{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-04_NA_2020-01-08_IV_ZA_14_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:080120BIVZA14.19.0","court":"BGH","senate":"4. Zivilsenat","decided":"2020-01-08","aktenzeichen":"IV ZA 14/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIV ZA 14/19\nvom\n8. Januar 2020\nin dem Verfahren\n\nECLI:DE:BGH:2020:080120BIVZA14.19.0\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Vorsitzende\nRichterin Mayen, den Richter Felsch, die Richterin Harsdorf-Gebhardt,\nden Richter Lehmann und die Richterin Dr. Bußmann\n\nam 8. Januar 2020\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Antragstellers auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe für eine Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des\n6. Zivilsenats des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken\nvom 16. Juli 2019 wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 I. Der Antragsteller begehrt vom Antragsgegner die Übersendung\nvon Kopien des internen Geschäftsverteilungsplans des 3. Zivilsenats\ndes Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken für das Jahr 2019. Dies\nhat der Antragsgegner abgelehnt und auf die Möglichkeit der Einsichtnahme bei der Geschäftsstelle des Oberlandesgerichts verwiesen.\n\n2 Den gegen diese Entscheidung gerichteten Antrag gemäß § 23\nEGGVG hat das Oberlandesgericht zurückgewiesen. Zur Begründung hat\nes ausgeführt, dass die §§ 21e, 21g GVG nur ein Recht auf \"Einsichtnahme\" in die Geschäftsverteilungspläne gewährten und sich das Begehren des Antragstellers darüber hinaus als rechtsmissbräuchlich darstelle.\n\n3 Zur Durchführung der vom Oberlandesgericht zugelassenen\nRechtsbeschwerde gegen diese Entscheidung beantragt der Antragsteller die Gewährung von Verfahrenskostenhilfe.\n\n4 II. Die beantragte Verfahrenskostenhilfe ist abzulehnen, weil die\nbeabsichtigte Rechtsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf Erfolg\nhat, § 76 Abs. 1 FamFG i.V.m. § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO.\n\n5 1. Allerdings steht allein das Fehlen eines vom Oberlandesgericht\nzutreffend verneinten Rechtsanspruchs auf Übersendung einer Kopie\ndes in Rede stehenden Geschäftsverteilungsplans einem Erfolg des Antragsbegehrens insoweit nicht entgegen, als über die Bewilligung einer\nsolchen Übersendung nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden ist\n(Senatsbeschluss vom 25. September 2019 - IV AR(VZ) 2/18, NJW 2019,\n3307 Rn. 25).\n\n6 2. Auf die Frage, ob der Antragsgegner dieses ihm eingeräumte\nErmessen bei seiner ablehnenden Entscheidung erkannt und fehlerfrei\nausgeübt hat, kommt es im Streitfall aber nicht an, weil das Oberlandesgericht das Begehren des Antragstellers rechtsfehlerfrei auch als\nrechtsmissbräuchlich angesehen hat, sodass es schon aus diesem\nGrunde keinen Erfolg haben kann.\n\n7 a) Als unzulässige Rechtsausübung oder Rechtsmissbrauch sind\nauch die Verwendung einer gesetzlichen Vorschrift in einer zweckfremden Weise und mit zweckfremdem Ziel und die Ausnutzung formeller\nMöglichkeiten der Gesetze entgegen ihrem unzweideutigen Rechtsgedanken anzusehen (BGH, Urteil vom 12. Juli 1951 - III ZR 168/50, BGHZ\n3, 94, 103 f. [juris Rn. 21]). Dies kann daher im Einzelfall auch bei der\nGeltendmachung eines grundsätzlich jedermann zustehenden Auskunftsanspruchs in Betracht kommen.\n\n8 b) Einen solchen Fall hat das Oberlandesgericht hier - anders als\ndie Vorinstanz in dem Verfahren, das dem Senatsbeschluss IV AR(VZ)\n\n2/18 vom 25. September 2019 (NJW 2019, 3307) zugrunde lag - rechtsfehlerfrei angenommen, indem es die Annahme rechtsmissbräuchlichen\nVerhaltens aus einer Gesamtschau des Vorbringens des Antragstellers in\ndiesem Verfahren sowie dessen Vorgehen auch in anderen Verfahren,\nwie es aus dem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm 15 VA 17/18\nvom 8. Mai 2018 ersichtlich sei (vgl. dazu auch den in den maßgeblichen\nPassagen wortgleichen Beschluss des OLG Hamm vom 8. Mai 2018,\n15 VA 12/18, veröffentlicht unter BeckRS 2018, 14982 und bei juris [dort\ninsbesondere Rn. 1-38 und 58-60]), hergeleitet hat.\n\n9 Insoweit handelt es sich um eine dem Tatrichter obliegende Beurteilung im Einzelfall, die aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden ist .\n\nMayen Felsch Harsdorf-Gebhardt\n\nLehmann Dr. Bußmann\n\nVorinstanzen:\nOLG Zweibrücken, Entscheidung vom 16.07.2019 - 6 VA 1/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-01-08/iv-za-14-19","cited_norms":[{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 76","ref_norm":"76","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 21e","ref_norm":"21e","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 21g","ref_norm":"21g","n":1},{"jurabk":"GVGEG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-01-08/iv-za-14-19","retrieved":"2026-10-24 07:58:49.469854+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-01-08/iv-za-14-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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