{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2019-09-19_3_StR_354_19_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:190919B3STR354.19.0","court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2019-09-19","aktenzeichen":"3 StR 354/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 354/19\n\nvom\n19. September 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Raubes u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2019:190919B3STR354.19.0\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 19. September 2019\ngemäß § 349 Abs. 2 und 4, § 354 Abs. 1 analog StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 29. Januar 2019 im Ausspruch über\ndie Einziehung des Wertes von Taterträgen dahin ergänzt,\ndass der Angeklagte als Gesamtschuldner haftet.\n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\n3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels\nzu tragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Raubes in Tateinheit mit\ngefährlicher Körperverletzung, Wohnungseinbruchdiebstahls, Diebstahls in acht\nFällen, davon in zwei Fällen jeweils in zwei tateinheitlich zusammentreffenden\nFällen, sowie Anstiftung zum Diebstahl unter Einbeziehung der Strafen aus\neiner weiteren Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und\nsechs Monaten verurteilt, von denen wegen Verfahrensverzögerungen sechs\nMonate als vollstreckt gelten; zudem hat es die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von insgesamt 55.000 € angeordnet. Die auf die Sachbe-\n\nschwerde gestützte Revision des Angeklagten hat den aus dem Beschlusstenor\nersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\n2 1. Bei seiner Entscheidung über die Einziehung des Wertes von Taterträgen hat das Landgericht nicht bedacht, dass Tatbeteiligte, die an denselben Gegenständen (Mit-)Verfügungsgewalt erlangt haben, als Gesamtschuldner haften (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 2010 - 4 StR 215/10, BGHSt 56,\n39, 46 f.; Beschluss vom 12. Juni 2019 - 3 StR 188/19, juris Rn. 2). Der Generalbundesanwalt hat dazu in seiner Zuschrift ausgeführt:\n\n\"Nach den Feststellungen des Landgerichts verübte der Angeklagte die\nDiebstähle in den Fällen II.12 und lI.13 unter Beteiligung des vormals\nMitangeklagten M. . Dem Gesamtzusammenhang der Urteilsgründe ist\nzu entnehmen, dass die einzelnen Mittäter in den beiden Fällen jeweils\nMitverfügungsgewalt über die Tatbeute hatten.\n\nDas Landgericht hat zutreffend § 73c Satz 1 StGB in der Fassung des\nGesetzes zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung vom\n13. April 2017 angewendet (Art. 316h Satz 1 EGStGB). Dass der Angeklagte nur als Gesamtschuldner mit dem Mittäter M. haftet, bedarf\nauch nach neuem Recht der Kennzeichnung im Tenor (st. Rspr.; vgl.\nBGH, Urt. v. 7. Juni 2018 - 4 StR 63/18, juris; Beschl. v. 18. Juli 2018\n- 2 StR 245/18, BeckRS 2018, 19552). Damit wird ermöglicht, dass den\nBeteiligten das aus der Tat Erlangte entzogen wird, aber zugleich verhindert, dass dies mehrfach erfolgt (BGH, Urt. v. 24. Mai 2018 - 5 StR\n623-624/17; NStZ-RR 2018, 240).\"\n\n3 Der Senat stimmt diesen zutreffenden Ausführungen zu und hat den\nAusspruch über die gesamtschuldnerische Haftung in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO nachgeholt. Der Angeklagte ist hierdurch nicht\nbeschwert.\n\n4 2. Angesichts des geringen Erfolges der Revision ist es nicht unbillig, den\nAngeklagten mit den gesamten Kosten seines Rechtsmittels zu belasten\n(§ 473 Abs. 4 StPO).\n\nGericke Spaniol Hoch\n\nAnstötz Erbguth","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-09-19/3-str-354-19","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 73c","ref_norm":"73c","n":1},{"jurabk":"StGBEG","ref":"Art 316h","ref_norm":"316h","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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