{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:180220BXIZR142.19.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2020-02-18","aktenzeichen":"XI ZR 142/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 142/19\n\nvom\n\n18. Februar 2020\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2020:180220BXIZR142.19.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. Februar 2020 durch den\nVizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Grüneberg und Maihold\nsowie die Richterinnen Dr. Menges und Dr. Derstadt\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Klägers auf Aussetzung des Verfahrens wird zurückgewiesen.\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Kammergerichts in\nBerlin-Schöneberg vom 5. März 2019 wird zurückgewiesen, weil\ndie Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die\nFortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen\nRechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht\nerfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).\n\nDer Senat hat mehrfach - auch unter Berücksichtigung der Argumentation des Landgerichts Saarbrücken in seinen Beschlüssen\nvom 17. Januar 2019 (WM 2019, 1444 ff.) und vom 27. Februar\n2019 (1 O 176/18, juris) - dazu Stellung genommen, dass und warum eine wie von der Beklagten zu den Voraussetzungen für das\nAnlaufen der Widerrufsfrist gestaltete Widerrufsinformation klar\nund verständlich ist und dass und warum es eines Vorgehens\nnach Art. 267 Abs. 3 AEUV nicht bedarf (vgl. Senatsurteil vom\n22. November 2016 - XI ZR 434/15, BGHZ 213, 52 Rn. 16 ff.; Senatsbeschlüsse vom 19. März 2019 - XI ZR 44/18, WM 2019, 864\nRn. 15 ff., vom 2. April 2019 - XI ZR 488/17, juris Rn. 16 f., vom\n\n12. November 2019 - XI ZR 74/19 und - XI ZR 88/19, jeweils juris,\nsowie vom 4. Februar 2020 - XI ZR 175/19, n.n.v.).\n\nDas Widerrufsrecht des Klägers wäre selbst dann spätestens Anfang Januar 2011 erloschen, wenn dem Kläger eine (vertragliche)\nPflichtangabe zu dem einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags nicht erteilt worden wäre. Der Senat hat bereits\nmit Beschluss vom 19. März 2019 (XI ZR 44/18, WM 2019, 864\nRn. 19) näher dargelegt, dass nach § 495 Abs. 2 BGB in der zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 29. Juli 2010 geltenden Fassung § 355 Abs. 4 Satz 1 BGB in der zwischen dem 11. Juni 2010\nund dem 12. Juni 2014 geltenden Fassung auf zwischen dem\n11. Juni 2010 und dem 29. Juli 2010 geschlossene Verbraucherdarlehensverträge anwendbar war, dem zufolge das Widerrufsrecht \"spätestens sechs Monate nach Vertragsschluss\" erlosch.\nDer Darlehensvertrag der Parteien datiert vom 14. Juli 2010.\n\nSoweit die Nichtzulassungsbeschwerde moniert, die Beklagte habe unter 3.9.2. ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen keine\nAngaben dazu gemacht, in welcher Form der Darlehensgeber außerordentlich kündigen könne, übersieht sie im Übrigen, dass sich\nArt. 10 Abs. 2 Buchst. s der auf den Immobiliardarlehensvertrag\nder Parteien nicht anwendbaren Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie\n87/102/EWG des Rates und die diese Regelung umsetzende Vorschrift des nationalen Rechts nicht auf das Recht zur außerordentlichen Kündigung beziehen (Senatsurteil vom 5. November\n2019 - XI ZR 650/18, WM 2019, 2353 Rn. 38 f., zur Veröffentli-\n\nchung bestimmt in BGHZ). Da die Beklagte es zu ihren Lasten lediglich übernommen hat, die bei Immobiliardarlehensverträgen\nentbehrlichen Angaben nach Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 3 und 5 EG-BGB in der vom 11. Juni 2010 bis zum 20. März 2016 geltenden\nFassung in der für gesetzliche Pflichtangaben vorgeschriebenen\nForm zu erteilen (Senatsurteil vom 4. Juli 2017 - XI ZR 741/16,\nWM 2017, 1602 Rn. 22), war sie zur Unterrichtung über etwaige\nFormvorgaben für eine außerordentliche Kündigung des Darlehensgebers auch vertraglich nicht verpflichtet.\n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2\nHalbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97\nAbs. 1 ZPO).\n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt bis\n155.000 €.\n\nEllenberger Grüneberg Maihold\n\nMenges Derstadt\n\nVorinstanzen:\nLG Berlin, Entscheidung vom 04.05.2016 - 38 O 95/15 -\nKG Berlin, Entscheidung vom 05.03.2019 - 4 U 96/16 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-18/xi-zr-142-19","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 355","ref_norm":"355","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 495","ref_norm":"495","n":1},{"jurabk":"AEUV","ref":"Art 267","ref_norm":"267","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-18/xi-zr-142-19","retrieved":"2026-10-24 08:02:07.976478+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-02-18/xi-zr-142-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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