{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:040520BANWST.B.3.20.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2020-05-04","aktenzeichen":"AnwSt (B) 3/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwSt (B) 3/20\n\nvom\n\n4. Mai 2020\n\nin dem anwaltsgerichtlichen Verfahren\n\nwegen Verletzung anwaltlicher Berufspflichten\n\nECLI:DE:BGH:2020:040520BANWST.B.3.20.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch die Präsidentin des\nBundesgerichtshofs Limperg, den Richter Dr. Remmert und die Richterin\nGrüneberg sowie den Rechtsanwalt Dr. Wolf und die Rechtsanwältin Merk\n\nam 4. Mai 2020\n\ngemäß § 145 Abs. 5 Satz 1 und 2 BRAO einstimmig\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Rechtsanwalts gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 1. Senats des\nHessischen Anwaltsgerichtshofs vom 14. Oktober 2019\nwird zurückgewiesen.\n\nDer Rechtsanwalt hat die Kosten des Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nGründe:\n\n1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig.\n\n2 Nach § 145 Abs. 3 Satz 3 BRAO muss die grundsätzliche Rechtsfrage in\nder Beschwerdeschrift ausdrücklich bezeichnet werden. Daran fehlt es hier.\n\n3 In der Beschwerdeschrift des Rechtsanwalts ist keine Rechtsfrage ausdrücklich bezeichnet oder in einer Weise angesprochen, die den Anforderungen\ndes § 145 Abs. 3 Satz 3 BRAO genügen könnte.\n\n4 Soweit der Beschwerdeführer sich dagegen wendet, dass der Anwaltsgerichtshof ihn eines Verstoßes gegen § 43a Abs. 3 BRAO für schuldig befunden\nhat, behauptet er lediglich Fehler bei der Beweiswürdigung im vorliegenden\nEinzelfall. Eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung wird von ihm nicht\ndargetan und stellt sich insoweit auch nicht. Der vom Beschwerdeführer geltend\ngemachte Verstoß der Beweiswürdigung gegen die Unschuldsvermutung liegt\nnicht vor.\n\n5 Die Entscheidung des Anwaltsgerichtshofs beruht auch nicht auf einer\nVerletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Die\nRüge des Beschwerdeführers, das Anwaltsgericht habe seinem Verlegungsantrag unter Vorlage eines ärztlichen Attests über seine krankheitsbedingte Verhandlungsunfähigkeit zu Unrecht nicht stattgegeben und in seiner Abwesenheit\nverhandelt (§ 134 BRAO), greift bereits deshalb nicht durch, weil eine etwaige\nVerletzung des rechtlichen Gehörs durch das Anwaltsgericht jedenfalls durch\ndie erneute Sachprüfung durch den Anwaltsgerichtshof, an dessen mündlicher\nVerhandlung der Beschwerdeführer auch persönlich teilgenommen hat, geheilt\nwäre (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Mai 2004 - AnwZ (B) 48/03, juris Rn. 4;\nBeschluss vom 10. Dezember 2007 - AnwZ (B) 11/07, juris Rn. 4; Dittmann in\nHenssler/Prütting, BRAO, 5. Aufl., § 134 Rn. 12). Zudem dürfte das Anwaltsgericht zu Recht angenommen haben, dass der Verlegungsantrag des Beschwerdeführers und das von ihm beigefügte ärztliche Attest nicht den Anforderungen\nder Senatsrechtsprechung an die Glaubhaftmachung einer krankheitsbedingten\n\nVerhandlungsunfähigkeit (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2017\n- AnwZ (Brfg) 41/17, juris Rn. 16) genügten.\n\nLimperg Remmert Grüneberg\n\nWolf Merk\n\nVorinstanzen:\nANWG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 29.04.2019 - I AG 21/18 -\nAGH Frankfurt am Main, Entscheidung vom 14.10.2019 - 1 AGH 5/19 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-04/anwst-b-3-20","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 145","ref_norm":"145","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 43a","ref_norm":"43a","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 134","ref_norm":"134","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-04/anwst-b-3-20","retrieved":"2026-10-24 07:51:19.454503+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-05-04/anwst-b-3-20","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2020-05-04","dockets":["AnwSt (B) 3/20"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:040520BANWST.B.3.20.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:040520BANWST.B.3.20.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 04.05.2020 – AnwSt (B) 3/20","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-05-04/anwst-b-3-20","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde des Rechtsanwalts gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 1. 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