbeschwerde (st. Rspr., BGH, Beschluss vom 5. Februar 2019\n- VIII ZR 277/17, NJW 2019, 1531 Rn. 16) dargelegt und glaubhaft gemacht,\nnoch ist ein höherer Wert anderweitig ersichtlich. Der Umstand, dass hier auf\n\nBeklagtenseite der Gesellschaftergeschäftsführer als Nebenintervenient aufgetreten ist, führt nicht zu einer Erhöhung des Streitwertes (vgl. BGH, Urteil vom\n30. April 2001 - II ZR 328/00, ZIP 2001, 1734, 1735 f.).\n\nDrescher Wöstmann Born\n\nBernau V. Sander\n\nVorinstanzen:\nLG Osnabrück, Entscheidung vom 13.05.2019 - 15 O 390/18 -\nOLG Oldenburg, Entscheidung vom 15.05.2020 - 6 U 119/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-09/ii-zr-93-20","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-09/ii-zr-93-20","retrieved":"2026-10-24 07:57:43.187748+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-03-09/ii-zr-93-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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