{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Kartellsenat_NA_2021-06-07_NA_KZR_124_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:070621BKZR124.18.0","court":"BGH","senate":"Kartellsenat","decided":"2021-06-07","aktenzeichen":"KZR 124/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nKZR 124/18\n\nvom\n\n7. Juni 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:070621BKZR124.18.0\n\nDer Kartellsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. Juni 2021 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Meier-Beck, die Richter Prof. Dr. Kirchhoff und\nDr. Tolkmitt sowie die Richterinnen Dr. Picker und Dr. Allgayer\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen das Urteil des Senats vom 8. Dezember\n2020 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die Beklagte macht geltend, die Zurückweisung ihrer Revision\ndurch das Urteil des Senats vom 8. Dezember 2020 beruhe auf einer Verletzung\nihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil der Senat seine Entscheidung auf\neine - vom Berufungsgericht nicht festgestellte - Verkehrserwartung der Besucher einer Kraftfahrzeugzulassungsstelle gestützt habe, dass in deren unmittelbarem Einzugsbereich mehr als ein Schilderprägerlokal vorhanden sei. Hierzu\nhabe ihr Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Führung des Gegenbeweises\neingeräumt werden müssen.\n\n2 II. Die zulässige Anhörungsrüge ist unbegründet. Entgegen der Auffassung der Beklagten hat der Senat seiner Entscheidung nicht zugrunde gelegt,\ndass die Besucher einer Kfz-Zulassungsstelle generell in deren unmittelbarem\nEinzugsbereich mehr als ein Schilderprägerlokal erwarteten. Er hat vielmehr - in\nAbgrenzung zu den Erwartungen der Kunden eines Einkaufszentrums und in Anknüpfung an seine ständige Rechtsprechung (s. nur BGH, Urteil vom 14. Juli\n1998 - KZR 1/97, WuW/E DE-R 201 ff. - Schilderpräger im Landratsamt), nach\nder sich der für die Beurteilung der Marktstellung des Vermieters relevante Markt\n\nin sachlicher Hinsicht auf das Angebot von Gewerbeflächen erstreckt, die sich für\neinen Schilderpräger eignen, und in räumlicher Hinsicht die im Gebäude der Zulassungsstelle und in dessen unmittelbarer Nähe gelegenen Räume umfasst -\nausgeführt, die Erwartung der Besucher einer Immobilie, in der sich die Zulassungsstelle befinde, sei nicht auf ein möglichst breites Waren- und Dienstleistungsangebot gerichtet, sondern darauf, dass sich in dem Gebäude oder zumindest in unmittelbarer räumlicher Nähe auch Ladenlokale von Schilderprägern befänden. Er hat darauf die Annahme gegründet, dass bei stärker frequentierten\nZulassungsstellen ein Bedarf nach mehr als einem Anbieter von Schilderprägerleistungen bestehe und für die Kunden ein gewisser Wettbewerb unter diesen\nAnbietern wirtschaftlich vorteilhaft sei (Rn. 37 des Urteils); die Feststellung einer\nbestimmten Verkehrserwartung hinsichtlich der Anzahl von Schilderprägern liegt\ndarin nicht.\n\n3 III. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.\n\nMeier-Beck Kirchhoff Tolkmitt\n\nPicker Allgayer\n\nVorinstanzen:\nLG Mainz, Entscheidung vom 20.10.2017 - 9 O 80/17 -\nOLG Koblenz, Entscheidung vom 06.09.2018 - 1 U 1178/17 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-06-07/kzr-124-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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