{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:211119BXIZR500.18.0","court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2019-11-21","aktenzeichen":"XI ZR 500/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 500/18\n\nvom\n\n21. November 2019\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2019:211119BXIZR500.18.0\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. November 2019 durch\nden Vizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Grüneberg und\nMaihold sowie die Richterinnen Dr. Menges und Dr. Derstadt\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Klägers gegen den Beschluss des Senats\nvom 15. Oktober 2019 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\nDie Gegenvorstellung des Klägers gegen die Festsetzung des\nStreitwerts in diesem Beschluss des Senats wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Die Anhörungsrüge ist zurückzuweisen, da das als übergangen gerügte Vorbringen vom Senat geprüft und nicht für durchgreifend erachtet worden\nist. Von einer näheren Begründung wird nach § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO\nabgesehen, der im Anwendungsbereich des § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO entsprechend anwendbar ist (vgl. BVerfGK 18, 301, 307; Senatsbeschlüsse vom\n9. August 2017 - XI ZR 200/17, juris Rn. 3 und vom 25. April 2018 - XI ZR\n589/17, juris Rn. 2, jeweils mwN).\n\n2 2. Die gegen die Wertfestsetzung in diesem Beschluss gerichtete Gegenvorstellung ist zulässig, insbesondere innerhalb der analog geltenden\nsechsmonatigen Frist gemäß § 68 Abs. 1 Satz 3, § 63 Abs. 3 Satz 2 GKG (vgl.\nSenatsbeschlüsse vom 13. Januar 2014 - XI ZR 376/12, juris Rn. 2, vom\n\n22. November 2016 - XI ZR 305/14, NJW 2017, 739 Rn. 1 und vom 24. Juli\n2018 - XI ZR 740/17, juris Rn. 1) erhoben worden.\n\n3 In der Sache hat die Gegenvorstellung keinen Erfolg, weil die erfolgte\nWertfestsetzung zutreffend ist.\n\n4 a) Der Kläger hat mit der Berufung zuletzt neben der Zurückverweisung\ndes Rechtsstreits an die erste Instanz im Wesentlichen die Feststellung der\nUnwirksamkeit des von den Parteien geschlossenen Darlehensvertrags vom\n30. Januar 2007 über 1,2 Millionen € wegen Verletzung von Verbraucherschutzbestimmungen, wegen Nichtigkeit aufgrund Sittenwidrigkeit, wegen Widerrufs und äußerst hilfsweise aufgrund mehrerer Kündigungserklärungen begehrt. Das Berufungsgericht hat diese Klageanträge zurückgewiesen. Der Kläger hat sie mit der Nichtzulassungsbeschwerde weiterverfolgt.\n\n5 Die Feststellungsbegehren des Klägers sind auf das einheitliche wirtschaftliche Ziel gerichtet, den Darlehensvertrag als Rechtsgrundlage erbrachter\nLeistungen auszuschließen. Demnach kann nach den Grundsätzen des\n§ 45 Abs. 1 Satz 2 und 3 GKG einheitlich vom höchsten Wert, hier dem Wert\ndes auf den Widerruf gestützten Feststellungsbegehrens, ausgegangen werden.\n\n6 Begehrt ein Darlehensnehmer die Feststellung, dass ein Darlehensvertrag, der im Fall eines wirksamen Widerrufs gemäß § 357 Abs. 1 Satz 1 BGB in\nder hier maßgeblichen bis zum 12. Juni 2014 geltenden Fassung gemäß\n§§ 346 ff. BGB rückabzuwickeln ist, aufgrund eines Widerrufs beendet ist, so\nsind für den Streitwert die bis zum Widerruf erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen maßgeblich (vgl. Senatsbeschlüsse vom 12. Januar 2016\n- XI ZR 366/15, WM 2016, 454 Rn. 6 ff., vom 4. März 2016 - XI ZR 39/15, BKR\n\n2016, 204 Rn. 2, vom 10. Juli 2018 - XI ZR 613/17, juris Rn. 2 und vom 16. Juli\n2019 - XI ZR 538/18, juris Rn. 5).\n\n7 Der Wert dieser Zins- und Tilgungsleistungen ist anhand der vom Kläger\nim Laufe des Rechtsstreits dafür gelieferten Anhaltspunkte nach § 3 ZPO zu\nschätzen. Nach den vertraglichen Vereinbarungen vom 31. Januar 2007 und\nvom 30. März 2009 (Anlage 1 zum Schriftsatz vom 18. August 2016, S. 3 und\nS. 7), unter Berücksichtigung der weiter hinausgeschobenen Valutierung des\nDarlehens (vgl. Klageschrift vom 20. November 2015, S. 9) sowie in Anbetracht\nder späteren Berichtigung der Zinsberechnung durch die Beklagte (vgl. Anlagenband II, S. 391 ff.) können die bis zur Erklärung des Widerrufs am\n30. September 2015 erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen auf jedenfalls\n350.000 € geschätzt werden, was der Senat im Hinblick auf die vorliegende besondere prozessuale Situation mit einem Streitwert für das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde von bis zu 290.000 € bewertet hat (vgl. dazu auch\nBGH, Beschluss vom 13. Mai 2013 - VII ZR 223/11, juris Rn. 1; Zöller/Greger,\nZPO, 32. Aufl., § 256 Rn. 30).\n\n8 b) Entgegen der Auffassung des Klägers ist der Wert seiner Zwischenfeststellungsanträge nicht auf den Wert der von ihm im selben Verfahren angekündigten, allerdings bislang nicht gestellten Auskunfts- und Zahlungsansprüche beschränkt. Denn eine Zwischenfeststellungsklage übersteigt den Wert der\n\nHauptklage, wenn - wie hier - eine Entscheidung über sie eine über den Regelungsbereich dieser Hauptklage hinausgehende Bedeutung besitzt (vgl. BGH,\nBeschluss vom 9. Oktober 1991 - XII ZR 81/91, WM 1991, 2121, 2122; siehe\ndazu auch MünchKommZPO/Becker-Eberhard, 5. Aufl., § 256 Rn. 96;\nBeckOKZPO/Bacher, 34. Ed. 1. September 2019, § 256 Rn. 50).\n\nEllenberger Grüneberg Maihold\n\nMenges Derstadt\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 25.04.2017 - 21 O 486/15 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 09.08.2018 - 4 U 15/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-21/xi-zr-500-18","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 346","ref_norm":"346","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-21/xi-zr-500-18","retrieved":"2026-10-24 08:02:07.535380+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-11-21/xi-zr-500-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"11. 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