{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:040321B5STR581.20.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2021-03-04","aktenzeichen":"5 StR 581/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 581/20\n\nvom\n4. März 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\nwegen besonders schweren Raubes u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:040321B5STR581.20.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 4. März 2021 gemäß § 349\nAbs. 2 StPO beschlossen:\n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Lübeck vom 17. September 2020 werden als unbegründet\nverworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat.\n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nUnbeschadet der Frage, ob – wie die Strafkammer angeführt hat – für die Anwendung des Täter-Opfer-Ausgleichs nach § 46a StGB ein „offener“ kommunikativer Prozess zwischen Täter und Opfer in dem Sinne vorliegen muss, dass\nsich der Täter ohne Kenntnis des Opfers nicht von den Erklärungen diesem gegenüber abweichend in der Hauptverhandlung einlassen darf, fehlt es hier jedenfalls an der für eine Milderung notwendigen Verantwortungsübernahme durch\nden Angeklagten Ü. .\n\nDass sich das Urteil im Fall 3 nicht zum Wirkstoffgehalt des zum Handeltreiben\nbestimmten Marihuanas verhält, gefährdet die gegen die Angeklagten jeweils\nverhängten Einzelstrafen schon angesichts der hierzu mittels eines besonders\nschweren Raubes entwendeten Menge von 700 g (allein die Annahme einer nicht\nlebensnah erscheinenden THC-Wirkstoffkonzentration von lediglich 1,1 % führt\nzu einer nicht geringen Menge) nicht. Der Senat kann ausschließen, dass das\n\nLandgericht niedrigere als die am unteren Strafrahmen des § 250 Abs. 2 StGB\nliegenden Einzelstrafen von jeweils fünf Jahren und sechs Monaten verhängt\nhätte (§ 337 Satz 1 StPO).\n\nDie vom Angeklagten B. erhobene Verfahrensrüge im Zusammenhang mit\neiner unzulässigen Beschränkung des Fragerechts (§ 338 Nr. 8 StPO i.V.m.\n§ 241 Abs. 2, § 68a StPO) ist unbegründet. Eingedenk des mit der Einführung\nvon § 68a StPO im Jahr 1975 und den nachfolgenden Ergänzungen verstärkt auf\ndie Belange des Opferzeugen ausgerichteten Maßstabes, dass bei der Zulassung von Fragen und vor allem bei der Entscheidung über den Umfang der Beweisaufnahme Erörterungen und Beweiserhebungen zu Privat- und insbesondere auch Intimleben eines Zeugen, die zu dem Verfahrensgegenstand in keinem\nunmittelbaren Zusammenhang stehen, nur nach sorgfältiger Prüfung ihrer Unerlässlichkeit statthaft sind (BGH, Beschluss vom 11. Januar 2005 – 1 StR 498/04,\nNJW 2005, 1519, 1521), zeigt die Begründung der Strafkammer dem Angeklagten nachvollziehbar auf, dass Fragen an den heute 33-jährigen Zeugen zu seinem psychischen Zustand in der Jugend für die Beurteilung seiner aktuellen\nWahrnehmungsfähigkeit nicht ohne weiteres relevant, mithin nicht „unerlässlich“\nwaren.\n\nVRi’in BGH Cirener Gericke Köhler\nist wegen Urlaubs\ngehindert zu unterschreiben.\nGericke\n\nResch von Häfen\n\nVorinstanz:\nLübeck, LG, 17.09.2020 - 704 Js 4173/19 7 KLs","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-04/5-str-581-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 68a","ref_norm":"68a","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 46a","ref_norm":"46a","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 337","ref_norm":"337","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-03-04/5-str-581-20","retrieved":"2026-10-24 07:56:41.751264+00:00"},"card":{"id":"bgh/2021-03-04/5-str-581-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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