{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:250320B4STR571.19.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2020-03-25","aktenzeichen":"4 StR 571/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 571/19\n\nvom\n\n25. März 2020\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Totschlags\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts\nund nach Anhörung der Beschwerdeführerin am 25. März 2020 einstimmig beschlossen:\n\nDie Revision der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nBochum vom 24. Juni 2019 wird als unbegründet verworfen, da die\nNachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen\nRechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2\nStPO).\n\nDie Beschwerdeführerin hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nECLI:DE:BGH:2020:250320B4STR571.19.0\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nDie Strafzumessung des Landgerichts begegnet keinen durchgreifenden\nrechtlichen Bedenken. Soweit das Landgericht zu Lasten der Angeklagten berücksichtigt hat, dass sie bei der Tötung ihres Ehemanns um dessen alkoholbedingt herabgesetzte Abwehrfähigkeit wusste und diesen Umstand zur Tatbegehung ausnutzte, ist dies auch mit Blick auf die vom Landgericht angenommene erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit gemäß § 21 StGB infolge eines affektiven Ausnahmezustands hinreichend belegt.\n\nDie Annahme eines entsprechenden Ausnutzungsbewusstseins wird insbesondere durch die Feststellung, infolge der Affektentladung sei der Sinnzusammenhang des von der Angeklagten Erlebten zur Zeit der Tat zerrissen gewesen (UA\nS. 13), letztlich nicht durchgreifend in Frage gestellt. Insoweit dürfte es sich um eine\nmissverständliche Formulierung handeln, denn dem Urteil lässt sich im Weiteren jedenfalls entnehmen, dass nach den konkreten Umständen der Erregungszustand die\nAngeklagte nicht hinderte, auch die Bedeutung der alkoholbedingt herabgesetzten\nAbwehrfähigkeit des Tatopfers zu erkennen und in ihrer Bedeutung für die Tat zu\nerfassen (zum Ausnutzungsbewusstsein hinsichtlich der Arg- und Wehrlosigkeit\nBGH, Urteile vom 14. Januar 2010 ‒ 4 StR 399/09 und vom 11. Dezember 2012 –\n5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233), zumal die Trunkenheit des Tatopfers offensichtlich und die Wahrnehmungsfähigkeit der Angeklagten zwar eingeengt, aber hinsichtlich des Tatablaufs erhalten war.\n\nSost-Scheible RinBGH Roggenbuck ist im Urlaub Quentin\nund daher gehindert zu unterschreiben.\n\nSost-Scheible\n\nBartel Rommel\n\nVorinstanz:\nBochum, LG, 24.06.2019 ‒ 30 Js 227/18 7 Ks 3/19","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-25/4-str-571-19","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-25/4-str-571-19","retrieved":"2026-10-24 07:55:39.247202+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-03-25/4-str-571-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. Strafsenat","date":"2020-03-25","dockets":["4 StR 571/19"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:250320B4STR571.19.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:250320B4STR571.19.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 25.03.2020 – 4 StR 571/19","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-25/4-str-571-19","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"StGB/21","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"21","label":"§ 21 StGB","mentions":1},{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:55:39.247202+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}