{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-08_NA_2020-02-11_VIII_ZR_353_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:110220BVIIIZR353.18.0","court":"BGH","senate":"8. Zivilsenat","decided":"2020-02-11","aktenzeichen":"VIII ZR 353/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVIII ZR 353/18\n\nvom\n\n11. Februar 2020\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2020:110220BVIIIZR353.18.0\n\nDer VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 11. Februar 2020 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Milger, die Richter Dr. Schneider, Dr. Bünger und\nDr. Schmidt sowie die Richterin Wiegand\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Beklagten vom 9. Dezember 2019 gegen\nden Senatsbeschluss vom 26. November 2019 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Die gemäß § 321a Abs. 1 ZPO statthafte und innerhalb der Frist des\n§ 321a Abs. 2 Satz 1 ZPO eingelegte Anhörungsrüge ist unzulässig, weil es an\nder vorgeschriebenen Darlegung (§ 321a Abs. 2 Satz 5 iVm mit Abs. 1 Satz 1\nNr. 2 ZPO) einer entscheidungserheblichen Gehörsverletzung durch den Senat\nfehlt (I). Unbeschadet dessen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet (II).\n\nI.\n\n2 1. Eine Anhörungsrüge gegen einen Beschluss über die Nichtzulassung\nder Revision ist nur dann begründet, wenn dadurch das Verfahrensgrundrecht\nauf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) neu und eigenständig durch den\nBundesgerichtshof verletzt worden ist (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschlüsse\nvom 28. Mai 2013 - IV ZR 149/12, juris Rn. 2; vom 10. Januar 2017 - VIII ZR\n\n14/16, REE 2017, 69 unter I; jeweils mwN). Daher muss die Darlegung erkennen lassen, aus welchen konkreten Gründen der Beschwerdeführer meint, die\nZurückweisung seiner Nichtzulassungsbeschwerde lasse nur den Schluss zu,\nsein Vorbringen sei nicht zur Kenntnis genommen worden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. Dezember 2015 - V ZR 296/14, juris Rn. 1; vom 10. Januar 2017 -\nVIII ZR 14/16, aaO).\n\n3 2. Daran fehlt es hier.\n\n4 a) Die Ausführungen der Beklagten erschöpfen sich in dem Hinweis, wonach die begründungslose Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde\nbelege, dass der Senat ihr Petitum übergangen und ihren gesamten Vortrag\nnicht zur Kenntnis genommen habe.\n\n5 b) Dies genügt den vorbeschriebenen Darlegungsanforderungen nicht.\nDie kurzen, keinerlei Einzelfallbezug herstellenden Ausführungen zeigen eine\nneue, eigenständige und entscheidungserhebliche Gehörsverletzung durch den\nangegriffenen Senatsbeschluss nicht auf.\n\n6 Insbesondere liegt eine solche nicht darin, dass der Senat gemäß § 544\nAbs. 6 Satz 2 Halbs. 2 ZPO von einer näheren Begründung seiner Entscheidung abgesehen hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 19. März 2009 - V ZR 142/08,\nNJW 2009, 1609 Rn. 6; vom 28. Mai 2013 - IV ZR 149/12, aaO Rn. 6). Die Anhörungsrüge kann nicht zur Herbeiführung der Begründung einer Entscheidung\nüber die Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt werden (vgl. BGH, Beschlüsse\nvom 28. Mai 2013 - IV ZR 149/12, aaO; vom 28. Februar 2018 - XII ZR 76/16,\njuris Rn. 4; BT-Drucks. 15/3706 S. 16).\n\n7 c) Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind die Anforderungen\nan die Darlegung einer eigenständigen Gehörsverletzung nicht deshalb gerin-\n\nger, weil der beanstandete Beschluss - wie ausgeführt - über den Verweis auf\ndas Fehlen von Zulassungsgründen hinaus keine weitere Begründung enthält.\n\n8 Dieses Fehlen enthebt die Partei nicht davon, einen behaupteten Gehörsverstoß näher darzulegen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Mai 2013 - IV ZR\n149/12, aaO; vom 8. Juni 2016 - XI ZR 268/15, juris Rn. 4; vom 29. Oktober\n2019 - V ZR 27/19, juris Rn. 1). Durch das Darlegungserfordernis (§ 321a\nAbs. 2 Satz 5 iVm Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO) werden die Anforderungen an die\nGewährung von Rechtsschutz bei einer Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG\nauch in diesen Fällen nicht überspannt. Denn dem Beschwerdeführer wird\ndadurch nur auferlegt, die eigene Rechtsansicht auf Grund der Zurückweisung\nder Nichtzulassungsbeschwerde nochmals zu prüfen und in der Anhörungsrüge\naufzuzeigen, dass die Entscheidung des Revisionsgerichts nach seiner Ansicht\nauf einer Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG beruht (vgl. BGH, Beschlüsse vom\n19. März 2009 - V ZR 142/08, aaO Rn. 12; vom 6. November 2014 - V ZR\n322/13, juris Rn. 1).\n\nII.\n\n9 Im Übrigen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet, weil der Senat\nden Anspruch der Beklagten auf Gewährung rechtlichen Gehörs nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4\nSatz 3 ZPO). Der Senat hat das Vorbringen der Beklagten bezüglich des geltend gemachten Zulassungsgrundes der Fortbildung des Rechts (§ 543 Abs. 2\nSatz 1 Nr. 2 Alt. 1 ZPO) umfassend geprüft und für nicht durchgreifend erachtet.\nVon\n\neiner weiteren Begründung wird nach § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, der im Anwendungsbereich des § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO entsprechend gilt (BVerfGK 18, 301, 307; BGH, Beschlüsse vom 8. Juni 2016 - XI ZR\n268/15, aaO Rn. 5; vom 10. Januar 2017 - VIII ZR 14/16, aaO unter II).\n\nDr. Milger Dr. Schneider Dr. Bünger\n\nDr. Schmidt Wiegand\n\nVorinstanzen:\nLG München II, Entscheidung vom 26.01.2017 - 3 O 863/15 -\nOLG München, Entscheidung vom 29.10.2018 - 17 U 1054/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-11/viii-zr-353-18","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-02-11/viii-zr-353-18","retrieved":"2026-10-24 08:00:16.765036+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-02-11/viii-zr-353-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"8. 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