{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-11_NA_2020-03-03_XI_ZR_189_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:030320BXIZR189.19.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2020-03-03","aktenzeichen":"XI ZR 189/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 189/19\n\nvom\n\n3. März 2020\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2020:030320BXIZR189.19.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 3. März 2020 durch den\nVizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Joeres und Dr. Matthias,\ndie Richterin Dr. Menges und den Richter Dr. Schild von Spannenberg\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Kläger gegen den Beschluss des Senats\nvom 21. Januar 2020 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die Anhörungsrüge ist zurückzuweisen, weil das als übergangen gerügte\nVorbringen vom Senat geprüft und nicht für durchgreifend erachtet worden ist,\n§ 321a Abs. 4 Satz 3 ZPO. Der Senat hat auch keine Hinweispflichten nach\n§ 139 Abs. 2 Satz 1 ZPO verletzt.\n\n2 Der Senat hat in seinem Beschluss vom 21. Januar 2020 (XI ZR 189/19,\nWM 2020, 371) bereits dargelegt, dass die durch das als Beleg angeführte Zitat\nnicht gestützte Auffassung der Generalanwältin vom 11. Juli 2019 (C-355, 356,\n357, 479/18, juris Rn. 76), eine Verwirkung des Widerspruchsrechts komme bei\nVersicherungsverträgen unter den dort genannten Bedingungen nicht in Betracht, keinen Anlass gibt, unter unionsrechtlichen Gesichtspunkten an der Anwendbarkeit des § 242 BGB auf das Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen zu zweifeln. Entgegen der Ansicht der Kläger lag weder im Zeitpunkt\nder Einlegung noch der Begründung der Beschwerde ein Zulassungsgrund vor.\nDass der Gerichtshof der Europäischen Union in seinem Urteil vom\n19. Dezember 2019 (C-355, 356, 357, 479/18 \"Rust-Hackner\" u.a., juris\nRn. 91 ff.) den von der Generalanwältin geäußerten Gedanken nicht aufge-\n\nnommen hat, war im Lichte seiner Rechtsprechung konsequent. Eines Hinweises auf dieses Urteil, das wie die sonst einschlägige Rechtsprechung des Gerichtshofs zu kennen und mitzuverfolgen von einem Rechtsanwalt zumal dann\nerwartet werden muss (vgl. BGH, Urteile vom 21. September 2000\n- IX ZR 127/99, WM 2000, 2431, 2435 und vom 23. September 2010 -\nIX ZR 26/09, WM 2010, 2050 Rn. 17), wenn er ein bestimmtes, noch nicht abgeschlossenes Verfahren vor dem Gerichtshof zur Grundlage der Argumentation in seiner Rechtsmittelschrift macht, bedurfte es vor der Beschlussfassung\ndes Senats am 21. Januar 2020 nicht.\n\n3 Im Übrigen gäbe auch der mit der Anhörungsrüge weiter gehaltene Vortrag ohne Rücksicht darauf, ob er im Lichte des § 544 Abs. 4 Satz 1 ZPO (früher: § 544 Abs. 2 Satz 1 ZPO) beachtlich sein könnte, keinen Anlass zu einer\nabweichenden Entscheidung. Der Senat hat bereits mit Beschluss vom\n21. Januar 2020 (XI ZR 189/19, WM 2020, 371) näher dargelegt, dass die Unterscheidung zwischen \"durchgeführten\" und noch nicht beendeten Verträgen in\nder Rechtsprechung des Gerichtshofs angelegt ist und der Rechtsprechung des\nSenats zu § 242 BGB zugrunde liegt. Die dem Urteil des Gerichtshofs vom\n19. Dezember 2019 (C-355, 356, 357, 479/18 \"Rust-Hackner\" u.a., juris\nRn. 91 ff.) von den Klägern unterlegte Aussage, sofern es keinen spezialgesetzlichen Erlöschenstatbestand nach Beendigung eines Verbrauchervertrags gebe,\nkönnten auch die zur Verwirkung entwickelten allgemeinen Grundsätze nach\nBeendigung des Vertrags nicht angewandt werden, findet sich dort - auch nicht\nan der von den Klägern zitierten Stelle (aaO, Rn. 96 f., 98) - nicht. Sie ist auch\nden sonst von den Klägern mit ihrer Anhörungsrüge angeführten Urteilen des\nGerichtshofs vom 10. Mai 2001 (C-144/99 \"Kommission/Niederlande\",\nSlg. 2001, I-3541 Rn. 17) und vom 4. Dezember 2003 (C-63/01 \"Evans\",\nSlg 2003, I-14447 Rn. 17) nicht zu entnehmen.\n\n4 Auf die weiteren Ausführungen der Kläger unter dem Aspekt der \"Entscheidungserheblichkeit\" dazu, sie hätten nicht sämtliche Pflichtangaben erhalten, weshalb die Widerrufsfrist nicht angelaufen sei, kommt es schon deshalb\nnicht an, weil das Berufungsgericht - mit der Beschwerde nicht erheblich angegriffen - die Zurückweisung der Berufung ausschließlich auf den Gesichtspunkt\nder Verwirkung gestützt hat (vgl. im Übrigen Senatsbeschluss vom 11. Februar\n2020 - XI ZR 648/18, juris Rn. 12 ff.).\n\n5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen, der im Anwendungsbereich des § 321a Abs. 4 Satz 5\nZPO entsprechend gilt (st. Rspr., vgl. BVerfGK 18, 301, 307; Senatsbeschlüsse\nvom 9. August 2017 - XI ZR 200/17, juris Rn. 3, vom 25. April 2018\n- XI ZR 589/17, juris Rn. 2 und vom 21. November 2019 - XI ZR 500/18, juris\nRn. 1).\n\nEllenberger Joeres Matthias\n\nMenges Schild von Spannenberg\n\nVorinstanzen:\nLG Mönchengladbach, Entscheidung vom 20.09.2018 - 3 O 45/18 -\nOLG Düsseldorf, Entscheidung vom 13.03.2019 - I-17 U 192/18 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-03/xi-zr-189-19","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":3},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 242","ref_norm":"242","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 139","ref_norm":"139","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-03/xi-zr-189-19","retrieved":"2026-10-24 08:02:08.198320+00:00"},"card":{"id":"bgh/2020-03-03/xi-zr-189-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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