{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:080221BANWZ.BRFG.33.20.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2021-02-08","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 33/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 33/20\n\nvom\n\n8. Februar 2021\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Widerrufs der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft\n\nECLI:DE:BGH:2021:080221BANWZ.BRFG.33.20.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den\nVorsitzenden Richter Grupp, die Richterinnen Dr. Liebert und Ettl sowie den\nRechtsanwalt Dr. Kau und die Rechtsanwältin Merk\n\nam 8. Februar 2021\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das dem\nKläger an Verkündungs statt am 26. September 2020 zugestellte\nUrteil des II. Senats des Anwaltsgerichtshofs der Freien und\nHansestadt Hamburg wird abgelehnt.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens.\n\nDer Wert des Zulassungsverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Kläger ist seit 1991 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Mit Bescheid\nvom 5. März 2018 widerrief die Beklagte die Zulassung des Klägers wegen Vermögensverfalls (§ 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO). Der vom Kläger hiergegen eingelegte\nWiderspruch wurde mit Bescheid vom 11. März 2019 zurückgewiesen. Der An-\n\nwaltsgerichtshof hat die hiergegen gerichtete Klage abgewiesen. Der Kläger beantragt nunmehr die Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs.\n\nII.\n\n2 Der Antrag ist nach § 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 VwGO statthaft\nund auch im Übrigen zulässig. Er bleibt jedoch in der Sache ohne Erfolg. Ein\nZulassungsgrund nach § 124 Abs. 2 VwGO ist nicht gegeben (vgl. § 112e Satz 2\nBRAO, § 124a Abs. 5 Satz 2 VwGO).\n\n3 1. Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils bestehen nicht (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Dieser Zulassungsgrund setzt voraus, dass ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche\nTatsachenfeststellung mit schlüssigen Argumenten in Frage gestellt wird (vgl. nur\nSenat, Beschluss vom 4. März 2019 - AnwZ (Brfg) 47/18, juris Rn. 3). Zweifel an\nder Richtigkeit einzelner Rechtssätze oder tatsächlicher Feststellungen füllen\nden Zulassungsgrund dann nicht aus, wenn sie nicht die Richtigkeit des Ergebnisses erfassen (vgl. nur Senat, Beschluss vom 7. März 2019 - AnwZ (Brfg)\n66/18, juris Rn. 5).\n\n4 Entsprechende Zweifel vermag der Kläger nicht darzulegen.\n\n5 Zutreffend hat der Anwaltsgerichtshof die Klage für unzulässig gehalten,\nweil diese nicht innerhalb der Klagefrist von einem Monat nach Zustellung des\nWiderspruchsbescheids erhoben worden ist (§ 112c BRAO i.V.m. § 74 Abs. 1\nVwGO). Nach den Feststellungen des Anwaltsgerichtshofs ist der Widerspruchsbescheid dem Kläger am 12. März 2019 zugestellt worden. Die Klage ist erst am\n13. April 2019 und damit nach Fristablauf bei Gericht eingegangen. Die reine\n\nBehauptung des Klägers, die Erhebung sei rechtzeitig erfolgt, vermag Zweifel an\nder Richtigkeit des Urteils nicht zu begründen.\n\n6 Das weitere Vorbringen des Klägers, wonach keine Zahlungsrückstände\nmehr bestünden und die Eintragungen im Schuldnerverzeichnis zwischenzeitlich\ngelöscht seien, kann Zweifel an der Richtigkeit des Urteils ebenfalls nicht begründen. Der Anwaltsgerichtshof hat die Klage als unzulässig verworfen und sich\ndementsprechend mit der Begründetheit der Klage und dem Vorliegen des Vermögensverfalls zu Recht nicht befasst.\n\n7 2. Dem Anwaltsgerichtshof ist auch kein Verfahrensfehler unterlaufen, auf\ndem sein Urteil beruhen kann (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124 Abs. 2 Nr. 5 VwGO).\nDie pauschale, nicht näher begründete Besetzungsrüge des Klägers vermag einen Verfahrensfehler nicht aufzuzeigen.\n\nIII.\n\n8 Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154\nAbs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf § 194 Abs. 2 Satz 1 BRAO.\n\nGrupp Liebert Ettl\nKau Merk\n\nVorinstanz:\nAGH Hamburg, Entscheidung vom 26.09.2020 - AGH II ZU 9/19 (II-30) -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-02-08/anwz-brfg-33-20","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":3},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112c","ref_norm":"112c","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-02-08/anwz-brfg-33-20","retrieved":"2026-10-24 07:51:20.676555+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-02-08/anwz-brfg-33-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2021-02-08","dockets":["AnwZ (Brfg) 33/20"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:080221BANWZ.BRFG.33.20.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:080221BANWZ.BRFG.33.20.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 08.02.2021 – AnwZ (Brfg) 33/20","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-02-08/anwz-brfg-33-20","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das dem\nKläger an Verkündungs statt am 26. 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