{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-01_NA_2021-03-04_I_ZR_172_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:040321BIZR172.19.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2021-03-04","aktenzeichen":"I ZR 172/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 172/19\n\nvom\n\n4. März 2021\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2021:040321BIZR172.19.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 4. März 2021 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Koch, den Richter Dr. Löffler, die Richterin\nDr. Schwonke, den Richter Feddersen und die Richterin Pohl\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen die teilweise Zurückweisung seiner\nNichtzulassungsbeschwerde im Senatsbeschluss vom 29. Oktober\n2020 wird auf Kosten des Beklagten zu 1 als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die Anhörungsrüge ist unzulässig.\n\n2 1. Eine Anhörungsrüge muss Ausführungen dazu enthalten, aus welchen\nUmständen sich die entscheidungserhebliche Verletzung des Anspruchs auf\nrechtliches Gehör durch das Gericht ergeben soll. Wendet sich die Anhörungsrüge gegen die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde, bedarf es\ndazu Ausführungen in Bezug auf die Entscheidung über die Nichtzulassung der\nRevision (BGH, Beschluss vom 19. März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609\nRn. 4). Die Anhörungsrüge ist insoweit nur zulässig, wenn die Entscheidung, die\nRevision nicht zuzulassen, das Verfahrensgrundrecht auf rechtliches Gehör neu\nund eigenständig verletzt (BVerfGE 107, 395, 410 [juris Rn. 48 f.]; BVerfG, NJW\n2008, 2635, 2636 [juris Rn. 16 f.]; NJW 2011, 1497 [juris Rn. 19]; BGH, Beschluss\nvom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, GRUR 2008, 932 Rn. 6 = WRP 2008, 956;\nBeschluss vom 17. Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn. 2; Beschluss vom\n13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 2). Eine Anhörungsrüge muss sich\ndamit auseinandersetzen und in diesem Zusammenhang die Verletzung des\nArt. 103 Abs. 1 GG darlegen. Hierfür reicht eine schlichte Behauptung einer\n\nGehörsverletzung nicht aus, sondern es ist vielmehr erforderlich, dass die Umstände vorgetragen werden, aus denen sich ergibt, dass der Bundesgerichtshof\nbei seiner Entscheidung das Vorbringen des Beschwerdeführers übergangen haben muss (vgl. BGH, NJW 2009, 1609 Rn. 9 f. mwN; BGH, Beschluss vom\n17. Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn. 2; Beschluss vom 15. Februar 2018\n- I ZR 216/16, juris Rn. 2; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris\nRn. 2).\n\n3 2. Diesen Anforderungen wird die Anhörungsrüge nicht gerecht.\n\n4 a) Soweit mit der Anhörungsrüge beanstandet wird, das Berufungsgericht\nhabe in seinem ersten Berufungsurteil vom 17. August 2017, der Senat mit seinem Revisionsurteil vom 24. Januar 2019 und das Berufungsgericht mit seinem\nzweiten Berufungsurteil vom 5. September 2019 Sachvortrag des Beklagten zu 1\nübergangen, kann die Anhörungsrüge damit nicht begründet werden, weil damit\nkeine neue und eigenständige Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG durch den Senat bei seiner Entscheidung über die Nichtzulassungsbeschwerde des Beklagten\nzu 1 gegen das zweite Berufungsurteil gerügt wird.\n\n5 b) Dasselbe gilt, soweit die Anhörungsrüge geltend macht, die mit der\nNichtzulassungsbeschwerde erhobenen Rügen und dargelegten Zulassungsgründe hätten zwingend zur Zulassung der Revision führen müssen; daraus,\ndass der Senat nicht weitergehend auf das Vorbringen des Beklagten zu 1 in\nseiner Nichtzulassungsbeschwerdebegründung eingegangen und die Zulassung\nder Revision im vollen vom Beklagten zu 1 begehrten Umfang unterblieben sei,\nlasse sich schließen, dass der Senat sein Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen oder nicht in Erwägung gezogen habe. Die Partei hat keinen Anspruch darauf, dass das Gericht sich in dem von ihr für richtig erachteten Sinn mit ihrem\nVorbringen befasst (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Juli 2011 - I ZB 68/10, GRUR\n2012, 314 Rn. 12 - Medicus.log).\n\n6 c) Eine neue und eigenständige Gehörsverletzung kann auch nicht damit\nbegründet werden, dass der Bundesgerichtshof von der vom Gesetzgeber in verfassungsrechtlich unbedenklicher Weise vorgesehenen Begründungserleichterung gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO Gebrauch gemacht hat (vgl. im\nEinzelnen BGH, NJW 2009, 1609 Rn. 6; BGH, Beschluss vom 15. August 2013\n- I ZR 119/12, juris Rn. 6 bis 8; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17,\njuris Rn. 5).\n\n7 II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO analog.\n\nKoch RiBGH Dr. Löffler ist aufgrund Schwonke\nder COVID-19-Pandemie an\nder Unterschriftsleistung gehindert.\nKoch\n\nRiBGH Feddersen ist auf- Pohl\ngrund der COVID-19-Pandemie an der Unterschriftsleistung gehindert.\nKoch\n\nVorinstanzen:\nLG Lüneburg, Entscheidung vom 31.08.2016 - 9 O 334/15 -\nOLG Celle, Entscheidung vom 05.09.2019 - 16 U 154/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-04/i-zr-172-19","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-04/i-zr-172-19","retrieved":"2026-10-24 07:57:18.957854+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-03-04/i-zr-172-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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