{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:121119BIIZR261.18.0","court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2019-11-12","aktenzeichen":"II ZR 261/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZR 261/18\n\nvom\n\n12. November 2019\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2019:121119BIIZR261.18.0\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. November 2019 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Drescher und den Richter Born, die Richterin\nB. Grüneberg sowie die Richter V. Sander und Dr. von Selle\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der\nRevision in dem Urteil des 23. Zivilsenats des Kammergerichts vom 11. Juni 2018 wird auf ihre Kosten verworfen.\n\nStreitwert: bis 500 €\n\nGründe:\n\n1 I. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die gemäß § 26\nNr. 8 Satz 1 EGZPO erforderliche Mindestbeschwer nicht erreicht wird. Die Klägerin hat nicht glaubhaft gemacht, dass der Wert des Beschwerdegegenstands\nfür das beabsichtigte Revisionsverfahren den Betrag von 20.000 € übersteigt.\n\n2 1. Die Wertberechnung im Rahmen des § 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO ist\nnach den allgemeinen Grundsätzen der §§ 3 ff. ZPO vorzunehmen. Für die Berechnung des Werts der Beschwer kommt es auf den Zeitpunkt der Einlegung\ndes Rechtsmittels an (§ 4 Abs. 1 ZPO). Maßgebend ist das Interesse des\nRechtsmittelklägers an der Abänderung der angefochtenen Entscheidung. Über\n\ndie Höhe der Beschwer hat das Revisionsgericht selbst zu befinden. An die\n- möglicherweise fehlerhafte - Wertfestsetzung des Berufungsgerichts ist es\nnicht gebunden (BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2010 - II ZR 99/09, juris\nRn. 3; Beschluss vom 13. März 2013 - XII ZR 8/13, NJW-RR 2013, 1401 Rn. 8;\nBeschluss vom 12. Januar 2016 - XI ZR 366/15, ZIP 2016, 642 Rn. 3).\n\n3 2. Die Klägerin hat nicht glaubhaft gemacht, dass der Wert des Beschwerdegegenstands für das beabsichtigte Revisionsverfahren den Betrag von\n20.000 € übersteigt.\n\n4 a) Bei der Ausschließung eines Gesellschafters oder Einziehung von\nGesellschaftsanteilen durch Beschluss richtet sich der Streitwert nach dem\nWert des jeweiligen Gesellschaftsanteils (BGH, Urteil vom 30. April 2001\n- II ZR 328/00, NJW 2001, 2638; Beschluss vom 17. Juli 2006 - II ZR 313/05,\nDStR 2006, 1900; Beschluss vom 8. Dezember 2008 - II ZR 39/08, NZG 2009,\n518 Rn. 2; Beschluss vom 27. April 2009 - II ZB 16/08, NJW 2009, 3161 Rn. 7;\nBeschluss vom 8. Juni 2009 - II ZR 244/08, juris; Beschluss vom 14. Mai 2013\n- II ZR 123/12, juris Rn. 1).\n\n5 b) Die Beschwerde der Klägerin, die sich für das Erreichen der Mindestbeschwer auf die an der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme von\n24.000 € orientierten Festsetzung des Berufungsgerichts beruft, legt keinen\n20.000 € übersteigenden Wert ihrer Kommanditbeteiligung dar. Zwar entspricht\ndie im Handelsregister eingetragene Haftsumme nach Aktenlage dem Kapitalanteil der Klägerin. Der Rückgriff auf den Kapitalanteil des Kommanditisten\n(§ 120 Abs. 2 Halbsatz 1, § 161 Abs. 2 HGB), der eine bloße Rechengröße darstellt (BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 32/98, ZIP 1999, 1003; RGZ 117,\n238, 242), ist als Bewertungsgrundlage für den Wert des Gesellschaftsanteils\n\naber jedenfalls dann ungeeignet, wenn - wie im vorliegenden Fall - über das\nVermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, denn in diesem Fall ist typischerweise von der Wertlosigkeit des Gesellschaftsanteils auszugehen. Der ursprüngliche Beitrag des Gesellschafters bietet in diesem Fall\nkeinen Anhaltspunkt mehr für den tatsächlichen Wert des Gesellschaftsanteils.\n\n6 II. Die Nichtzulassungsbeschwerde wäre im Übrigen auch unbegründet,\nweil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt,\nnach denen der Senat die Revision zulassen darf. Der Rechtsstreit der Parteien\nhat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des\n\nRevisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung. Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544\nAbs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.\n\nDrescher Born B. Grüneberg\n\nV. Sander von Selle\n\nVorinstanzen:\nLG Berlin, Entscheidung vom 16.04.2013 - 91 O 157/12 -\nKG, Entscheidung vom 11.06.2018 - 23 U 102/13 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-12/ii-zr-261-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"HGB","ref":"§ 161","ref_norm":"161","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-12/ii-zr-261-18","retrieved":"2026-10-24 07:57:41.333368+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-11-12/ii-zr-261-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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