{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:191120BIZR19.20.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2020-11-19","aktenzeichen":"I ZR 19/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 19/20\n\nvom\n\n19. November 2020\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2020:191120BIZR19.20.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 19. November 2020 durch\nden Richter Prof. Dr. Schaffert, den Richter Dr. Löffler, die Richterin\nDr. Schwonke, den Richter Feddersen und die Richterin Dr. Schmaltz\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 24. September\n2020 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Die gemäß § 321a ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Anhörungsrüge ist nicht begründet. Der Anspruch der Beklagten aus Art. 103\nAbs. 1 GG auf Gewährung rechtlichen Gehörs ist durch den Beschluss des Senats vom 24. September 2020 nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt.\n\n2 1. Die Beklagten rügen, der Senat habe entscheidungserhebliches\nVorbringen nicht berücksichtigt. Mit Schriftsatz vom 24. September 2020, der am\nselben Tag um 13:22 Uhr beim Bundesgerichtshof eingegangen sei, hätten sie\nein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 17. September 2020 vorgelegt,\nin welcher die Aktivlegitimation der Klägerin entgegengesetzt zum vorliegenden\nVerfahren beurteilt worden sei. Damit sei eine Divergenz aufgezeigt worden, die\neine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung\nerfordere. Die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde belege, dass\ndieser Vortrag nicht berücksichtigt worden sei.\n\n3 2. Die Gehörsrüge ist unbegründet.\n\n4 a) Der Schriftsatz der Beklagten, der erst nach der Beratung über die Nichtzulassungsbeschwerde am 24. September 2020 eingegangen ist, aber noch bevor der Beschluss mit Verlassen des gerichtsinternen Geschäftsbereichs existent\ngeworden ist (vgl. dazu BGH, Urteil vom 1. April 2004 - IX ZR 117/03, NJW-RR\n2004, 1575 [juris Rn. 8]; Beschluss vom 12. Juli 2012 - IX ZB 270/11, NJW-RR\n2012, 1533 Rn. 8; Beschluss vom 29. August 2017 - XI ZR 318/16, Rn. 3;\nSaenger, ZPO, 8. Aufl., § 320 Rn. 14), ist bei der Beschlussfassung vom Senat\nnicht berücksichtigt worden. Die insoweit vorliegende Gehörsverletzung ist\njedoch nicht entscheidungserheblich.\n\n5 b) Die Berücksichtigung des Vortrags der Beklagten im Schriftsatz vom\n24. September 2020 hätte in der Sache zu keiner anderen Entscheidung geführt.\nInsbesondere liegt der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung im Sinne von § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO nicht vor.\n\n6 aa) Der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist unter anderem in den Fällen einer Divergenz gegeben, wenn also die\nanzufechtende Entscheidung von der Entscheidung eines höher- oder gleichrangigen Gerichts abweicht und auf dieser Abweichung beruht. Eine Abweichung\nin diesem Sinne liegt nur vor, wenn die anzufechtende Entscheidung ein und\ndieselbe Rechtsfrage anders beantwortet als die Vergleichsentscheidung, mithin\neinen Rechtssatz aufstellt, der sich mit einem in der Vergleichsentscheidung\naufgestellten und diese tragenden Rechtssatz nicht deckt (vgl. BGH, Beschluss\nvom 27. März 2003 - V ZR 291/02, BGHZ 154, 288, 293 [juris Rn. 11]; Beschluss\nvom 10. September 2020 - I ZR 237/19, juris Rn. 8). Diese Voraussetzungen\nliegen nicht vor.\n\n7 bb) Das von den Beklagten vorgelegte Urteil des Oberlandesgerichts\nStuttgart vom 17. September 2020 ist zeitlich nach dem mit der Nichtzulassungsbeschwerde angefochtenen Urteil ergangen, so dass eine Divergenz bereits\nbegrifflich ausscheidet (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Mai 2020 - V ZR 187/19,\njuris Rn. 5).\n\n8 II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO analog.\n\nSchaffert Löffler Schwonke\n\nFeddersen Schmaltz\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 30.04.2019 - 33 O 114/17 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 17.01.2020 - 6 U 101/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-11-19/i-zr-19-20","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-11-19/i-zr-19-20","retrieved":"2026-10-24 07:57:18.223077+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-11-19/i-zr-19-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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