{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-2_NA_2019-04-03_2_ARs_367_18_NA_NA_0","ecli":"ECLI:DE:BGH:2019:030419B2ARS367.18.0","court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2019-04-03","aktenzeichen":"2 ARs 367/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n2 ARs 367/18\n2 AR 265/18\nvom\n3. April 2019\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Vergewaltigung u. a. zum Nachteil der deutschen Staatsangehörigen\n\nhier: Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand aufgrund Nichtgewährung rechtlichen Gehörs (§ 33a StPO)\n\nVertreten durch: Rechtsanwalt\n\nAz.: 6 ARs 2/18 Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg\n\nECLI:DE:BGH:2019:030419B2ARS367.18.0\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschuldigten am 3. April 2019 beschlossen:\n\n1. Auf den Antrag des Beschuldigten auf Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand wegen Nichtgewährung\nrechtlichen Gehörs (§ 33a StPO) wird das Verfahren in\ndie Lage vor dem Erlass des Beschlusses des Senats\nvom 27. November 2018, der aufgehoben wird, zurückversetzt.\n\n2. Von der Bestimmung des Gerichtsstands nach § 13a\nStPO wird abgesehen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Bundesgerichtshof hat auf Antrag des Generalbundesanwalts vom\n13. November 2018 mit Beschluss vom 27. November 2018 die Untersuchung\nund Entscheidung der Sache gemäß § 13a StPO dem Landgericht Nürnberg-Fürth übertragen. Dem Beschuldigten ist vor der Entscheidung kein rechtliches\nGehör gewährt worden, obgleich ein Verteidiger aus den Akten zu ersehen war.\nDas Verfahren ist deshalb in die Lage zurück zu versetzen, die vor dem Erlass\ndes Beschlusses vom 27. November 2018 bestand.\n\nII.\n\n2 Von der Zuständigkeitsbestimmung nach § 13a StPO ist abzusehen.\n\n3 Die örtliche Zuständigkeit des Landgerichts Berlin ist durch die vorläufige\nFestnahme des Beschuldigten am 12. Juni 2018 am Flughafen Berlin-Tegel und\nseine Beschuldigtenvernehmung vor dem Amtsgericht Tiergarten am folgenden\nTag begründet worden (vgl. Senatsbeschluss vom 2. März 2011\n– 2 ARs 56/11). Damit fehlt es nicht – wie es § 13a StPO voraussetzt – an einem im Geltungsbereich der Strafprozessordnung zuständigen Gericht.\n\n4 Der Generalbundesanwalt hat dazu ausgeführt:\n\n„Der Gerichtsstand des Ergreifungsorts gemäß § 9 StPO wurde in\nBerlin unabhängig davon begründet, ob der Haftbefehl des Amtsgerichts Nürnberg-Fürth vom 26. Oktober 2010, auf dessen\nGrundlage der Beschuldigte vorübergehend festgenommen wurde, durch das örtlich zuständige Gericht erlassen worden war.\n\nErgreifung ist jede befugte und gerechtfertigte Festnahme durch\nBeamte oder Privatpersonen zum Zweck der Strafverfolgung (vgl.\nMeyer-Goßner/Schmitt, StPO, 61. Auflage, 2018, § 9 Rn. 2). Daran könnten Zweifel bestehen, da der Haftbefehl bereits vor dem\nInkrafttreten des § 143 Abs. 1 Satz 2 GVG (1. April 2013) erlassen\nwurde, der die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth für die Ermittlungen aufgrund der Strafanzeige der Geschädigten begründete.\n\nDie Festnahme des Beschuldigten war jedenfalls auf der Grundlage von § 127 Abs. 2 StPO gerechtfertigt. Die Beendigung der Inhaftierung mit der Aufhebung des Haftbefehls des Amtsgerichts\n\nNürnberg-Fürth unter Verzicht auf die weitere – bis zum Erlass eines Haftbefehls durch den Ermittlungsrichter des zuständigen\nAmtsgerichts Tiergarten auf § 127 Abs. 2 StPO gestützte – Haft\nlässt die Zulässigkeit der vorläufigen Festnahme des Beschuldigten jedoch unberührt.“\n\n5 Dem schließt sich der Senat an.\n\nFranke Appl Zeng\n\nGrube Schmidt","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2019-04-03/2-ars-367-18","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 13a","ref_norm":"13a","n":4},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 33a","ref_norm":"33a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 127","ref_norm":"127","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 143","ref_norm":"143","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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