{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:300620B6STR172.20.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2020-06-30","aktenzeichen":"6 StR 172/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 172/20\n\nvom\n30. Juni 2020\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern\n\nECLI:DE:BGH:2020:300620B6STR172.20.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 30. Juni 2020 gemäß\n§ 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDie Revision der Nebenklägerin gegen das Urteil des Landgerichts Braunschweig vom 27. Februar 2020 wird als unzulässig\nverworfen.\n\nDie Beschwerdeführerin hat die Kosten ihres Rechtsmittels und\ndie dem Angeklagten dadurch im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei\nJahren verurteilt, deren Vollstreckung es zur Bewährung ausgesetzt hat. Die\ndagegen gerichtete und auf die Verletzung formellen und sachlichen Rechts\ngestützte Revision der Nebenklägerin hat keinen Erfolg.\n\n2 Das Rechtsmittel ist unzulässig (§ 349 Abs. 1 StPO).\n\n3 Nach § 400 Abs. 1 StPO kann ein Nebenkläger das Urteil nicht mit dem\nZiel anfechten, dass eine andere Rechtsfolge der Tat verhängt oder der Angeklagte wegen einer Gesetzesverletzung verurteilt wird, die nicht zum Anschluss\ndes Nebenklägers berechtigt. Deshalb bedarf seine Revision eines genauen\nAntrages oder einer Begründung, die deutlich macht, dass eine Änderung des\nSchuldspruchs hinsichtlich eines Nebenklagedelikts verfolgt wird, das zum\n\nNachteil des Nebenklägers begangen wurde (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 7. April 2020 – 4 StR 503/19, Rn. 3; vom 8. April 2020 – 3 StR 606/19;\nvom 11. Oktober 2011 – 5 StR 396/11, StraFo 2012, 67; vom 5. November\n2013\n– 1 StR 518/13, NStZ-RR 2014, 117; vom 8. November 2017 – 2 StR 125/17\nRn. 2). Der Revisionsbegründung ist nicht zu entnehmen, dass das unbeschränkte Rechtsmittel auf den Schuldspruch wegen eines zum Nachteil der\nNebenklägerin verübten Delikts abzielt. Ein Ausnahmefall, in dem auf eine Klarstellung verzichtet werden könnte (vgl. BGH, Urteil vom 27. Oktober 1989\n– 3 StR 148/89, BGHR StPO § 400 Abs. 1 Zulässigkeit 3), liegt nicht vor. Mit\nder Verfahrensrüge und der Sachrüge wendet sich die Revision allein gegen die\nAnnahme der Voraussetzungen des § 46a StGB und damit gegen einen nur für\ndie Strafzumessung maßgeblichen Umstand.\n\nSander Schneider König\n\nvon Schmettau Fritsche\n\nVorinstanz:\nBraunschweig, LG, 27.02.2020 - 214 Js 61900/17 2 KLs 7/19","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-06-30/6-str-172-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 46a","ref_norm":"46a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 400","ref_norm":"400","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-06-30/6-str-172-20","retrieved":"2026-10-24 07:56:48.300624+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-06-30/6-str-172-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"6. 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