{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:140520B1STR147.20.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2020-05-14","aktenzeichen":"1 StR 147/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 147/20\nvom\n14. Mai 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Untreue\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts\nund nach Anhörung des Beschwerdeführers am 14. Mai 2020 beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nMosbach vom 9. Januar 2020 wird als unbegründet verworfen (§ 349\nAbs. 2 StPO).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.\n\nECLI:DE:BGH:2020:140520B1STR147.20.0\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nSoweit der Angeklagte mit seiner Verfahrensrüge, die Ablehnung seines Beweisantrags auf Vernehmung des Investors J. genüge nicht den Anforderungen des § 244 Abs. 3 Satz 2 Variante 2 StPO (aF; entspricht § 244 Abs. 3 Satz 3\nNr. 2 StPO nF), die Glaubwürdigkeit der beiden Mitgesellschafter G. und B.\nsowie die Glaubhaftigkeit ihrer Zeugenaussagen angreift, fehlt es bereits an ausreichend präzisen Tatsachenbehauptungen, welche das Landgericht hätte bescheiden\nmüssen (§ 244 Abs. 6 Satz 1 StPO). Denn die \"Präsentation\" der \"Bestandsobjekte\"\nin K. , I. und R. schließt nicht die Behauptung ein, die 19 verfahrensgegenständlichen Überweisungen seien im Januar 2017 in China zur Sprache\ngekommen. Dass sich beide Hauptbelastungszeugen mit den genannten Projekten\nauch nach dem Januar 2016 beschäftigten, ist vom Landgericht in seinem Ablehnungsbeschluss rechtsfehlerfrei gewürdigt worden. Dies entspricht den Urteilsfeststellungen (insbesondere UA S. 8), wonach die beiden Mitgesellschafter die anderen\nBauprojekte erst \"angehen\" wollten, nachdem die C. GmbH aus\ndem Studentenwohnheim in W. Erträge erzielt hätte.\n\nDas Landgericht hat den Vermögensnachteil (§ 266 Abs. 1 StGB) unter dem\nGesichtspunkt des persönlichen Schadenseinschlags mit der wirtschaftlichen Wertlosigkeit der Investitionen in die Bauobjekte K. , I. und R. für die\nC. GmbH begründet; dabei hat es auf deren konkrete finanzielle\nSituation abgestellt. Deren Liquidität entzog der Angeklagte gemäß seinem Tatplan\n(UA S. 4) vollständig (UA S. 11 f.; vgl. BGH, Urteil vom 27. Juli 2017 – 3 StR 490/16\nRn. 33 aE mwN), um die laufenden Kosten der allein von ihm betriebenen CE.\nGmbH zu begleichen (UA S. 12 f.). Seinen Tatplan setzte er mithilfe pauschaler\nRechnungsbeträge bei nichtssagenden Rechnungsleistungsinhalten (UA S. 5) um.\nDie Pflichtwidrigkeit der Überweisungen hat das Landgericht hingegen auf eine andere\n\nTatsachengrundlage, nämlich auf den Verstoß gegen die Gesellschafterabrede aus\ndem Januar 2016 gestützt (vgl. zum Ganzen BVerfG, Beschluss vom\n1. November 2012 ‒ 2 BvR 1235/11 Rn. 24, BVerfGK 20, 114, 121 f.). Mitnichten hat\ndas Tatgericht damit allein aus dem Pflichtenverstoß auf den Untreueschaden geschlossen.\n\nRaum Bellay Hohoff\n\nLeplow Pernice\n\nVorinstanz:\nMosbach, LG, 09.01.2020 ‒ 13 Js 6793/18 1 Kls","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-14/1-str-147-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 244","ref_norm":"244","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 266","ref_norm":"266","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-14/1-str-147-20","retrieved":"2026-10-24 07:52:21.124381+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-05-14/1-str-147-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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