{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:041120B1STR559.19.0","court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2020-11-04","aktenzeichen":"1 StR 559/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 559/19\nvom\n4. November 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Steuerhinterziehung u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2020:041120B1STR559.19.0\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 4. November 2020 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Verurteilten vom 1. Oktober 2020 gegen\nden Senatsbeschluss vom 23. April 2020 wird auf seine Kosten\nzurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die innerhalb der Frist des § 356a Satz 2 StPO erhobene Anhörungsrüge\nist unbegründet. Der Senatsbeschluss verletzt nicht das rechtliche Gehör des\nVerurteilten (§ 356a StPO). Denn der Senat hat bei seiner Entscheidung weder\nzum Nachteil des Verurteilten Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu\ndenen dieser nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen des Verurteilten übergangen oder in sonstiger\nWeise dessen rechtliches Gehör verletzt.\n\n2 Der Verurteilte lässt zur Begründung seiner Anhörungsrüge vorbringen,\nder Senat habe das landgerichtliche Urteil unrichtig und gegen seinen Wortlaut\nausgelegt und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Soweit er\ndabei Formulierungen aus dem landgerichtlichen Urteil zitiert, sind diese Textstellen nicht geeignet, die dem Gesamtzusammenhang der Urteilsgründe zu entnehmende Feststellung des Landgerichts, dass Bauunternehmerleistungen von\nSeiten der E. nicht zu erbringen waren und auch nicht erbracht wurden (vgl.\ninsoweit neben UA S. 12 f. auch UA S. 56 f., sowie die Rückflüsse der auf die\n\n[Schein-]Rechnungen erbrachten Zahlungen), in Frage zu stellen. Bei den mit der\nAnhörungsrüge aufgegriffenen Formulierungen des Landgerichts handelt es sich\num bloße sprachliche Ungenauigkeiten, die – wie sich aus der Gesamtschau der\nUrteilsgründe hinreichend klar ergibt – ein dem des Senats abweichendes Verständnis nicht nahelegen. Teilweise sind die angesprochenen ungenauen Formulierungen zudem erkennbar der rechtlichen Fehlvorstellung des Landgerichts\nüber die Voraussetzungen der umsatzsteuermindernden Geltendmachung von\nVorsteuern geschuldet (vgl. Senatsbeschluss Rn. 17 ff.); so ist beispielsweise,\nsoweit im landgerichtlichen Urteil von „leistungsunterlegten“ Rechnungen die\nRede ist, offensichtlich gemeint, dass die in den Rechnungen ausgewiesenen\nLeistungen überhaupt (nicht aber durch die E. , wie sich insbesondere auch\naus UA S. 56 f. ergibt) erbracht wurden. Auch dem Verurteilten und der Verteidigung musste sich nach dem Gesamtzusammenhang der Urteilsgründe ein entsprechendes Verständnis des landgerichtlichen Urteils aufdrängen. Der Verurteilte setzt damit lediglich dem naheliegenden Verständnis des Senats eine andere, ihm günstigere Auslegung der Urteilsgründe entgegen. Ein Gehörsverstoß\nist damit nicht dargetan. Im Übrigen hätte der Senat auch in Kenntnis des Vorbringens des Verurteilten in der Anhörungsrüge (Schriftsätze vom 1. Oktober\n2020 und vom 29. Oktober 2020) keine andere Entscheidung getroffen.\n\nRaum Jäger Bellay\n\nHohoff Pernice\n\nVorinstanz:\nPotsdam, LG, 12.03.2019 - 430 Js 19218/13 Wi 25 KLs 10/15","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-11-04/1-str-559-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-11-04/1-str-559-19","retrieved":"2026-10-24 07:52:22.392884+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-11-04/1-str-559-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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