{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-08_NA_2021-07-07_VIII_ZB_97_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:070721BVIIIZB97.20.0","court":"BGH","senate":"8. Zivilsenat","decided":"2021-07-07","aktenzeichen":"VIII ZB 97/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVIII ZB 97/20\n\nvom\n\n7. Juli 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:070721BVIIIZB97.20.0\n\nDer VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. Juli 2021 durch die\nRichterin Dr. Matussek als Einzelrichterin\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Beklagten vom 26. Juni 2021 gegen den\ndie Kostenerinnerung zurückweisenden Beschluss vom 11. März\n2021 wird als unzulässig verworfen.\n\nSoweit ihre Eingabe zugleich als Gegenvorstellung zu werten\nsein sollte, wird diese - ihre Zulässigkeit unterstellt - als unbegründet zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Mit Beschluss der Einzelrichterin vom 11. März 2021 wurde die als Erinnerung gegen den Kostenansatz des Bundesgerichtshofs vom 19. Februar 2021\nauszulegende Eingabe der Beklagten vom 26. Februar 2021 zurückgewiesen.\n\n2 Gegen diesen Beschluss wendet sich die Beklagte mit einer als \"Widerspruch\" bezeichneten Eingabe vom 26. Juni 2021.\n\nII.\n\n3 Die Eingabe der Beklagten ist, weil die angegriffene Entscheidung - wie\nsich mittelbar aus § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG ergibt (vgl. BFH, Beschluss vom\n13. Januar 2010 - I S 38, 39/09, BeckRS 2010, 25016087 Rn. 7) - auf anderem\nWege nicht anfechtbar ist, in erster Linie als Anhörungsrüge im Sinne des § 69a\nGKG auszulegen (vgl. BeckOK-KostR/Laube, Stand: 1. April 2021, § 66 GKG\nRn. 205 und 301; Volpert in Schneider/Volpert/Fölsch, Gesamtes Kostenrecht,\n2. Aufl., § 66 GKG Rn. 66). Über diese entscheidet beim Bundesgerichtshof analog § 1 Abs. 5, § 66 Abs. 6 Satz 1 GKG der Einzelrichter (vgl. BGH, Beschluss\nvom 27. Oktober 2020 - VIII ZB 37/20, juris Rn. 3; BFH, Beschluss vom 28. Februar 2018 - X S 1/18, juris Rn. 11).\n\nIII.\n\n4 Die Anhörungsrüge ist unzulässig und deshalb zu verwerfen (§ 69a Abs. 4\nSatz 2 GKG).\n\n5 1. Die Vorschrift des § 69a GKG regelt die Abhilfe bei Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Erinnerungsverfahren. Nach § 69a Abs. 1 GKG\nist auf die Rüge eines durch die Entscheidung beschwerten Beteiligten das Verfahren fortzuführen, wenn ein Rechtsmittel oder ein anderer Rechtsbehelf gegen\ndie Entscheidung nicht gegeben ist und das Gericht den Anspruch dieses Beteiligten auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat. Die\nletztgenannte Voraussetzung muss die Rüge darlegen; andernfalls ist sie unzulässig (§ 69a Abs. 2 Satz 5 GKG).\n\n6 2. Diese Anforderung erfüllt das Rügevorbringen nicht. Ein Sachverhalt,\naus dem sich eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ergeben\nwürde, ist nicht ansatzweise dargetan. Das Vorbringen der Beklagten erschöpft\n\nsich in der Rüge, ein Berufungsverfahren habe nicht stattgefunden, weshalb der\n\"Kostensatz (…) abgelehnt\" werde und Rechtskraft nicht eintreten könne.\n\nIV.\n\n7 Auch soweit die Eingabe der Beklagten als Gegenvorstellung zu werten\nsein sollte, gibt diese - ihre Zulässigkeit unterstellt - keinen Anlass zur Abänderung der angegriffenen Entscheidung. Denn mit dem genannten Vorbringen erhebt die Beklagte - nach wie vor - auch keine Einwendungen gegen den angegriffenen Kostenansatz.\n\nV.\n\n8 Eine Kostenentscheidung ergeht nicht, da das Verfahren über die Erinnerung gemäß § 66 Abs. 8 Satz 1 GKG und damit auch die darauf folgende Anhörungsrüge gerichtsgebührenfrei sind (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Oktober 2020\n- VIII ZB 37/20, aaO Rn. 7; BFH, Beschluss vom 28. Februar 2018 - X S 1/18,\naaO Rn. 23 mwN). Kosten werden nicht erstattet (§ 69a Abs. 6 GKG).\n\n9 Die Beklagte kann nicht mit einer förmlichen Bescheidung weiterer der\nSache nach inhaltsgleicher Eingaben rechnen.\n\nDr. Matussek\n\nVorinstanzen:\nAG Rosenheim, Entscheidung vom 11.08.2020 - 7 C 714/20 -\nLG Traunstein, Entscheidung vom 09.11.2020 - 6 S 2151/20 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-07-07/viii-zb-97-20","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 69a","ref_norm":"69a","n":6},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":5}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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