{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:221019B5STR507.19.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2019-10-22","aktenzeichen":"5 StR 507/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n5 StR 507/19\n\nvom\n22. Oktober 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Körperverletzung u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2019:221019B5STR507.19.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 22. Oktober 2019 gemäß § 346 Abs. 2 StPO beschlossen:\n\nDer gegen den Beschluss des Landgerichts Hamburg vom\n14. August 2019 gerichtete Antrag des Angeklagten auf Entscheidung des Revisionsgerichts wird verworfen.\n\nGründe:\n\n1 1. Das Landgericht hat den Angeklagten mit Urteil vom 8. Mai 2019 vom\nVorwurf der Köperverletzung in mehreren Fällen und anderer Delikte freigesprochen sowie seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus\nangeordnet. Hiergegen richtet sich die Revision des Angeklagten. Mit Beschluss vom 14. August 2019 hat das Landgericht das Rechtsmittel gemäß §\n346 Abs. 1 StPO als unzulässig verworfen, da keine Revisionsanträge innerhalb\nder Frist des § 345 Abs. 1 StPO gestellt wurden. Mit Schreiben vom 20. August\n2019 legte der Angeklagte „Widerspruch“ gegen den – ihm am 19. August 2019\nzugestellten – Beschluss ein. Zur Begründung hat er ausgeführt, dass er bereits\nam Tag der Urteilsverkündung schriftliche Unterlagen mit Revisionsanträgen\nund eine entsprechende mündliche Erklärung in der Hauptverhandlung abgegeben habe.\n\n2 2. Der als Antrag auf Entscheidung des Revisionsgerichts gemäß § 346\nAbs. 2 Satz 1 StPO auszulegende „Widerspruch“ (§ 300 StPO) ist unbegründet,\nda das Landgericht die Revision des Angeklagten mangels frist- und formgerechter Revisionsbegründung (§ 345 StPO) zu Recht gemäß § 346 Abs. 2 StPO\nals unzulässig verworfen hat.\n\n3 Entgegen der Ansicht des Antragstellers handelt es sich weder bei den\nam letzten Verhandlungstag übergebenen handschriftlichen Unterlagen noch\nbei seiner mündlichen Erklärung in der Hauptverhandlung um eine formgerecht\nangebrachte Revisionsbegründung im Sinne des § 345 StPO. Hinsichtlich der\nschriftlichen Äußerungen mangelt es an der erforderlichen Form. Denn der Angeklagte selbst kann die Revisionsanträge und ihre Begründung nur durch eine\npersönliche Erklärung zu Protokoll der Geschäftsstelle des Gerichts, dessen\nUrteil angefochten wird, oder – falls er sich nicht auf freiem Fuß befindet – zu\nProtokoll der Geschäftsstelle des Amtsgerichts, in dessen Bezirk die Anstalt\nliegt (§ 299 StPO), anbringen (§ 345 Abs. 2 StPO). Bei der mündlichen Erklärung handelt es sich ausweislich des Hauptverhandlungsprotokolls allein um die\nRevisionseinlegung und nicht zugleich um die Revisionsbegründung (vgl. hierzu\nKK-Gericke, StPO, 8. Aufl., § 345 Rn. 9).\n\n4 Eine Wiedereinsetzung in den Stand vor Versäumung der Revisionsbegründungsfrist von Amts wegen kommt aus den Gründen der Antragsschrift des\nGeneralbundesanwalts nicht in Betracht.\n\nMutzbauer Schneider König\n\nBerger Köhler\n\nVorinstanz:\nHamburg, LG, 08.05.2019 - 2405 Js 311/17 616 KLs 20/18 2405 Js 478/17\n2405 Js 825/17 7","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-10-22/5-str-507-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 346","ref_norm":"346","n":4},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 345","ref_norm":"345","n":4},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 299","ref_norm":"299","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 300","ref_norm":"300","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-10-22/5-str-507-19","retrieved":"2026-10-24 07:56:33.924551+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-10-22/5-str-507-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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