{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2020-07-09_5_StR_208_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:090720B5STR208.20.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2020-07-09","aktenzeichen":"5 StR 208/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 208/20\n\nvom\n9. Juli 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln\n\nECLI:DE:BGH:2020:090720B5STR208.20.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 9. Juli 2020 gemäß § 349 Abs. 2\nund 4 sowie entsprechend § 354 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des\nLandgerichts Hamburg vom 28. November 2019, soweit\nes ihn betrifft,\n\na) im Schuld- und Strafausspruch dahingehend geändert,\ndass er wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren\nund neun Monaten verurteilt ist, und\n\nb) im Ausspruch über die Einziehung der im Tenor unter\nZiffer 3. lit. c) und n) aufgeführten Mobiltelefone sowie\ndes unter Ziffer 3. lit. k) aufgeführten Notizbuchs aufgehoben.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels\nzu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneten „unerlaubten“\nHandeltreibens mit Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge“ in zwei Fällen\n(Einzelstrafen zwei und drei Jahre Freiheitsstrafe) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt sowie Einziehungsentscheidungen getroffen. Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten erzielt\nden aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 1. Die konkurrenzrechtliche Wertung des Landgerichts, der Angeklagte\nhabe zwei Taten des bewaffneten Handeltreibens begangen, kann nicht bestehen bleiben. Werden – wie hier – zwei unterschiedliche zum Verkauf bestimmte\nnicht geringe Mengen von Betäubungsmitteln in einem Raum aufbewahrt (ohne\ndass dies schon zur Tateinheit führt), verbindet das gleichzeitige Bereithalten\neiner Waffe im Sinne von § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG an diesem Ort beide Taten\nzur Tateinheit (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. Februar 2020 – 1 StR 9/20; vom\n21. August 2018 – 3 StR 615/17; vom 27. Juni 2018 – 4 StR 116/18, NStZ\n2019, 97; Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 9. Aufl., § 30a Rn. 130a). Der Senat\nhat den Schuldspruch entsprechend geändert (vgl. zur Tenorierung BGH, Beschluss vom 8. April 2020 – 3 StR 535/19); § 265 StPO steht nicht entgegen, da\nsich der Angeklagte insoweit nicht erfolgreicher als geschehen hätte verteidigen\nkönnen.\n\n3 2. Die Änderung des Schuldspruchs führt zum Wegfall der von der Strafkammer festgesetzten Einzelstrafen. Der Senat kann indes in entsprechender\nAnwendung von § 354 Abs. 1 StPO die Gesamtstrafe als einzige Strafe bestehen lassen, da er ausschließt, dass das Landgericht allein aufgrund der geän-\n\nderten Konkurrenzverhältnisse eine geringere Strafe für schuldangemessen\nerachtet hätte. Denn eine unterschiedliche rechtliche Beurteilung des Konkurrenzverhältnisses ist bei unverändertem Schuldumfang – hier insbesondere\naufgrund der zusammenzurechnenden Gesamtmenge an Betäubungsmitteln –\nkein maßgebliches Kriterium für die Strafbemessung (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. Juni 2018 – 4 StR 116/18, NStZ 2019, 97; vom 7. März 2017\n– 3 StR 427/16; vom 19. Februar 2014 – 5 StR 44/14; vgl. auch Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 6. Aufl., Rn. 1585d mit\nFn. 480 mwN).\n\n4 3. Entsprechend dem Antrag des Generalbundesanwalts (vgl. zur Begründung dessen Antragsschrift) hat der Senat die Einziehungsentscheidung\nteilweise korrigiert. Eine Erstreckung nach § 357 Satz 1 StPO auf den nicht revidierenden Mitangeklagten J. kommt nicht in Betracht, da die Voraussetzungen hierfüt nicht eindeutig vorliegen.\n\n5 4. Der geringe Teilerfolg der Revision lässt es nicht unbillig erscheinen,\nden Beschwerdeführer mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473 Abs. 4 StPO).\n\nCirener Berger Mosbacher\n\nKöhler von Häfen\n\nVorinstanz:\nHamburg, LG, 28.11.2019 - 6150 Js 1/19 615 KLs 3/19 2 Ss 41/20","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-07-09/5-str-208-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":2},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 30a","ref_norm":"30a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 265","ref_norm":"265","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 357","ref_norm":"357","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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