{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:260619B3STR575.18.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2019-06-26","aktenzeichen":"3 StR 575/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 575/18\n\nvom\n26. Juni 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen versuchten Mordes u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nECLI:DE:BGH:2019:260619B3STR575.18.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Juni 2019 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Verurteilten vom 11. Juni 2019 gegen\nden Senatsbeschluss vom 16. Mai 2019 wird verworfen.\n\nDer Verurteilte hat die Kosten seines Rechtsbehelfs zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hat die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 7. März 2018 mit Beschluss vom 16. Mai 2019\ngemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen. Dagegen wendet sich der Verurteilte mit\nder durch seinen ausschließlich dafür mandatierten Verteidiger erhobenen Anhörungsrüge (§ 356a StPO), mit der das gesamte Vorbringen aus der Revisionsbegründung durch Einrücken dieses Schriftsatzes wiederholt wird.\n\n2 Der Rechtsbehelf ist unbegründet. Der Senat hat bei seiner Entscheidung weder Verfahrensstoff verwertet, zu dem der Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen.\n\n3 Dass der Senat der Rechtsauffassung der Revision nicht gefolgt ist, begründet ebenso wenig eine Gehörsverletzung wie der Umstand, dass die Entscheidung durch nicht näher begründeten Beschluss nach § 349 Abs. 2 StPO\nergangen ist. Dem Anspruch des Verurteilten auf rechtliches Gehör (Art. 103\nAbs. 1 GG) ist im Verfahren nach § 349 Abs. 2 StPO durch die gesetzlich zwingend vorgeschriebene Übermittlung der mit Gründen versehenen Antragsschrift\nder Staatsanwaltschaft bei dem Revisionsgericht (§ 349 Abs. 3 Satz 1 StPO)\n\nsowie durch die Möglichkeit einer Gegenerklärung (§ 349 Abs. 3 Satz 2 StPO)\nGenüge getan (BVerfG, Beschluss vom 20. Juni 2007 - 2 BvR 746/07, juris\nRn. 22 mwN). Um bei diesem Verfahrensstand nach § 349 Abs. 2 StPO entscheiden zu können, muss sich das Revisionsgericht nur im Ergebnis, nicht\naber auch in allen Teilen der Begründung dem Antrag der Staatsanwaltschaft\nanschließen. In diesen Fällen ist es auch verfassungsrechtlich nicht geboten,\ndie Entscheidung des Revisionsgerichts zu begründen (vgl. zu allem BVerfG,\nBeschlüsse vom 21. Januar 2002 - 2 BvR 1225/01, NStZ 2002, 487, 488 f.; vom\n30. Juni 2014 - 2 BvR 792/11, NJW 2014, 2563, 2564). Schließlich bedurfte es\nvorliegend - entgegen der Auffassung des Verteidigers - keiner Belehrung nach\n§ 356a Satz 4 StPO, weil die Entscheidung des Senats nicht nach Durchführung einer Revisionshauptverhandlung in Abwesenheit des Angeklagten und\neines vertretungsberechtigten Verteidigers im Sinne von § 350 Abs. 2 Satz 1\nStPO durch Urteil ergangen ist. Nur in diesen Fällen besteht die durch das Gesetz zur Stärkung des Rechts des Angeklagten auf Anwesenheit in der Verhandlung vom 17. Dezember 2018 (BGBl. 2018 I 2571) eingeführte Belehrungspflicht (vgl. KK-Gericke, StPO, 8. Aufl., § 356a Rn. 16).\n\nSchäfer Gericke Berg\n\nHoch Anstötz","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-26/3-str-575-18","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":6},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 350","ref_norm":"350","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-26/3-str-575-18","retrieved":"2026-10-24 07:54:31.942959+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-06-26/3-str-575-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. Strafsenat","date":"2019-06-26","dockets":["3 StR 575/18"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:260619B3STR575.18.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:260619B3STR575.18.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 26.06.2019 – 3 StR 575/18","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-26/3-str-575-18","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Anhörungsrüge des Verurteilten vom 11. Juni 2019 gegen\nden Senatsbeschluss vom 16. Mai 2019 wird verworfen.\n\nDer Verurteilte hat die Kosten seines Rechtsbehelfs zu tragen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":6},{"id":"StPO/356a","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"356a","label":"§ 356a StPO","mentions":2},{"id":"GG/103","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"103","label":"Art 103 GG","mentions":1},{"id":"StPO/350","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"350","label":"§ 350 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:54:31.942959+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}