{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2021-09-07_1_StR_262_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:070921B1STR262.21.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2021-09-07","aktenzeichen":"1 StR 262/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 262/21\nvom\n7. September 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug\n\nECLI:DE:BGH:2021:070921B1STR262.21.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführerin am 7. September 2021 gemäß\n§ 349 Abs. 2 und 4 StPO, § 354 Abs. 1 StPO analog beschlossen:\n\n1. Auf die Revision der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Augsburg vom 26. März 2021 im Einziehungsausspruch\n\na) in den Fällen 1 und 6 der Urteilsgründe mit den Feststellungen zum Wert der erlangten Taterträge aufgehoben;\n\nb) hinsichtlich der weiteren Taterträge in Höhe von insgesamt\n144.700 Euro dahin geändert, dass die Einziehung des\nWertes von Taterträgen als Gesamtschuldnerin angeordnet\nwird.\n\n2. Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen.\n\n3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des\nRechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat die Angeklagte wegen Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug in neun Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Ferner hat es die Einziehung des Wertes von\nTaterträgen in Höhe von 332.911,76 Euro angeordnet. Die hiergegen gerichtete,\nauf die Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision der Angeklagten erzielt\nden aus der Beschlussformel ersichtlichen Erfolg; im Übrigen ist ihr Rechtsmittel\nunbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\n2 1. Die Überprüfung des Urteils hat zum Schuld- und Strafausspruch keinen\nRechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben.\n\n3 2. Dagegen hält die Einziehungsentscheidung nicht in vollem Umfang der\nrechtlichen Nachprüfung stand. Hierzu führt der Generalbundesanwalt in seiner\nAntragsschrift aus:\n\n„Die Bestimmung des Einziehungsbetrags in den Fällen 1 und 6 ist fehlerhaft. Die Strafkammer hat den Wert des von der Angeklagten erlangten\nGoldes zum Urteilszeitpunkt zu Grunde gelegt (UA S. 44, 65 f.). Für die\nBestimmung des Werts von Taterträgen gemäß § 73c Satz 1 StGB ist jedoch nicht auf den Zeitpunkt der tatrichterlichen Entscheidung abzustellen,\nsondern auf den Zeitpunkt, zu dem die Voraussetzungen für die Wertersatzeinziehung eingetreten sind (BGH, Urteil vom 19. Januar 2021\n- 5 StR 291/20 -, Rn. 12; BT-Drs. 18/9525, S. 67). […]\n\nIm Übrigen hat die Strafkammer es unterlassen, die gesamtschuldnerische Haftung der Angeklagten auszusprechen. Tatbeteiligte, die an\ndenselben Gegenständen faktische (Mit-)Verfügungsgewalt erlangt haben, haften als Gesamtschuldner (vgl. BGH, Urteil vom 7. Juni 2018\n- 4 StR 63/18 -, Rn. 16 m.w.N.).“\n\n4 Dem tritt der Senat bei (vgl. auch BGH, Beschluss vom 13. Februar 2021\n– 1 StR 338/20 Rn. 5 mwN).\n\nRaum Jäger Bellay\n\nHohoff Leplow\n\nVorinstanz:\nLandgericht Augsburg, 26.03.2021 - 9 KLs 103 Js 141807/19 (2)","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-09-07/1-str-262-21","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 73c","ref_norm":"73c","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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