{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-03_NA_2020-02-27_III_ZR_41_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:270220BIIIZR41.19.0","court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2020-02-27","aktenzeichen":"III ZR 41/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIII ZR 41/19\nvom\n\n27. Februar 2020\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2020:270220BIIIZR41.19.0\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Februar 2020 durch den\nVorsitzenden Richter Dr. Herrmann, den Richter Dr. Remmert, die Richterinnen\nDr. Arend und Dr. Böttcher sowie den Richter Dr. Kessen\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 17. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\nHamm vom 31. Januar 2019 - I-17 U 83/18 - wird zurückgewiesen.\n\nDie Klägerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen\n(§ 97 Abs. 1 ZPO).\n\nStreitwert: bis 4.850.000 €.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Klägerin verfolgt mit der Nichtzulassungsbeschwerde Bergschadensansprüche gegen die Beklagte weiter. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision gemäß § 543 Abs. 2 ZPO sind nicht erfüllt.\n\n2 Die von der Beschwerde aufgeworfene Frage, ob die Vorschrift des\n§ 906 Abs. 2 Satz 2 BGB neben der hier gemäß § 170 Satz 1 BBergG für den\nvorliegenden Sachverhalt einschlägigen Regelung des § 148 des Allgemeinen\nPreußischen Berggesetzes vom 24. Juni 1865 (GS S. 705; nachfolgend ABG)\nanwendbar ist, ist geklärt. Nach der Rechtsprechung des V. Zivilsenats des\nBundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 19. September 2008 - V ZR 28/08, BGHZ\n178, 90 Rn. 20 ff) kommt § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB in seinem unmittelbaren\nAnwendungsbereich zwar als Anspruchsgrundlage neben der Bergschadens-\n\nhaftung in Betracht. Dies gilt nach der Senatsrechtsprechung jedoch gerade\nnicht für die hier allein in Erwägung zu ziehende analoge Anwendung der Vorschrift in Gestalt des sogenannten nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruchs,\nder gegenüber den Bestimmungen zum Bergschadensrecht zurücktritt (Senat,\nUrteil vom 17. Mai 2001 - III ZR 249/00, BGHZ 148 39, 53 f zur mit § 148 ABG\ngleichgelagerten Bergschadenshaftung gemäß §§ 114 ff BBergG und nach dem\nDDR-Bergge-setz). Ein Widerspruch zu der Rechtsprechung des V. Zivilsenats\ndes Bundesgerichtshofs besteht entgegen der in der Beschwerde vertretenen\nAuffassung nicht (vgl. BGH, Urteil vom 30. Mai 2003 - V ZR 37/02, BGHZ 155,\n99, 109).\n\n3 Soweit das Berufungsgericht im Übrigen von einem zu engen Schadensbegriff ausgegangen sein mag - zwischen der schädigenden Handlung und dem\nSchadenseintritt können unter Umständen \"Menschenalter\" liegen (so schon\nRGZ 95, 72, 77 f) -, erfordert dies die Zulassung der Revision nicht. Dieser Gesichtspunkt ist nicht entscheidungserheblich, denn das Oberlandesgericht hat\ndarüber hinaus - selbständig tragend - ohne zulassungsbegründende Rechtsfehler die adäquate Kausalität zwischen der spätestens 1926 abgeschlossenen\nbergbaulichen Einwirkung und dem Schadenseintritt - Notwendigkeit der Absicherung des Baugrunds - verneint. Es ist in vertretbarer tatrichterlicher Würdigung der Umstände des Einzelfalls unter Zugrundelegung des zutreffenden\nMaßstabs, nämlich der mehr oder weniger naheliegenden Aussicht einer zukünftigen Bebauung des betroffenen Grundstücks (vgl. dazu Senat, Urteil vom\n26. Juni 1972 - III ZR 114/70, BGHZ 59, 139, 142; RG ZfB 62, 201, 205), zu der\nAuffassung gelangt, dass den in Rede stehenden Grundstücken seinerzeit noch\nnicht die Qualität als Bau- beziehungsweise Bauerwartungsland zukam. Ein\nVerstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG ist dem Berufungsgericht ebenfalls nicht\nvorzuwerfen. Der Berufungssenat hat sich mit dem Sachvortrag der Klägerin\n\nvielmehr in der gebotenen Weise auseinandergesetzt und dabei insbesondere\nauch erwogen, dass sich auf dem Gelände zum damaligen Zeitpunkt eine Familienkirche (und gerade keine gegebenenfalls auf eine heranrückende Bebauung\nhindeutende Gemeindekirche) befand, diesen Umstand lediglich anders bewertet als die Klägerin.\n\nII.\n\n4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\nHerrmann Böttcher\n\nRichter am Bundesgerichtshof Dr. Remmert, Richterin am Bundesgerichtshof\nDr. Arend und Richter am Bundesgerichtshof Dr. Kessen haben an der Entscheidung mitgewirkt, sind jedoch aufgrund infektionsschutzbedingter Ortsabwesenheit gehindert zu unterschreiben.\n\nHerrmann\n\nVorinstanzen:\nLG Dortmund, Entscheidung vom 23.03.2018 - 6 O 25/18 -\nOLG Hamm, Entscheidung vom 31.01.2019 - I-17 U 83/18 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-27/iii-zr-41-19","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 906","ref_norm":"906","n":2},{"jurabk":"BBergG","ref":"§ 170","ref_norm":"170","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-27/iii-zr-41-19","retrieved":"2026-10-24 07:58:18.006652+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-02-27/iii-zr-41-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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