{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2020-03-03_5_StR_28_20_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2020:030320B5STR28.20.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2020-03-03","aktenzeichen":"5 StR 28/20","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 28/20\n\nvom\n3. März 2020\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2020:030320B5STR28.20.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 3. März 2020 gemäß § 349 Abs. 2\nund 4 sowie entsprechend § 354 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 24. Oktober 2019 dahingehend geändert,\ndass er wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht\ngeringer Menge in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe\nvon einem Jahr und sieben Monaten verurteilt ist, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Besitz von Betäubungsmitteln, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von\neinem Jahr und acht Monaten verurteilt, die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung ausgesetzt und acht Monate der verhängen Strafe als vollstreckt erklärt. Die Revision erzielt mit der nicht näher ausgeführten Sachrüge den aus\n\nder Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg und ist im Übrigen im Sinne von §\n349 Abs. 2 StPO unbegründet.\n\n2 Der tateinheitliche Schuldspruch wegen Besitzes von Betäubungsmitteln\nim Fall III.1 der Urteilsgründe hat zu entfallen, weil insoweit Verjährung eingetreten ist. Nach Anklageerhebung am 3. Mai 2012 bezüglich dieser Tat sind bis\nzum Eröffnungsbeschluss am 7. November 2018 keine verjährungsunterbrechenden Maßnahmen (§ 78c StGB) erfolgt, so dass die – für jedes tateinheitliche Delikt gesondert zu prüfende – Verjährungsfrist am 3. Mai 2017 ablief (§ 29\nAbs. 1 Nr. 1 BtMG i.V.m. § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB).\n\n3 Weil die Strafkammer die tateinheitliche Verwirklichung des Besitzes\nausdrücklich strafschärfend gewertet hat, kann der Senat nicht ausschließen,\ndass die für Tat III.1 verhängte Einzelstrafe – und damit auch die Gesamtfreiheitsstrafe – auf dem Rechtsfehler beruht. Um jede Beschwer des Angeklagten\nund eine weitere Verzögerung des bereits unmäßig lange dauernden Verfahrens zu verhindern, setzt der Senat entsprechend § 354 Abs. 1 StPO die Einzelstrafe für Fall III.1 auf die gesetzliche Mindeststrafe von drei Monaten fest (§\n29a Abs. 2 BtMG) und reduziert die Gesamtfreiheitsstrafe auf die nach § 54\nAbs. 1 StGB niedrigst mögliche. Die Kompensationsentscheidung wird hiervon\nnicht berührt.\n\n4 Angesichts des lediglich geringfügigen Erfolgs ist es nicht unbillig, den\nBeschwerdeführer mit den gesamten Kosten des Rechtsmittels zu belasten\n(vgl. § 473 Abs. 4 StPO).\n\nMutzbauer Berger Mosbacher\n\nKöhler von Häfen\n\nVorinstanz:\nHamburg, LG, 24.10.2019 - 6051 Js 12/12 632 KLs 9/12 2 Ss 1/20","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2020-03-03/5-str-28-20","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":2},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29a","ref_norm":"29a","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 78c","ref_norm":"78c","n":1},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29","ref_norm":"29","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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