{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:030719B4STR256.19.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2019-07-03","aktenzeichen":"4 StR 256/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 256/19\nvom\n3. Juli 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\nwegen schweren Raubes u.a.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts\nund nach Anhörung der Beschwerdeführer am 3. Juli 2019 einstimmig beschlossen:\n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nBaden-Baden vom 11. Dezember 2018 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben\nhat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels, die insoweit in den Adhäsionsverfahren entstandenen besonderen Kosten und\ndie der Nebenklägerin und den Adhäsionsklägerinnen in den Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.\n\nECLI:DE:BGH:2019:030719B4STR256.19.0\n\nErgänzend bemerkt der Senat zur Revision des Angeklagten R. :\n\nDer Angeklagte R. wurde nach der hier abgeurteilten Tat durch das\nSiauliu Apygardos Teismas (Litauen) am 3. Mai 2018 zu der Freiheitsstrafe von vier\nJahren und zu einer Geldstrafe verurteilt; die Entscheidung wurde im Zentralregister\nals Gesamtstrafe zusammen mit einer Verurteilung vom 6. November 2014 erfasst.\nZwar hat das Landgericht die Verurteilung vom 3. Mai 2018 weder unter dem Gesichtspunkt des Härteausgleichs noch des Gesamtstrafübels in der Strafzumessung\nzugunsten des Angeklagten erwähnt (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Dezember 2018\n– 1 StR 510/18; s. auch BGH, Beschluss vom 4. Juli 2018 – 1 StR 599/17); auch\nhaben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sicherzustellen, dass frühere in\neinem anderen Mitgliedstaat ergangene Verurteilungen in gleichem Maße bei der\nStrafzumessung berücksichtigt werden wie die nach innerstaatlichem Recht im Inland\nerfolgten Vorverurteilungen (vgl. EuGH, Urteil vom 21. September 2017 – C-171/16,\nRn. 26; BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2018 – 1 StR 508/18). Hieraus ergibt\nsich jedoch im vorliegenden Fall kein Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten:\nDie mit Urteil des Siauliu Apygardos Teismas vom 3. Mai 2018 abgeurteilte Tat hatte\nder Angeklagte am 20. Juni 2013 begangen. Nach den festgestellten Vorstrafen sind\nsomit zuvor gegen den Angeklagten vier Verurteilungen ergangen, so unter anderem\ndas Urteil desselben litauischen Gerichts vom 6. November 2014; aus drei dieser\nVorverurteilungen liefen gegen ihn zur hiesigen Tatzeit offene Bewährungen. Unter\ndiesen Umständen ist dem Angeklagten nicht allein dadurch, dass die der jetzt abgeurteilten Tat nachfolgende Verurteilung im Ausland erfolgt ist, die Wohltat einer nachträglichen Gesamtstrafenbildung gemäß § 55 Abs. 1 StGB entgangen (vgl. BGH, Beschluss vom 4. Juli 2018 – 1 StR 599/17). Im Übrigen schließt der Senat angesichts\ndes Tatbildes und der sehr moderat bemessenen Strafe aus, dass die Höhe der\n\ngegen den Angeklagten verhängten Freiheitsstrafe auf der unterbliebenen Berücksichtigung der litauischen Verurteilung vom 3. Mai 2018 beruht.\n\nSost-Scheible Roggenbuck Cierniak\n\nBender Feilcke","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-07-03/4-str-256-19","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 55","ref_norm":"55","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-07-03/4-str-256-19","retrieved":"2026-10-24 07:55:32.685409+00:00"},"card":{"id":"bgh/2019-07-03/4-str-256-19","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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