{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-4_NA_2021-06-08_4_StR_654_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:080621B4STR654.19.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2021-06-08","aktenzeichen":"4 StR 654/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 654/19\n\nvom\n8. Juni 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Fälschung beweiserheblicher Daten u.a.\n\nhier: Befangenheitsanträge vom 25. Mai und 2. Juni 2021,\nAnhörungsrügen vom 25. Mai, 26. Mai und 2. Juni 2021\n\nECLI:DE:BGH:2021:080621B4STR654.19.0\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. Juni 2021 beschlossen:\n\n1. Die Ablehnungsgesuche des Angeklagten vom 25. Mai und\n2. Juni 2021 gegen die Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Sost-Scheible, die Richterin am Bundesgerichtshof\nDr. Bartel und die Richter am Bundesgerichtshof Bender,\nDr. Quentin, Rommel, Dr. Sturm, Schmidt, Prof. Dr. Krehl\nund Meyberg werden als unzulässig verworfen.\n\n2. Die Anhörungsrügen des Angeklagten vom 25. Mai, 26. Mai\nund 2. Juni 2021 gegen den Senatsbeschluss vom\n19. Mai 2021 werden auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Auf die Revision des Angeklagten hat der Senat mit Beschluss vom\n19. Mai 2021 das Verfahren teilweise gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt, den\nSchuldspruch geändert und die Gesamtstrafe mit der Maßgabe aufgehoben,\ndass eine nachträgliche Entscheidung über die Gesamtstrafe im Nachverfahren\ngemäß §§ 460, 462 StPO zu treffen ist. Die weiter gehende Revision hat er gemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen. Hiergegen richten sich die mit Schreiben vom\n25. Mai und 2. Juni 2021 sowie mit Schriftsatz seiner Wahlverteidigerin vom\n26. Mai 2021 erhobenen Anhörungsrügen, mit denen er auch einen Verstoß gegen das Recht auf den gesetzlichen Richter geltend macht. Darüber hinaus hat\n\nder Angeklagte mit Schreiben vom 25. Mai und 2. Juni 2021 die am Senatsbeschluss beteiligten Richter und ihre Vertreter wegen Besorgnis der Befangenheit\nabgelehnt.\n\n2 1. Die Ablehnungsgesuche des Angeklagten sind gemäß § 26a Abs. 1\nNr. 1 StPO unzulässig, weil sie erst nach der im Beschlusswege erfolgten Entscheidung des Senats über die Revision angebracht worden sind. Ein Ablehnungsgesuch ist in entsprechender Anwendung des § 25 Abs. 2 Satz 2 StPO nur\nstatthaft, solange die Entscheidung noch nicht ergangen ist. Das gilt auch, wenn\ndas Ablehnungsgesuch mit einer Anhörungsrüge verbunden ist, die sich – wie\nhier – als unbegründet erweist (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 9. Mai\n2018 – 4 StR 579/17; vom 11. Oktober 2016 – 1 StR 52/16; jeweils mwN).\n\n3 2. Die Anhörungsrügen des Angeklagten sind unbegründet. Der Senat hat\nbei seiner Entscheidung vom 19. Mai 2021 weder Verfahrensstoff zum Nachteil\ndes Angeklagten verwertet, zu dem er nicht gehört wurde, noch hat er entscheidungserhebliches Vorbringen übergangen oder in sonstiger Weise dessen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Eine Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter kann mit einer Anhörungsrüge nicht geltend gemacht werden\n(vgl. Beschlüsse vom 20. November 2019 – 2 StR 589/18 Rn. 4; vom 11. Januar\n2017 – 4 StR 192/16 Rn. 3; vom 13. Dezember 2012 – 2 StR 585/11 Rn. 6; jeweils mwN).\n\n4 3. Die Kostenentscheidung hinsichtlich der Anhörungsrügen folgt aus\neiner entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss\nvom 9. Mai 2018 – 4 StR 579/17 mwN).\n\nSost-Scheible Bender Quentin\n\nRommel Lutz\n\nVorinstanz:\nLandau (Pfalz), LG, 30.07.2019 ‒ 7111 Js 6783/17 1 KLs 2","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-08/4-str-654-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 26a","ref_norm":"26a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 460","ref_norm":"460","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 462","ref_norm":"462","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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