{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2021-11-03_1_StR_370_21_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2021:031121B1STR370.21.1","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2021-11-03","aktenzeichen":"1 StR 370/21","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 370/21\nvom\n3. November 2021\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2021:031121B1STR370.21.1\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 3. November 2021 gemäß\n§ 46 Abs. 1, § 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDer Antrag des Angeklagten auf Wiedereinsetzung in den vorigen\nStand vor Versäumung der Frist zur Begründung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts Osnabrück vom 24. März 2021 und\nseine Revision gegen das vorgenannte Urteil werden als unzulässig\nverworfen.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Generalbundesanwalt hat zum Wiedereinsetzungsantrag zutreffend ausgeführt:\n\nʺDer Wiedereinsetzungsantrag gegen die Versäumung der Revisionsbegründungsfrist ist unzulässig. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist\ndemjenigen zu gewähren, der ohne Verschulden verhindert war, eine Frist\neinzuhalten (§ 44 Satz 1 StPO). Der Antrag ist binnen einer Woche nach\nWegfall des Hindernisses zu stellen (§ 45 Abs. 1 Satz 1 StPO); innerhalb\nder Wochenfrist muss der Antragsteller auch Angaben über den Zeitpunkt\ndes Wegfalls des Hindernisses machen (vgl. Senat, Beschluss vom\n7. Juni 2013 - 1 StR 232/13). Maßgebend für den Beginn der Wochenfrist\nist der Zeitpunkt, zu dem der Angeklagte selbst Kenntnis von der Versäumung der Revisionsbegründungsfrist erlangt hat; das gilt auch dann, wenn\nder Verteidiger eigenes Verschulden oder ein Verschulden von Hilfspersonen geltend macht, das dem Angeklagten nicht zuzurechnen wäre\n(BGH NStZ 2021, 245 (246)).\n\nHier ergibt sich aus dem Wiedereinsetzungsantrag vom 23. August 2021\nnichts über den Kenntnisstand des Angeklagten. Es ist schon nicht klar,\nauf welcher Grundlage dieser sich vorgestellt haben sollte, die Revision\nsei bereits rechtzeitig begründet worden oder werde dies noch, erst recht\nnicht, wann diese Vorstellung weggefallen sein soll. Dass der Wiedereinsetzungsantrag rechtzeitig gestellt wurde, versteht sich auch nicht von\nselbst. Die Mitteilung des Gerichts vom 2. August 2021, dass eine Revisionsbegründung innerhalb der Frist nicht eingegangen sei und dass das\nGericht daher erwäge, die Revision als unzulässig zu verwerfen, wurde\ndem Verteidiger bereits am 3. August 2021 elektronisch übermittelt (SA IX\n38). Ob und wann der Angeklagte in dem immerhin nicht unerheblichen\nZeitraum zwischen dem 3. August 2021 und der Stellung des Wiedereinsetzungsantrags am 23. August 2021 kontaktiert wurde, wird nicht mitgeteilt.ʺ\n\n2 2. Aus dem Vorstehenden folgt zugleich, dass die Revision des Angeklagten wegen der Versäumung der Frist zur Begründung als unzulässig zu verwerfen ist. Das Urteil ist dem Verteidiger am 22. Juni 2021 zugestellt worden; die\nRevisionsbegründung ist indes erst am 23. August 2021 bei Gericht eingegangen.\n\n3 3. Die vorsorgliche Überprüfung des Urteils auf die nicht ausgeführte\nSachrüge hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.\n\nRaum Jäger Hohoff\n\nLeplow Pernice\n\nVorinstanz:\nLandgericht Osnabrück, 24.03.2021 - 15 KLs 29/20 950 Js 25231/18","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2021-11-03/1-str-370-21","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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