{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:190619U5STR123.19.0","court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2019-06-19","aktenzeichen":"5 StR 123/19","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nIM NAMEN DES VOLKES\n\nURTEIL\n5 StR 123/19\n\nvom\n\n19. Juni 2019\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen Betruges u.a.\n\nECLI:DE:BGH:2019:190619U5STR123.19.0\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 19. Juni 2019,\nan der teilgenommen haben:\n\nVorsitzender Richter am Bundesgerichtshof Dr. Mutzbauer,\n\nRichterin am Bundesgerichtshof\nDr. Schneider,\ndie Richter am Bundesgerichtshof\nProf. Dr. König,\nDr. Berger,\nKöhler\n\nals beisitzende Richter,\n\nStaatsanwalt\n\nals Vertreter des Generalbundesanwalts,\n\nRechtsanwalt\n\nals Verteidiger,\n\nAmtsinspektorin\n\nals Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,\n\nfür Recht erkannt:\n\nAuf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des\nLandgerichts Braunschweig vom 3. Dezember 2018 dahin geändert, dass die Einziehung des Wertes des Tatertrages von\n278.949,41 Euro angeordnet wird.\n\nDie Staatskasse trägt die Kosten des Rechtsmittels und die dem\nAngeklagten im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen\nAuslagen.\n\n- Von Rechts wegen -\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Betruges und Computerbetruges in mehreren Fällen unter Einbeziehung der Strafen aus dem Urteil des\nLandgerichts Braunschweig vom 13. Februar 2018 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem hat es die Einziehung des Wertes des Tatertrages von 94.949,41 Euro angeordnet. Die auf die\nVerletzung materiellen Rechts gestützte Revision der Staatsanwaltschaft richtet\nsich allein gegen die Höhe der Einziehungsentscheidung. Das vom Generalbundesanwalt vertretene Rechtsmittel hat Erfolg.\n\n2 1. Nach den Feststellungen hat der Angeklagte durch die hier abgeurteilten Taten Bargeld in Höhe von 94.949,41 Euro erlangt. Einen dementsprechenden Geldbetrag hat das Landgericht nach §§ 73, 73c StGB eingezogen. Die in\ndem Urteil vom 13. Februar 2018 angeordnete Einziehung des Wertes des Tatertrages von 184.000 Euro hat es ausweislich der Urteilsgründe „versehentlich“\nnicht berücksichtigt.\n\n3 2. Die wirksam auf die Höhe der Einziehungsanordnung beschränkte\nRevision der Staatsanwaltschaft (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 24. Mai 2018\n– 5 StR 623/17 und 624/17) ist begründet.\n\n4 Der Generalbundesanwalt hat Folgendes ausgeführt:\n\n„Das Landgericht hat lediglich die Einziehung des Wertes der\naus den verfahrensgegenständlichen Betrugsstraftaten erzielten\nErlöse in Höhe von insgesamt 94.949,41 EUR angeordnet. Es\nhat hierbei versehentlich (UA S. 19) versäumt, die in dem gesamtstrafenfähigen und noch nicht vollstreckten Urteil des Landgerichts Braunschweig vom 13. Februar 2018 angeordnete Einziehung des Wertes des Taterlangten über 184.000 EUR (UA S.\n3-4, 12) gemäß § 55 Abs. 2 StGB aufrechtzuerhalten. Tatsächlich hätte es zusammen mit dem Wert des Taterlangten aus dem\nangefochtenen Urteil eine einheitliche Einziehungsentscheidung\ntreffen müssen (BGH, Urteil vom 22. Mai 2003 – 4 StR 130/03 –,\nBGHR StGB § 55 Abs. 2 Aufrechterhalten 7).“\n\n5 Letzterem schließt sich der Senat an und erkennt – dem Antrag des Generalbundesanwalts entsprechend – analog § 354 Abs. 1 StPO auf eine einheitliche Einziehung des Wertes der Taterträge in Höhe der Summe des Einziehungsbetrages aus dem früheren und dem angefochtenen Urteil (insgesamt\n278.949,41 Euro). Die Einziehungsanordnung in dem früheren Urteil ist damit\ngegenstandslos (vgl. BGH, Urteil vom 29. Mai 2008 – 3 StR 94/08, NStZ-RR\n2008, 275, 276).\n\n6 3. Die Staatskasse hat entsprechend § 473 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1\nStPO die Kosten des Rechtsmittels und die dem Angeklagten im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen, weil die Staatsanwaltschaft mit ihrem Rechtsmittel ersichtlich lediglich ihrer Aufgabe genügen wollte,\ndie auf einem Versehen des Landgerichts beruhende fehlerhafte Entscheidung\nmit dem Gesetz in Einklang zu bringen (BGH, Beschluss vom 20. Februar 1963\n– 4 StR 497/62, BGHSt 18, 268, 271; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 62. Aufl.,\n§ 473 Rn. 17 mwN).\n\nMutzbauer Schneider König\n\nBerger Köhler","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-19/5-str-123-19","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 55","ref_norm":"55","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 73","ref_norm":"73","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 73c","ref_norm":"73c","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-06-19/5-str-123-19","retrieved":"2026-10-24 07:56:31.700667+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-06-19/5-str-123-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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