{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-02_NA_2019-11-11_II_ZR_409_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:111119BIIZR409.18.1","court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2019-11-11","aktenzeichen":"II ZR 409/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZR 409/18\n\nvom\n\n11. November 2019\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2019:111119BIIZR409.18.1\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 11. November 2019 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Drescher und die Richter Wöstmann, Born,\nDr. Bernau sowie V. Sander\n\neinstimmig beschlossen:\n\nDie Revision des Klägers gegen das Urteil des\n12. Zivilsenats des Kammergerichts vom 8. November 2018\nwird gemäß § 552a ZPO auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die vom Berufungsgericht zugelassene Revision des Klägers ist gemäß\n§ 552a ZPO zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für die Zulassung der\nRevision nicht vorliegen und die Revision keine Aussicht auf Erfolg hat. Die\nStellungnahme des Klägers vom 7. Oktober 2019 gibt keinen Anlass zu einer\nÄnderung der Rechtsauffassung des Senats. Der Senat nimmt auf die Gründe\ndes Beschlusses vom 4. Juni 2019 Bezug, mit dem er auf die beabsichtigte Zurückweisung hingewiesen hat.\n\n2 Es bestand entgegen der Stellungnahme der Revision keine Aufklärungspflicht aus strukturellen Gründen. Das allgemeine (abstrakte) Risiko, dass\ndie Verwirklichung des Anlagekonzepts bei Pflichtwidrigkeiten der Personen, in\nderen Händen die Geschicke der Anlagegesellschaft liegen, gefährdet ist, kann\n\nals dem Anleger bekannt vorausgesetzt werden und bedarf grundsätzlich keiner\nbesonderen Aufklärung. Pflichtverletzungen sind regelmäßig kein spezifisches\nRisiko der Kapitalanlage. Anders kann es liegen, wenn bestimmte Pflichtverletzungen aus strukturellen Gründen sehr naheliegend sind (BGH, Urteil vom\n9. Mai 2017 - II ZR 344/15, ZIP 2017, 1267 Rn. 21 mwN). Dafür liegen keine\nAnhaltspunkte vor. Allein die Beteiligung der Beklagten zu 3 zum Zeitpunkt des\nBeitritts des Klägers an der C. nach den Geschäftsbüchern der Gesellschaft\nmit ca. 13,7 % und ab dem 17. September 2012 mit 17,6 % begründet keine\nAufklärungspflicht.\n\n3 Der etwaige Erwerb der gesellschaftsrechtlichen Beteiligung der Beklagten zu 3 an der C. ist kein aufklärungsbedürftiger Sondervorteil, da es sich\num keinen unmittelbar der Beklagten zu 3 als Geschäftsführerin gewährten\nSondervorteil aus dem Vermögen der Fondsgesellschaft handelt. Vielmehr\nstammt dieser Vorteil aus dem Gesellschaftsvermögen der C. , weshalb dahinstehen kann, ob die Beklagte zu 3 ihre Anteile an der C. unentgeltlich und\nohne Rechtsgrund erhalten hat.\n\n4 Soweit die Stellungnahme der Revision darauf hinweist, dass die Möglichkeit eines einzelnen rein kapitalistisch beigetretenen Anlagegesellschafters\nin einer Publikumsgesellschaft, dem Geschäftsführer der Fondsgesellschaft\nWeisungen zu erteilen bzw. eine Weisungserteilung durch die Gesellschafterversammlung zu erreichen, sehr gering sei und einen derart hohen Aufwand\nerfordere, der einen vernünftigen Anleger von der Zeichnung einer solchen Anlage abhalte, wird der für den Senat maßgebliche Aspekt nicht infrage gestellt.\nDenn für die Anlageinteressenten war aus dem Emissionsprospekt ersichtlich,\ndass die Komplementärin (Beklagte zu 1) und damit auch die Fondsgesellschaft\n(P. ) von der C. als Muttergesellschaft kontrolliert wurden und deshalb\n\nmöglicherweise auch deren Interessen dienen könnten, so dass für den beitretenden Anleger nicht mehr bedeutsam sein konnte, wer Gesellschafter der C.\nwar.\n\nDrescher Wöstmann Born\n\nBernau V. Sander\n\nVorinstanzen:\n\nLG Berlin, Entscheidung vom 19.04.2017 - 31 O 368/16 -\n\nKG, Entscheidung vom 08.11.2018 - 12 U 54/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-11/ii-zr-409-18","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 552a","ref_norm":"552a","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-11/ii-zr-409-18","retrieved":"2026-10-24 07:57:41.209891+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-11-11/ii-zr-409-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. Zivilsenat","date":"2019-11-11","dockets":["II ZR 409/18"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:111119BIIZR409.18.1","ids":{"doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-02_NA_2019-11-11_II_ZR_409_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:111119BIIZR409.18.1"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 11.11.2019 – II ZR 409/18","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-11-11/ii-zr-409-18","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Revision des Klägers gegen das Urteil des\n12. Zivilsenats des Kammergerichts vom 8. November 2018\nwird gemäß § 552a ZPO auf seine Kosten zurückgewiesen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"ZPO/552a","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"552a","label":"§ 552a ZPO","mentions":2}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:57:41.209891+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}