{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:040719BANWZ.BRFG.22.19.0","court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2019-07-04","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 22/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 22/19\nvom\n\n4. Juli 2019\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Widerrufs der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft\n\nECLI:DE:BGH:2019:040719BANWZ.BRFG.22.19.0\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch die Präsidentin des\nBundesgerichtshofs Limperg, den Richter Dr. Remmert und die Richterin\nDr. Liebert sowie die Rechtsanwälte Dr. Kau und Dr. Lauer\n\nam 4. Juli 2019\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das\nam 10. Oktober 2018 verkündete Urteil des II. Senats des Anwaltsgerichtshofs Berlin wird als unzulässig verworfen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens.\n\nDer Wert des Zulassungsverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Kläger ist seit 2001 als Rechtsanwalt zugelassen. Die Beklagte widerrief mit Bescheid vom 30. Dezember 2016 die Zulassung des Klägers zur\nRechtsanwaltschaft wegen Vermögensverfalls (§ 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO). Die\nhiergegen gerichtete Klage hat der Anwaltsgerichtshof mit den Prozessbevollmächtigten des Klägers am 17. Dezember 2018 zugestelltem Urteil abgewiesen. Mit Schriftsatz vom 10. Januar 2019 hat der Kläger beantragt, die Berufung\ngegen das Urteil zuzulassen. Eine Begründung des Rechtsmittels erfolgte nicht.\n\n2 Zwischenzeitlich hat der Kläger auf seine Rechte aus der Zulassung zur\nRechtsanwaltschaft verzichtet (§ 14 Abs. 2 Nr. 4 BRAO). Der Widerruf wurde\nam 11. April 2019 bestandskräftig. Der Kläger erklärte das Verfahren mit\nSchriftsatz vom 30. April 2019 für erledigt. Die Beklagte hatte dem bereits im\nVorfeld zugestimmt.\n\nII.\n\n3 Der Antrag auf Zulassung der Berufung ist gemäß § 112e Satz 2 BRAO\ni.V.m. § 124a Abs. 5 Satz 1, § 125 Abs. 2 Satz 1 VwGO als unzulässig zu verwerfen, da der Kläger die Antragsbegründungsfrist versäumt hat. Die Frist beträgt nach § 112e Satz 2 BRAO i.V.m. § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO zwei Monate und beginnt mit der Zustellung des vollständigen Urteils, die hier am 17. Dezember 2018 erfolgte. Die Frist ist damit am Montag, den 18. Februar 2019 abgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt lag keine Antragsbegründung vor. Hierauf wurde\nder Kläger mit Verfügung der Vorsitzenden vom 7. März 2019 hingewiesen.\n\n4 Etwas anderes ergibt sich nicht aus der übereinstimmenden Erklärung\nder Erledigung des Verfahrens. Nach der Rechtsprechung ist eine Beendigung\ndes Rechtsstreits durch übereinstimmende Erledigungserklärungen beider Parteien in der Rechtsmittelinstanz nur wirksam möglich, wenn das Rechtsmittel\nzulässig eingelegt und begründet ist (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Oktober\n2008 - VIII ZB 28/08, juris Rn. 3; BAGE 152, 335 Rn. 3 und 7; BFH, Beschluss\nvom 8. September 1999 - VII B 84/99, juris Rn. 9). Anderenfalls ist der Streitgegenstand, auf den sich die Erklärungen über die Erledigung der Hauptsache\nbeziehen, nicht an das Rechtsmittelgericht gelangt. Dem Rechtsmittelgericht\nfehlt dann von vornherein jede Möglichkeit, sachlich auf das Begehren des\nRechtsmittelführers einzugehen. Kann sich aber das Verfahren vor dem\n\nRechtsmittelgericht nicht auf den Streitgegenstand erstrecken, auf den sich die\nErledigungserklärung bezieht, so ist diese gegenstandslos und damit für das\nHauptsacheverfahren ohne Wirkung (BFH, Beschluss vom 8. September 1999 -\nVII B 84/99, aaO Rn. 7). Auch hierauf ist der Kläger durch Verfügung der Vorsitzenden vom 8. Mai 2019 hingewiesen worden.\n\nIII.\n\n5 Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154\nAbs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf § 194 Abs. 2 Satz 1 BRAO.\n\nLimperg Remmert Liebert\n\nKau Lauer\n\nVorinstanz:\nAGH Berlin, Entscheidung vom 10.10.2018 - II AGH 1/17 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-07-04/anwz-brfg-22-19","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112c","ref_norm":"112c","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 125","ref_norm":"125","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-07-04/anwz-brfg-22-19","retrieved":"2026-10-24 07:51:17.954379+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-07-04/anwz-brfg-22-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2019-07-04","dockets":["AnwZ (Brfg) 22/19"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:040719BANWZ.BRFG.22.19.0","ids":{"ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:040719BANWZ.BRFG.22.19.0"},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 04.07.2019 – AnwZ (Brfg) 22/19","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-07-04/anwz-brfg-22-19","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das\nam 10. 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