{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-6_NA_2020-08-25_6_StR_216_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:250820B6STR216.20.0","court":"BGH","senate":"6. Strafsenat","decided":"2020-08-25","aktenzeichen":"6 StR 216/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n6 StR 216/20\n\nvom\n25. August 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln\nin nicht geringer Menge\n\nECLI:DE:BGH:2020:250820B6STR216.20.0\n\nDer 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. August 2020 beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Rostock vom 26. Februar 2020 im Einziehungsausspruch mit den Feststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zum Handeltreiben\nmit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von\ndrei Jahren und sechs Monaten verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Die vom Angeklagten auf die Sachrüge gestützte Revision hat lediglich\nim aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im\nÜbrigen ist sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 1. Die vom Landgericht angeordnete Einziehung der „Asservate Nr. (…)\naus dem(n) Durchsuchungsprotokoll(en) vom 14. August 2019“ betreffend die\nWohnung und die Garage des Angeklagten hat keinen Bestand. Denn hinsichtlich dieser eingezogenen Gegenstände lassen sich weder dem Urteilstenor allein\n\nnoch in der Zusammenschau mit den Feststellungen die Voraussetzungen der\nEinziehung hinreichend entnehmen.\n\n3 a) Grundsätzlich sind die einzuziehenden Gegenstände in der Urteilsformel so konkret zu bezeichnen, dass für die Beteiligten und die Vollstreckungsbehörde Klarheit über den Umfang der Einziehung besteht; eine Bezugnahme auf\ndie Anklageschrift oder ein Asservatenverzeichnis ist hierfür nicht ausreichend\n(vgl. BGH, Beschluss vom 8. April 2020 – 3 StR 55/20, Rn. 3 mwN).\n\n4 b) Zwar kann das Revisionsgericht, wenn die Urteilsgründe die erforderlichen Angaben enthalten, die Entscheidung in entsprechender Anwendung von\n§ 354 Abs. 1 StPO selbst treffen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 29. Juli 2020\n– 6 StR 218/20, Rn. 4; und vom 8. April 2020, aaO). Dies ist hier aber nicht der\nFall. In den Urteilsgründen (UA S. 16 f.) ist lediglich abstrakt ausgeführt, dass es\nsich bei den in den Durchsuchungsprotokollen bezeichneten Gegenständen um\nsolche handele, auf die sich eine Straftat nach §§ 29 ff. BtMG beziehe und die\nzur Begehung einer Tat oder zur Vorbereitung bestimmt gewesen seien.\n\n5 2. Das neue Tatgericht wird zu beachten haben, dass die Einziehung des\nsichergestellten Rauschgifts dann nicht auf § 33 BtMG gestützt werden kann,\nwenn die Betäubungsmittel nicht Gegenstand der von der Anklage umschriebenen und vom Gericht festgestellten Tat sind (vgl. BGH, Beschluss vom\n7. Januar 2020 – 3 StR 566/19, Rn. 3 mwN). Dies trifft für die in der Wohnung\ndes Angeklagten sichergestellten Betäubungsmittel nach den Feststellungen des\nLandgerichts (UA S. 5) nicht zu.\n\nGleiches gilt hinsichtlich der dort sichergestellten Tatmittel (§ 74 StGB; vgl. BGH,\nBeschluss vom 12. Dezember 2002 – 3 StR 408/02).\n\nSander Schneider Feilcke\n\nTiemann Fritsche\n\nVorinstanz:\nRostock, LG, 26.02.2020 - 437 Js 20794/19 18 KLs 212/19 (3)","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-08-25/6-str-216-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29","ref_norm":"29","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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