{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:250619B2STR57.19.0","court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2019-06-25","aktenzeichen":"2 StR 57/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n2 StR 57/19\nvom\n25. Juni 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen besonders schwerer sexueller Nötigung u. a.\n\nECLI:DE:BGH:2019:250619B2STR57.19.0\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts – zu Ziffer 2. auf dessen Antrag – am\n25. Juni 2019 gemäß § 349 Abs. 2 und 4, § 354 Abs. 1 StPO analog beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 26. Juli 2018 im Adhäsionsausspruch, soweit es den Schadensersatzanspruch betrifft, wie\nfolgt abgeändert:\n\nDer Angeklagte wird verurteilt, an die Nebenklägerin\nSchadensersatz in Höhe von 729,95 Euro nebst Zinsen in Höhe\nvon 4 Prozentpunkten für die Zeit vom 26. Oktober 2017 bis\nzum 23. April 2018 und in Höhe von 5 Prozentpunkten über\ndem Basiszinssatz ab dem 24. April 2018 zu zahlen.\n\nHinsichtlich der weiter gehenden Zinsforderung wird von einer\nEntscheidung abgesehen.\n\n2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels, die insoweit durch das Adhäsionsverfahren entstandenen besonderen Kosten und die der Neben- und Adhäsionsklägerin erwachsenen notwendigen Auslagen zu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen besonders schwerer sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie wegen\nDiebstahls zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten\nverurteilt, die Einziehung von Wertersatz angeordnet und eine Adhäsionsentscheidung getroffen. Die Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung\nformellen und materiellen Rechts beanstandet, hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen geringen Teilerfolg; im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 1. Der Verfahrensrüge bleibt aus den in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts genannten Gründen der Erfolg versagt.\n\n3 2. Die auf die Sachrüge veranlasste umfassende Überprüfung des Urteils\nhat zum Schuld- und Strafausspruch keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.\n\n4 3. Die Adhäsionsentscheidung hält rechtlicher Prüfung demgegenüber\nnicht in vollem Umfang stand.\n\n5 a) Allerdings weist die Verurteilung des Angeklagten, an die Nebenklägerin Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 Euro nebst Zinsen in Höhe von\n5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 24. April 2018 und Schadensersatz in Höhe von 729,95 Euro zu zahlen, keinen Rechtsfehler zu seinem\nNachteil auf.\n\n6 b) Jedoch begegnet die Entscheidung des Landgerichts, den Schadensersatzanspruch mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem\n26. Oktober 2017 zu verzinsen, rechtlichen Bedenken.\n\n7 Entsprechend den Ausführungen des Generalbundesanwalts in seiner\nAntragsschrift vom 4. März 2018 hat die Nebenklägerin Anspruch auf Prozesszinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz aus dem ihr zuerkannten Schadensersatzbetrag gemäß § 404 Abs. 2 StPO, § 291 Satz 1\nBGB, § 187 Abs. 1 BGB analog erst ab dem auf den Eintritt der Rechtshängigkeit des Zahlungsanspruchs folgenden Tag. Rechtshängigkeit ist vorliegend mit\nAdhäsionsantragsstellung am 23. April 2018 eingetreten, so dass Prozesszinsen ab dem 24. April 2018 zu zahlen sind (BGH, Beschluss vom 5. Dezember\n2018 – 4 StR 292/18, NStZ-RR 2019, 96 mit zahlreichen Nachweisen).\n\n8 Das Landgericht hat zwar keine Feststellungen getroffen, die einen Verzugseintritt aus besonderen Gründen bereits zum 26. Oktober 2017 rechtfertigen. Entgegen der Auffassung des Generalbundesanwalts ist insoweit jedoch\nnicht gänzlich von einer Entscheidung abzusehen. Denn vom 26. Oktober 2017\nbis zum 23. April 2018 ist der Schadensersatzanspruch gemäß §§ 849, 246\nBGB in Höhe von 4 Prozentpunkten zu verzinsen (vgl. BGH, Urteil vom\n26. November 2007 – II ZR 167/06, NJW 2008, 1084; vgl. auch BGH,\nBeschluss vom 2. Dezember 2015 – 4 StR 411/15).\n\n9 Der Senat hat die Entscheidung daher in entsprechender Anwendung\ndes § 354 Abs. 1 StPO abgeändert. Hinsichtlich der weiter gehenden Zinsforderung wird von einer Entscheidung abgesehen.\n\n10 4. Der allein einen Teil des Adhäsionsausspruchs betreffende Aufhebungsantrag des Generalbundesanwalts zwingt den Senat nicht, die Revision\ngemäß § 349 Abs. 5 StPO durch Urteil zu verwerfen (vgl. Senat, Beschluss vom\n26. Februar 2019 – 2 StR 358/17, juris Rn. 11; BGH, Beschluss vom\n2. September 2014 – 3 StR 346/14, NStZ-RR 2014, 350, 351).\n\n11 5. Angesichts des geringen Erfolges der Revision ist es nicht unbillig, den\nAngeklagten mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten (§ 473\nAbs. 4 StPO).\n\nFranke Appl Eschelbach\n\nZeng Meyberg","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-25/2-str-57-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 187","ref_norm":"187","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 246","ref_norm":"246","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 291","ref_norm":"291","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 849","ref_norm":"849","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 404","ref_norm":"404","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-25/2-str-57-19","retrieved":"2026-10-24 07:53:24.258129+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-06-25/2-str-57-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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