{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-6_NA_2021-09-08_6_StR_390_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:080921B6STR390.21.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2021-09-08","aktenzeichen":"6 StR 390/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 390/21\n\nvom\n8. September 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schweren räuberischen Diebstahls u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:080921B6STR390.21.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. September 2021 beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nHalle vom 30. April 2021 wird als unbegründet verworfen; jedoch\nwird der Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte wegen\nschweren räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit gefährlicher\nKöperverletzung verurteilt ist.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren räuberischen\nDiebstahls in Tateinheit mit Wohnungseinbruchdiebstahl, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, deren Vollstreckung es zur Bewährung ausgesetzt hat. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten führt mit der Sachrüge zu der aus der\nBeschlussformel ersichtlichen Änderung des Schuldspruchs (§ 349 Abs. 4 sowie\nentsprechend § 354 Abs. 1 StPO). Im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet\nnach § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 Der Generalbundesanwalt hat ausgeführt:\n\n„Die Verurteilung des Angeklagten wegen tateinheitlicher Begehung eines Wohnungseinbruchdiebstahls und einer Bedrohung\nbegegnet durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Der vom Angeklagten verwirklichte Wohnungseinbruchdiebstahl wird im\nWege der Gesetzeskonkurrenz (Spezialität) vom Straftatbestand\ndes schweren räuberischen Diebstahls verdrängt, weil er die\n\nMerkmale des Diebstahls bereits einschließt, so dass dem Wohnungseinbruchdiebstahl keine selbstständige strafrechtliche Bedeutung mehr zukommt (vgl. BGHSt 20, 235, 237 f.; MüKo-StGB/Schmitz, 4. Aufl., § 244 Rn. 85; BeckOK-StGB/Wittig,\n50. Ed., § 244 Rn. 29; NK-StGB/Kindhäuser, 5. Aufl., § 244 Rn.\n57). Gleiches gilt für die Bedrohung. Sie steht in unmittelbarem\nZusammenhang mit den Gewalthandlungen des Angeklagten,\nderen Unterstützung sie ersichtlich dienen sollte, und wird vom\nUnrechtsgehalt des § 252 StGB erfasst (vgl. BGH, Beschluss\nvom 26. Juni 2014 – 2 StR 110/14 Rn. 2).\n\nDer Senat kann den Schuldspruch entsprechend § 354\nAbs. 1 StPO ändern. § 265 StPO steht dem nicht entgegen, weil\nsich der Angeklagte nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können.\n\nDer Strafausspruch kann ungeachtet der gebotenen Schuldspruchänderung Bestand haben. Das Unrecht der Tat und die\nSchuld des Angeklagten werden durch die geänderte rechtliche\nBewertung des Konkurrenzverhältnisses nicht berührt. Der Senat wird deswegen ausschließen können, dass das Landgericht\nbei Vermeidung des Rechtsfehlers auf eine niedrigere Freiheitsstrafe erkannt hätte, zumal es dem Angeklagten die tateinheitliche Verwirklichung mehrerer Straftatbestände nicht straferschwerend angelastet hat.“\n\n3 Dem tritt der Senat bei.\n\nSchneider König Feilcke\n\nFritsche von Häfen\n\nVorinstanz:\nLandgericht Halle, 30.04.2021 - 5 KLs 3/21","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-09-08/6-str-390-21","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 252","ref_norm":"252","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 265","ref_norm":"265","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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