{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:260819BXIZR574.17.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2019-08-26","aktenzeichen":"XI ZR 574/17","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 574/17\n\nvom\n\n26. August 2019\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2019:260819BXIZR574.17.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. August 2019 durch den\nVizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Grüneberg und\nDr. Matthias, die Richterin Dr. Derstadt sowie den Richter Dr. Tolkmitt\n\nbeschlossen:\n\nDie Gegenvorstellung des Prozessbevollmächtigten der Klägerin\ngegen die Streitwertfestsetzung im Beschluss des Senats vom\n2. April 2019 wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die im eigenen Namen und damit nach § 32 Abs. 2 Satz 1 RVG aus eigenem Recht des Prozessbevollmächtigten erhobene Gegenvorstellung ist zulässig, aber unbegründet. Der vom Senat im angefochtenen Beschluss festgesetzte Streitwert von 320.000 € trifft zu.\n\n2 1. Der Streitwert der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend den Klageantrag zu 1. ist mit 279.142,08 € zu bemessen.\n\n3 a) Der Streitwert einer Klage, die auf \"Freistellung\" von allen bestehenden oder künftigen Verpflichtungen aus einem Vertrag und damit der Sache\nnach auf eine negative Feststellung gerichtet ist (Senatsbeschlüsse vom\n22. Januar 2013 - XI ZR 471/11, NJW-RR 2013, 948 Rn. 13 und - XI ZR\n472/11, juris Rn. 13; BGH, Urteil vom 22. Oktober 2015 - III ZR 265/14, juris\nRn. 33; Senatsurteile vom 26. Juli 2016 - XI ZR 352/14, BKR 2017, 83 Rn. 26\nund vom 5. Juli 2016 - XI ZR 254/15, WM 2016, 1831 Rn. 37), bemisst sich\ngemäß § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG, § 3 ZPO nach der Höhe der Forderung, der\n\nsich der Beklagte berühmt (vgl. nur BGH, Beschluss vom 9. Juni 2015 - IX ZR\n257/14, juris Rn. 3; Zöller/Herget, ZPO, 32. Aufl., § 3 Rn. 16 Stichwort \"Feststellungsklagen\"). Maßgeblich ist nach § 40 GKG der Zeitpunkt der Einlegung des\nRechtsmittels, hier der Nichtzulassungsbeschwerde.\n\n4 b) Nach diesen Grundsätzen bemisst sich vorliegend der Wert des Klageantrags zu 1. nach dem Saldo der wechselseitigen Zahlungspflichten am\nSchlusstag des Swap-Vertrages. Die für die Zeit nach Beendigung des Swaps\nvon der Beklagten geforderten Zinsen auf den von der Klägerin geschuldeten\nCHF-Betrag, mit welchen sie das CHF-Konto der Klägerin belastete, bleiben\nhingegen als Nebenforderungen nach § 4 ZPO außer Betracht. Da die Fremdwährungsbeträge bislang nicht in EUR umgetauscht wurden, ist der Umrechnungskurs zum Zeitpunkt der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde maßgeblich.\n\n5 aa) Zum Laufzeitende des Swap-Vertrags belief sich das ZAR-Guthaben\nauf dem Fremdwährungskonto der Klägerin auf 5.558.833,47 ZAR, worin die\nSchusszahlung in Höhe von 4.568.800 ZAR enthalten war. Dieser Betrag entsprach am 19. September 2017 ausweislich der Devisenkursstatistik Oktober\n2017 der Bundesbank bei einem Euro-Referenzkurz der Europäischen Zentralbank in Höhe von 15,9446 ZAR einem Betrag von 348.634,24 €. Zum Laufzeitende stand dem eine Forderung der Beklagten in Höhe von 800.000 CHF gegenüber, was ausweislich der vorgenannten Devisenstatistik am 19. September\n2017 bei einem Euro-Referenzkurs von 1,1535 CHF einem Betrag von\n693.541,40 € entsprach. Demgemäß bestand zu diesem Stichtag ein negativer\nSaldo in Höhe von 344.907,16 € zu Lasten der Beklagten. Von diesem Betrag\nsind bereits erhaltene Zinszahlungen in Höhe von 65.765,08 € in Abzug zu\nbringen, welche die Klägerin der Beklagten ausweislich der beantragten Zug-\n\num-Zug-Verurteilung zugesteht. Daraus errechnet sich ein Wert in Höhe von\n279.142,08 €.\n\n6 bb) Der sich zu Lasten der Klägerin ergebende negative Saldo der\nFremdwährungskonten in Höhe von 587.000 € zum Stichtag 6. Oktober 2016,\nden die Beklagte im Rahmen der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht\nmitgeteilt hat und der die Grundlage für die Streitwertbemessung durch das Berufungsgericht bildete, enthält offensichtlich Zinsforderungen der Beklagten auf\nden von der Klägerin geschuldeten CHF-Betrag, die als Nebenforderungen zu\nbewerten sind. Aus diesem Grund gibt dieser Betrag - ungeachtet dessen, dass\ner den Saldo der Währungskonten nicht zum maßgeblichen Zeitpunkt der Einlegung des Rechtsmittels abbildet - entgegen der Auffassung der Gegenvorstellung den nach §§ 3 ff. ZPO zu ermittelnden Wert nicht zutreffend wieder.\n\n7 2. Der Feststellungsantrag zu 3. ist mangels entsprechender Wertangaben pauschal mit 15.000 € zu beziffern. Die mit dem Zahlungsantrag zu 5. geltend gemachten vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten sind als Nebenforderung\nnach § 4 Abs. 1 ZPO nicht zu berücksichtigen. Ob auch die mit dem Zahlungsantrag\n\nzu 2. begehrten vorgerichtlichen Gutachterkosten in Höhe von 4.165 € eine Nebenforderung nach § 4 Abs. 1 ZPO darstellen, braucht der Senat nicht zu entscheiden, weil sich selbst bei einer Berücksichtigung daraus kein weiterer Gebührensprung ergibt.\n\nEllenberger Grüneberg Matthias\n\nDerstadt Tolkmitt\n\nVorinstanzen:\nLG München I, Entscheidung vom 17.02.2017 - 22 O 14332/16 -\nOLG München, Entscheidung vom 11.08.2017 - 5 U 989/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-08-26/xi-zr-574-17","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 40","ref_norm":"40","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 48","ref_norm":"48","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-08-26/xi-zr-574-17","retrieved":"2026-10-24 08:02:06.937538+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-08-26/xi-zr-574-17","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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