{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Anwaltsenat_NA_2019-05-09_NA_AnwZBrfg_1_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:090519BANWZ.BRFG.1.18.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2019-05-09","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 1/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 1/18\nvom\n\n9. Mai 2019\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Zulassung als Syndikusrechtsanwältin\n\nECLI:DE:BGH:2019:090519BANWZ.BRFG.1.18.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch die Präsidentin des\nBundesgerichtshofs Limperg, die Richterin Lohmann, den Richter Dr. Remmert\nsowie die Rechtsanwälte Dr. Kau und Dr. Lauer\n\nam 9. Mai 2019\nbeschlossen:\n\nDie Berufung der Klägerin gegen das Urteil des II. Senats des\nAnwaltsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 10. November 2017\nwird zugelassen.\n\nDer Wert des Berufungsverfahrens wird auf 25.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Beigeladene ist seit dem 23. Oktober 2007 im Bezirk der Beklagten\nzur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Im Jahre 2016 nahm sie eine zunächst\nbefristete Tätigkeit bei der K. GmbH (fortan: Arbeitgeberin) als\n\"Rechtsanwalt (Projektanwalt, Document Reviewer)\" auf. In der \"Präambel\" des\nbefristeten Arbeitsvertrages vom 8. Februar 2016 werden das Projekt und die\nTätigkeit der Beigeladenen wie folgt beschrieben:\n\n2 \"K. stellt ihrem Vertragspartner, der D. GmbH\nWirtschaftsprüfungsgesellschaft, im Rahmen eines zeitlich begrenzten Projekts\n\nfür den Endkunden, die V. AG, Dienstleistungen im Bereich Dokumentenprüfung zur Verfügung. M. W. soll zum Zwecke der Durchführung dieses Projekts \"V. Document review\" befristet bei K.\nbeschäftigt werden.\"\n\n3 Am 8. Februar 2016 beantragte die Beigeladene die Zulassung als Syndikusrechtsanwältin. Die Klägerin wurde angehört und widersprach. Mit Bescheid vom 10. Oktober 2016 ließ die Beklagte die Beigeladene als Syndikusrechtsanwältin zu. Den Widerspruch der Klägerin wies sie mit Bescheid vom\n15. Februar 2017 zurück. Während des Widerspruchsverfahrens, am\n8. November 2016, schloss die Beigeladene mit ihrer Arbeitgeberin einen neuen Arbeitsvertrag, nach welchem sie nunmehr unbefristet als \"Syndikusrechtsanwalt (Review Manager)\" eingestellt wurde. Der neue Arbeitsvertrag lag der\nBeklagten vor Erlass des Widerspruchsbescheides vor.\n\n4 Die Klage der Klägerin gegen den Zulassungsbescheid in der Gestalt\ndes Widerspruchsbescheides ist erfolglos geblieben. Nunmehr beantragt die\nKlägerin die Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs.\n\nII.\n\n5 Der nach § 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 VwGO statthafte und auch\nim Übrigen zulässige Antrag der Klägerin hat Erfolg. Es bestehen ernstliche\nZweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils (§ 112e Satz 2 BRAO,\n§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Voraussetzung der Zulassung als Syndikusrechtsanwalt ist eine anwaltliche Tätigkeit in Rechtsangelegenheiten des Arbeitgebers\n(§ 46 Abs. 2 Satz 1, Abs. 5 BRAO). Eine Tätigkeit in Rechtsangelegenheiten\n\neines Kunden des Arbeitgebers reicht nicht aus (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juli\n2018 - AnwZ (Brfg) 49/17, WM 2018, 2001 Rn. 36 ff.; vom 15. Oktober 2018\n- AnwZ (Brfg) 58/17, juris Rn. 10; Beschluss vom 22. Oktober 2018 - AnwZ\n(Brfg) 44/18, BRAK-Mitt. 2019, 46 Rn. 9). Ausreichende Feststellungen hierzu\nhat der Anwaltsgerichtshof nicht getroffen. Gegebenenfalls wird die Rechtsfrage\nzu prüfen sein, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Prägung des Arbeitsverhältnisses durch Tätigkeiten in Angelegenheiten des Arbeitgebers ausreicht, obwohl die Bewerberin auch in Angelegenheiten Dritter tätig ist.\n\nIII.\n\n6 Die Festsetzung des Streitwerts beruht auf § 194 Abs. 2 BRAO.\n\nIV.\n\n7 Das Verfahren wird als Berufungsverfahren fortgesetzt; der Einlegung\neiner Berufung bedarf es nicht (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 5 Satz 5\nVwGO).\n\nRechtsmittelbelehrung:\n\nDie Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über\ndie Zulassung der Berufung zu begründen. Die Begründung ist beim Bundesgerichtshof, Herrenstraße 45a, 76133 Karlsruhe einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag vom Vorsitzenden verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag sowie die im\n\nEinzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe) enthalten.\nWegen der Verpflichtung, sich im Berufungsverfahren vertreten zu lassen, wird\nauf die Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Entscheidung Bezug mit\nder Maßgabe genommen, dass auch Rechtslehrer an einer staatlichen oder\nstaatlich anerkannten Hochschule eines Mitgliedsstaates der Europäischen\nUnion, eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen\nWirtschaftsraum oder der Schweiz, die die Befähigung zum Richteramt besitzen, zugelassen sind. Eine Berufung, welche die mitgeteilten Anforderungen\nnicht erfüllt, wird als unzulässig verworfen.\n\nLimperg Lohmann Remmert\n\nKau Lauer\n\nVorinstanz:\nAGH Stuttgart, Entscheidung vom 10.11.2017 - AGH 14/17 II -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-09/anwz-brfg-1-18","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-09/anwz-brfg-1-18","retrieved":"2026-10-24 07:51:17.269138+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-05-09/anwz-brfg-1-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2019-05-09","dockets":["AnwZ (Brfg) 1/18"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:090519BANWZ.BRFG.1.18.0","ids":{"doknr":"CEBGH-BGH_Anwaltsenat_NA_2019-05-09_NA_AnwZBrfg_1_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:090519BANWZ.BRFG.1.18.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 09.05.2019 – AnwZ (Brfg) 1/18","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-05-09/anwz-brfg-1-18","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des II. 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