{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:170519BANWZ.BRFG.43.18.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2019-05-17","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 43/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 43/18\n\nvom\n\n17. Mai 2019\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Zulassung als Syndikusrechtsanwalt\n\nECLI:DE:BGH:2019:170519BANWZ.BRFG.43.18.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Prof. Dr. Kayser, die Richterinnen Lohmann und Dr. Liebert sowie die\nRechtsanwälte Dr. Kau und Dr. Lauer\n\nam 17. Mai 2019\nbeschlossen:\n\nDie Berufung der Klägerin gegen das am 30. Mai 2018 zugestellte\nUrteil des I. Senats des Anwaltsgerichtshofs Baden-Württemberg\nwird zugelassen.\n\nDer Wert des Berufungsverfahrens wird auf 25.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Beigeladene ist seit dem 1. Februar 1997 zur Rechtsanwaltschaft\nzugelassen. Er ist seit Februar 2016 bei der I. GmbH (fortan:\nArbeitgeberin) als \"Syndikusrechtsanwalt\" angestellt. Die Arbeitgeberin ist ein\nSchadenregulierungsbüro, welches unter anderem mit \"Grüne-Karte-Schäden\"\nbefasst ist. Sie wird insoweit im Auftrag des Vereins \"D.\ne.V.\" tätig, dessen Mitglieder die in Deutschland tätigen Kfz-Haftpflicht-versicherer sind. Zu den Aufgaben des Beigeladenen gehören ausweislich einer im Antragsverfahren vorgelegten Tätigkeitsbeschreibung, die Teil\ndes Arbeitsvertrages ist, die selbständige tatsächliche und rechtliche Beurtei-\n\nlung und Regulierung von bundesweiten Grüne-Karte-Schäden, die Auszahlung\nvon Schadenersatzleistungen mittels des EDV-Systems und die Mandatierung\nvon externen Rechtsanwälten mit jeweils eigener anwaltlicher Entscheidungsbefugnis.\n\n2 Am 30. März 2016 beantragte der Beigeladene die Zulassung als Syndikusrechtsanwalt. Mit Bescheid vom 19. April 2017 ließ die Beklagte ihn zu. Der\nWiderspruch der Klägerin wurde mit Widerspruchsbescheid vom 14. August\n2017 zurückgewiesen. Die Klage der Klägerin ist erfolglos geblieben. Nunmehr\nbeantragt die Klägerin die Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs.\n\nII.\n\n3 Der nach § 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 VwGO statthafte und\nauch im Übrigen zulässige Antrag der Klägerin hat Erfolg. Es bestehen ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils (§ 112e Satz 2 BRAO,\n§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Voraussetzung der Zulassung als Syndikusrechtsanwalt ist eine anwaltliche Tätigkeit in Rechtsangelegenheiten des Arbeitgebers\n(§ 46 Abs. 2 Satz 1, Abs. 5 BRAO). Eine Tätigkeit in Rechtsangelegenheiten\neines Dritten, welcher den Arbeitgeber beauftragt hat, reicht nicht aus (vgl.\nBGH, Urteil vom 2. Juli 2018 - AnwZ (Brfg) 49/17, WM 2018, 2001 Rn. 36 ff.;\nvom 15. Oktober 2018 - AnwZ (Brfg) 58/17, juris Rn. 10; Beschluss vom\n22. Oktober 2018 - AnwZ (Brfg) 44/18, BRAK-Mitt. 2019, 46 Rn. 9).\n\nIII.\n\n4 Die Festsetzung des Streitwerts beruht auf § 194 Abs. 2 BRAO.\n\nIV.\n\n5 Das Verfahren wird als Berufungsverfahren fortgesetzt; der Einlegung\neiner Berufung bedarf es nicht (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 5 Satz 5\nVwGO).\n\nRechtsmittelbelehrung:\n\nDie Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über\ndie Zulassung der Berufung zu begründen. Die Begründung ist beim Bundesgerichtshof, Herrenstraße 45a, 76133 Karlsruhe einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag vom Vorsitzenden verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag sowie die im\nEinzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe) enthalten. Wegen der Verpflichtung, sich im Berufungsverfahren vertreten zu lassen,\nwird auf die Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Entscheidung Bezug\n\ngenommen. Eine Berufung, welche die mitgeteilten Anforderungen nicht erfüllt,\nwird als unzulässig verworfen.\n\nKayser Lohmann Liebert\n\nKau Lauer\n\nVorinstanz:\nAGH Stuttgart, Entscheidung vom 30.05.2018 - AGH 31/17 I -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-17/anwz-brfg-43-18","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-17/anwz-brfg-43-18","retrieved":"2026-10-24 07:51:17.525977+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-05-17/anwz-brfg-43-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2019-05-17","dockets":["AnwZ (Brfg) 43/18"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:170519BANWZ.BRFG.43.18.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:170519BANWZ.BRFG.43.18.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 17.05.2019 – AnwZ (Brfg) 43/18","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-17/anwz-brfg-43-18","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Berufung der Klägerin gegen das am 30. 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