{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2021-07-06_5_StR_145_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:060721B5STR145.21.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2021-07-06","aktenzeichen":"5 StR 145/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 145/21\n\nvom\n6. Juli 2021\nin dem Sicherungsverfahren\ngegen\n\nECLI:DE:BGH:2021:060721B5STR145.21.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 6. Juli 2021 gemäß § 349\nAbs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revision des Beschuldigten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 5. Februar 2021 wird als unbegründet verworfen,\nda die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Beschuldigten ergeben hat.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nErgänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:\n\nRechtlich unbedenklich hat das Landgericht bei seiner Gefährlichkeitsprognose\nnach § 63 StGB auch berücksichtigt, dass die beim Beschuldigten festzustellende psychotische Erkrankung nach den vom Sachverständigen dargelegten\nStudien allgemein mit einem erhöhten Gewaltrisiko einhergehe. Denn es hat die\nErwartung erheblicher rechtswidriger Taten nicht nur auf diesen einen statistischen Gesichtspunkt gestützt (vgl. zu unzureichender Begründung einer Gefahrenprognose allein mit der im Allgemeinen erhöhten Kriminalitätsbelastung schizophren Erkrankter BGH, Urteil vom 11. August 2011 – 4 StR 267/11; Beschlüsse\nvom 2. August 2016 – 2 StR 195/16, StV 2017, 591; vom 21. Februar 2017\n– 3 StR 535/16, StV 2017, 575; vom 25. November 2020 – 1 StR 420/20 mwN).\nVielmehr hat es sie mit den konkreten Umständen des Einzelfalls belegt. Dabei\n\nhat es insbesondere berücksichtigt, dass der Beschuldigte innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten durch elf Gewalttaten aufgefallen sei, sich sein regelmäßiger Drogenkonsum inzwischen zu einer manifesten Abhängigkeit entwickelt\nhabe, bei ihm weiterhin keine Einsicht bezüglich des tatsächlichen Ausmaßes\nseiner Erkrankung vorhanden sei und er in der Vergangenheit mehrfach stationäre psychiatrische Behandlungen abgebrochen habe, nach deren Beendigung\nes zu einer Verschlechterung seines Zustandes bis hin zur Begehung der Anlasstaten gekommen sei.\n\nGericke Berger Mosbacher\n\nResch von Häfen\n\nVorinstanz:\nLandgericht Berlin, 05.02.2021 - (505 KLs) 262 Js 3891/20 (36/20)","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-07-06/5-str-145-21","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (CE-BGH) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-07-06/5-str-145-21","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","retrieved":"2026-10-24 07:56:42.941759+00:00"}}