{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-07_NA_2021-08-04_VII_ZR_280_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:040821BVIIZR280.20.0","court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2021-08-04","aktenzeichen":"VII ZR 280/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZR 280/20\n\nvom\n\n4. August 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:040821BVIIZR280.20.0\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 4. August 2021 durch die\nRichter Halfmeier und Dr. Kartzke sowie die Richterinnen Sacher, Dr. Brenneisen\nund Dr. C. Fischer\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der\nRevision in dem Beschluss des 16a. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 1. Dezember 2020 wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens\n(§ 97 Abs. 1 ZPO).\n\nGegenstandswert: bis 22.000 €\n\nGründe:\n\n1 Die Revision war nicht wegen grundsätzlicher Bedeutung gemäß § 543\nAbs. 2 Nr. 1 ZPO auf Grund einer sich in einem künftigen Revisionsverfahren\nergebenden Notwendigkeit eines Vorabentscheidungsersuchens an den\nGerichtshof der Europäischen Union zuzulassen (BVerfG, Beschluss vom\n8. Oktober 2015 - 1 BvR 137/13, NVwZ 2016, 378, juris Rn. 11; Beschluss vom\n14. Januar 2021 - 1 BvR 2853/19, NJW 2021, 1005, juris Rn. 8). Der Senat hat\ndie Voraussetzungen einer unionsrechtlichen Vorlagepflicht gemäß Art. 267\nAbs. 3 AEUV in Bezug auf § 6 Abs. 1, § 27 Abs. 1 EG-FGV und Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 geprüft. Diese liegen nicht vor. Der Senat schließt\nsich den überzeugenden Erwägungen des VI. Zivilsenats an (vgl. BGH, Urteil\nvom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19 Rn. 72 ff., BGHZ 225, 316; Urteil vom\n\n30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 10 ff., ZIP 2020, 1715). Weder Vorabentscheidungsersuchen einzelner Landgerichte noch die von der Nichtzulassungsbeschwerde vorgelegte Stellungnahme der Europäischen Kommission vom\n19. Dezember 2019 (sj.h(2019)8760684) geben Anlass, an der Annahme eines\nacte clair zu zweifeln.\n\n2 Mit den tragenden Erwägungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung\nsetzen sich die Landgerichte, die ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union gerichtet haben, nicht auseinander (vgl. nur LG\nRavensburg, Beschluss vom 9. März 2021 - 2 O 315/20 u.a., juris).\n\n3 Die Kommission, die sich in ihrer Stellungnahme zu dem mittlerweile aus\ndem Register des Gerichtshofs der Europäischen Union gestrichenen Vorabentscheidungsersuchen des Landgerichts G. äußert, hält fest, dass offensichtlich\nnur die nationalen Gerichte in der Lage sind, die betreffenden EU-Vorschriften\nunter das Konzept einer drittschützenden Norm zu subsumieren (aaO, Rn. 67).\nSie meint zwar im Ergebnis, die zwischenzeitlich zum 31. August 2020 außer\nKraft getretene Richtlinie 2007/46 und die Verordnung (EG) 715/2007 bezweckten \"den Schutz aller Käufer eines Fahrzeugs einschließlich des Endkunden vor\nVerstößen des Herstellers gegen seine Verpflichtung, neue Fahrzeuge in Übereinstimmung mit ihren genehmigten Typen bzw. den für ihren Typ geltenden\nRechtsvorschriften nach Anhang IV zur Richtlinie 2007/46 einschließlich, unter\nAnderem, der Verordnung 715/2007 sowie insbesondere ihres Artikels 5 in den\nVerkehr zu bringen\" (Rn. 81). Dies besagt aber für die hier allein interessierende\nFrage, ob damit auch der Schutz des wirtschaftlichen Selbstbestimmungsrechts\nund damit der Schutz des Käufers vor dem Abschluss eines ungewollten Vertrages erfasst sein soll, nichts. Es sind auch im vorliegenden Verfahren keinerlei\nAnhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Gesetz- und Verordnungsgeber mit den\ngenannten Vorschriften (auch) einen Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit\nund speziell des wirtschaftlichen Selbstbestimmungsrechts der einzelnen Käufer\n\nbezweckte und an die (auch fahrlässige) Erteilung einer inhaltlich unrichtigen\nÜbereinstimmungsbescheinigung einen gegen den Hersteller gerichteten Anspruch auf (Rück-)Abwicklung eines mit einem Dritten geschlossenen Kaufvertrags hätte knüpfen wollen (BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20 Rn. 11,\nZIP 2020, 1715).\n\n4 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet\nwäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision\nzuzulassen ist (§ 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).\n\nHalfmeier Kartzke Sacher\n\nBrenneisen C. Fischer\n\nVorinstanzen:\nLG Stuttgart, Entscheidung vom 18.10.2019 - 19 O 113/19 -\nOLG Stuttgart, Entscheidung vom 01.12.2020 - 16a U 321/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-08-04/vii-zr-280-20","cited_norms":[{"jurabk":"EG-FGV 2011","ref":"§ 27","ref_norm":"27","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"AEUV","ref":"Art 267","ref_norm":"267","n":1},{"jurabk":"VO (EG) Nr. 715/2007","ref":"Art 5","ref_norm":"5","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-08-04/vii-zr-280-20","retrieved":"2026-10-24 07:59:59.418509+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-08-04/vii-zr-280-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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