{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2020-01-23_5_StR_501_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:230120B5STR501.19.1","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2020-01-23","aktenzeichen":"5 StR 501/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 501/19\n\nvom\n23. Januar 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schweren Raubes u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2020:230120B5STR501.19.1\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 23. Januar 2020 gemäß § 349\nAbs. 2 und 4 StPO beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Zwickau vom 4. Juni 2019 aufgehoben, soweit eine Entscheidung über die Bildung einer Gesamtstrafe unterblieben ist.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung\nund Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an\neine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nDie weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen (besonders) schweren\nRaubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe\nvon fünf Jahren und drei Monaten verurteilt sowie eine Einziehungs- und Adhäsionsentscheidung getroffen. Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten führt lediglich zur Aufhebung des angegriffenen Urteils im bezeichneten Umfang und bleibt im Übrigen aus den vom Generalbundesanwalt in seiner\nAntragsschrift genannten Gründen erfolglos (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\n2 Der Angeklagte hat die abgeurteilte Tat am 30. August 2016 verübt. Am\n10. Mai 2016 war er vom Amtsgericht Plauen wegen vier Straftaten zu einer\nGesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden,\nderen Vollstreckung nicht zur Bewährung ausgesetzt worden war. Insofern trat\n\nam 24. November 2016 aufgrund einer vom Angeklagten „angestrengten Berufungshauptverhandlung“ Rechtskraft ein. Dem angefochtenen Urteil lässt sich\nnicht entnehmen, ob dem eine Sachentscheidung zugrunde lag oder das Landgericht gemäß § 329 StPO entschieden hat. Nur im ersten Fall hätten die vier\ndort verhängten Einzelstrafen zur Bildung einer Gesamtstrafe (§ 55 Abs. 1\nStGB) mit der im hiesigen Verfahren festgesetzten Strafe herangezogen werden müssen, nicht hingegen bei einer Berufungsverwerfung wegen unentschuldigten Ausbleibens des Angeklagten (vgl. BGH, Urteil vom 6. März 1962 – 5\nStR 16/62, BGHSt 17, 173; Beschluss vom 24. Juni 2003 – 3 StR 184/03).\n\n3 Durch ein rechtsfehlerhaftes Unterlassen einer gebotenen Gesamtstrafenbildung wäre der Angeklagte benachteiligt (§ 337 Abs. 1 StPO). Die Frage bedarf daher neuer Verhandlung und Entscheidung. Vorsorglich weist der\nSenat darauf hin, dass für die Prüfung der Voraussetzungen des § 55 Abs. 1\nStGB der zum Zeitpunkt des angegriffenen Urteils bestehende Vollstreckungsstand der gegebenenfalls einzubeziehenden Strafen maßgeblich wäre.\n\nMutzbauer Sander Schneider\n\nBerger Köhler\n\nVorinstanz:\n\nZwickau, LG, 04.06.2019 - 530 Js 1706/18 2 KLs","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-01-23/5-str-501-19","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 55","ref_norm":"55","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 329","ref_norm":"329","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 337","ref_norm":"337","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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