{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-07_NA_2019-02-20_VII_ZR_158_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:200219BVIIZR158.18.0","court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2019-02-20","aktenzeichen":"VII ZR 158/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZR 158/18\n\nvom\n\n20. Februar 2019\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2019:200219BVIIZR158.18.0\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Februar 2019 durch den\nVorsitzenden Richter Pamp, die Richter Halfmeier und Dr. Kartzke sowie die\nRichterinnen Sacher und Dr. Brenneisen\n\nbeschlossen:\n\nDie als sofortige Beschwerde bezeichnete Eingabe der Beklagten\nvom 1. Februar 2019, ergänzt durch Eingaben vom\n2. Februar 2019 und vom 3. Februar 2019, gibt keinen Anlass, den\nBeschluss des Senats vom 23. Januar 2019 - VII ZR 158/18 - zu\nändern.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Senat hat mit Beschluss vom 23. Januar 2019 den Antrag der Beklagten, ihr zur Wahrnehmung ihrer Rechte einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt für das Verfahren betreffend die Beschwerde gegen\ndie Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 16. Juli 2018 beizuordnen, abgelehnt und die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem vorbezeichneten Urteil als unzulässig verworfen.\n\n2 2. Die von der Beklagten gegen diesen Senatsbeschluss mit Schreiben\nvom 1. Februar 2019, ergänzt durch Schreiben vom 2. Februar 2019 und vom\n3. Februar 2019, eingelegte sofortige Beschwerde, mit der insbesondere die\nVerletzung der Rechtsweggarantie, die Verletzung des Prinzips der Waffengleichheit und die Verletzung ihrer Grundrechte, darunter des Anspruchs auf\nrechtliches Gehör, geltend gemacht wird, ist als solche nicht statthaft. Die sofortige Beschwerde findet nur gegen im ersten Rechtszug ergangene Entschei-\n\ndungen der Amtsgerichte und Landgerichte statt (vgl. § 567 Abs. 1 ZPO), nicht\ngegen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs.\n\n3 3. a) Die von der Beklagten eingelegte sofortige Beschwerde ist, soweit\ndie Beklagte sich gegen die Ablehnung des Antrags auf Beiordnung eines Notanwalts (§ 78b Abs. 1 ZPO) in dem Senatsbeschluss vom 23. Januar 2019\nwendet, in eine insoweit statthafte Gegenvorstellung (vgl. BGH, Beschluss vom\n7. März 2013 - V ZB 286/11 Rn. 8) gegen den genannten Senatsbeschluss umzudeuten.\n\n4 b) Diese Gegenvorstellung ist unbegründet. Der Senat hat den Antrag\nauf Beiordnung eines Notanwalts (§ 78b Abs. 1 ZPO) in dem Beschluss vom\n23. Januar 2019 unter anderem mit der Begründung zurückgewiesen, dass die\nRechtsverfolgung der Beklagten aussichtslos erscheint, da Zulassungsgründe\nim Sinne des § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO nicht hinreichend dargetan und auch\nsonst nicht ersichtlich sind. Hieran hält der Senat auch unter Berücksichtigung\ndes Vorbringens der Beklagten in dem Schreiben vom 1. Februar 2019, ergänzt\ndurch das Vorbringen in den Schreiben vom 2. Februar 2019 und vom 3. Februar 2019, fest. Von einer näheren Begründung wird insoweit entsprechend §\n544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen (vgl. BGH, Beschluss vom\n5. Juli 2016 - IX ZR 215/15 Rn. 1; Beschluss vom 24. Juli 2018 - XI ZR 610/17\nRn. 2).\n\n5 c) Soweit sich die Beklagte gegen die Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde als unzulässig in dem Senatsbeschluss vom 23. Januar 2019 wendet, ist eine Gegenvorstellung gegen diesen Beschluss im Hinblick auf die Regelung in § 544 Abs. 5 Satz 3 ZPO nicht statthaft (vgl. BGH, Beschluss vom\n22. Oktober 2015 - VI ZR 25/14 Rn. 1). Nach dieser Vorschrift wird das angegriffene Berufungsurteil mit der Ablehnung der Nichtzulassungsbeschwerde\ndurch das Revisionsgericht rechtskräftig. Neben der gesetzlich statuierten An-\n\nhörungsrüge (§ 321a ZPO, vgl. dazu unten 4.) ist eine in der Zivilprozessordnung nicht vorgesehene Durchbrechung der Rechtskraft im Wege einer Gegenvorstellung nicht zulässig (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Oktober 2015 - VI ZR\n25/14 Rn. 1). Außerdem ist die Gegenvorstellung insoweit auch deshalb unzulässig, weil sie nicht durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen\nRechtsanwalt eingelegt worden ist. Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde besteht Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO); dies gilt auch für\neine in diesem Verfahren erhobene Gegenvorstellung (vgl. BGH, Beschluss\nvom 14. Dezember 2017 - I ZR 195/15 Rn. 3). Im Übrigen wäre eine Gegenvorstellung gegen die Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde als unzulässig\nin dem Senatsbeschluss vom 23. Januar 2019 auch deshalb unbegründet, weil\ndiese Beschwerde nicht innerhalb der zuletzt bis zum 19. Dezember 2018 verlängerten Frist durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt begründet worden ist.\n\n6 4. a) Die von der Beklagten mit dem Schreiben vom 1. Februar 2019,\nergänzt durch die Schreiben vom 2. Februar 2019 und vom 3. Februar 2019,\nerhobene Anhörungsrüge (§ 321a ZPO) ist, soweit sie sich auf die Ablehnung\ndes Antrags auf Beiordnung eines Notanwalts in dem Senatsbeschluss vom\n23. Januar 2019 bezieht, unstatthaft, da insoweit die Gegenvorstellung statthaft\nist (vgl. § 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO; BGH, Beschluss vom 7. März 2013\n- V ZB 286/11 Rn. 8). Im Übrigen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet.\nDer Senat hat bei seiner Entscheidung über den Antrag auf Beiordnung eines\nNotanwalts das Vorbringen der Beklagten vollständig berücksichtigt, aber nicht\nfür durchgreifend erachtet.\n\n7 b) Die Anhörungsrüge ist des Weiteren unzulässig, soweit sie sich auf\ndie Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde als unzulässig in dem Senatsbeschluss vom 23. Januar 2019 bezieht, da sie nicht durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist (vgl. BGH, Be-\n\nschluss vom 20. Juli 2017 - III ZR 63/17 Rn. 1). Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde besteht Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO); dies gilt\nauch für eine in diesem Verfahren erhobene Anhörungsrüge (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Dezember 2017 - I ZR 195/15 Rn. 3; Beschluss vom\n20. Juli 2017 - III ZR 63/17 Rn. 1). Die Anhörungsrüge wäre im Übrigen auch\naus dem vorstehend unter a) angeführten Grund unbegründet.\n\n8 5. Die Beklagte kann mit einer Antwort auf weitere gleichgelagerte Eingaben in dieser Sache nicht mehr rechnen.\n\nPamp Halfmeier Kartzke\n\nSacher Brenneisen\n\nVorinstanzen:\nLG Verden, Entscheidung vom 25.01.2017 - 7 O 259/13 -\nOLG Celle, Entscheidung vom 16.07.2018 - 8 U 44/17 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-02-20/vii-zr-158-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78b","ref_norm":"78b","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 567","ref_norm":"567","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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