{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:280520B1STR89.20.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2020-05-28","aktenzeichen":"1 StR 89/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 89/20\n\nvom\n28. Mai 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Totschlags\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2020:280520B1STR89.20.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 28. Mai 2020 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Verurteilten gegen den Beschluss vom\n22. April 2020 wird kostenpflichtig zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Das Landgericht Stuttgart hat die Verurteilte mit Urteil vom 26. Juni 2019\nwegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt. Ihre hiergegen gerichtete Revision hat der Senat mit Beschluss vom 22. April 2020 gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Gegen den Beschluss hat\ndie Verurteilte mit Schriftsatz ihres Verteidigers vom 13. Mai 2020 die Gehörsrüge nach § 356a StPO erhoben, mit der sie geltend macht, der Verwerfungsbeschluss sei nicht begründet worden.\n\nII.\n\n2 Die zulässige Anhörungsrüge ist unbegründet (§ 356a Satz 1 StPO).\nEine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Der Senat hat bei seiner\nEntscheidung weder Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen die\nVerurteilte nicht gehört worden wäre, noch hat er bei der Entscheidung zu berücksichtigendes Vorbringen der Verurteilten übergangen.\n\n3 Der Senat hat das gesamte Revisionsvorbringen der Verurteilten – einschließlich ihrer Ausführungen in der Gegenerklärung vom 24. März 2020 zu\ndem Antrag des Generalbundesanwalts – in vollem Umfang bedacht und gewürdigt, es aber nicht für durchgreifend erachtet.\n\n4 Es ist dem Verfahren nach § 349 Abs. 2 StPO immanent, dass der Verwerfungsbeschluss ohne Begründung ergeht (vgl. BVerfG, Beschluss vom\n30. Juni 2014 – 2 BvR 792/11, NJW 2014, 2563, 2564). Dies gilt auch, wenn ein\nVerurteilter seine Revision nach der Antragstellung durch den Generalbundesanwalt ergänzend begründet. Aus Art. 103 Abs. 1 GG folgt keine Verpflichtung\nder Gerichte, jedes Vorbringen eines Beteiligten ausdrücklich zu bescheiden\n(vgl. BGH, Beschluss vom 10. August 2017 – 5 StR 167/17 Rn. 2). Lediglich\nergänzend weist der Senat darauf hin, dass die geltend gemachten Darstellungsmängel hinsichtlich der Verursachung der DNA-Spuren jedenfalls im Hinblick auf die festgestellten Reinspuren am Schmuck der Angeklagten (UA\nS. 53, 54) nicht durchgreifend sind.\n\n5 Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des\n§ 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Juli 2016 – 1 StR 579/15\nRn. 5 und vom 22. Mai 2015 – 1 StR 121/15 Rn. 6).\n\nRaum Bellay Bär\n\nHohoff Leplow\n\nVorinstanz:\nStuttgart, LG, 26.06.2019 - 111 Js 65134/18 19 Ks","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-28/1-str-89-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-28/1-str-89-20","retrieved":"2026-10-24 07:52:21.218190+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-05-28/1-str-89-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. Strafsenat","date":"2020-05-28","dockets":["1 StR 89/20"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:280520B1STR89.20.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:280520B1STR89.20.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 28.05.2020 – 1 StR 89/20","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-28/1-str-89-20","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Anhörungsrüge der Verurteilten gegen den Beschluss vom\n22. April 2020 wird kostenpflichtig zurückgewiesen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":2},{"id":"StPO/356a","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"356a","label":"§ 356a StPO","mentions":2},{"id":"GG/103","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"103","label":"Art 103 GG","mentions":1},{"id":"StPO/465","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"465","label":"§ 465 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:52:21.218190+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}