{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:290818B4STR211.18.0","court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2018-08-29","aktenzeichen":"4 StR 211/18","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 211/18\nvom\n29. August 2018\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\nalias:\n3.\n\nwegen zu 1.+ 3.: bandenmäßigen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln\nzu 2.: bandenmäßigen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln u.a.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts\nund nach Anhörung der Beschwerdeführer am 29. August 2018 einstimmig beschlossen:\n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts\nBielefeld vom 8. Januar 2018 werden als unbegründet verworfen, da\ndie Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen\nkeinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349\nAbs. 2 StPO).\n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.\n\nECLI:DE:BGH:2018:290818B4STR211.18.0\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nDie Begründung, mit der das Landgericht eine Unterbringung der Angeklagten\nin einer Entziehungsanstalt abgelehnt hat, weist keinen durchgreifenden Rechtsfehler auf. Das Landgericht hat bei der Ausübung seines Ermessens zu Recht bedacht,\ndass eine spätere Integration der Angeklagten in Deutschland nicht zu erwarten ist\n(vgl. BGH, Beschluss vom 22. Juni 2017 – 4 StR 218/17, NStZ-RR 2017, 283; vgl.\nauch Urteil vom 6. Juli 2017 – 4 StR 124/17, BGHR StGB § 64 Satz 2 Erfolgsaussicht 4). Zwar sind die von der Strafkammer in diesem Zusammenhang angestellten\nErwägungen zu einer möglichen Ausweisung der Angeklagten nach §§ 53, 54 des\nAufenthaltsgesetzes insoweit rechtsfehlerhaft, als das Aufenthaltsgesetz auf die Angeklagten als Unionsbürger unmittelbar keine Anwendung findet (§ 1 Abs. 2 Nr. 1\nAufenthG, § 11 Freizügigkeitsgesetz/EU). Rechtsgrundlage für die Feststellung des\nVerlustes des Freizügigkeitsrechts von EU-Bürgern ist vielmehr § 6 Freizügigkeitsgesetz/EU. Soweit es hierzu im Urteil jeweils heißt: „Zwar darf er nur unter den weiteren Voraussetzungen des § 53 Abs. 2 AufenthG ausgewiesen werden, der die Ausweisung eines Unionsbürgers nur erlaubt, wenn das persönliche Verhalten des Betroffenen gegenwärtig eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und\nOrdnung darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt, und die Ausweisung für die Wahrung dieses Interesses unerlässlich ist …“ (UA 61 f., 64, 67), handelt\nes sich bei der Angabe des Paragraphen aber wohl lediglich um einen Missgriff.\nDenn die von der Strafkammer genannten Voraussetzungen sind in § 6 Abs. 2 Freizügigkeitsgesetz/EU enthalten, während § 53 Abs. 2 AufenthG einzelne Kriterien für\ndie Abwägung bei einer Ausweisung nach § 53 Abs. 1 AufenthG aufzählt, der für\nUnionsbürger gerade nicht gilt. Inhaltlich ist die Strafkammer jedenfalls von zutreffenden Voraussetzungen der Ausweisung eines Unionsbürgers ausgegangen.\n\nSost-Scheible Roggenbuck Franke\n\nQuentin Feilcke","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-08-29/4-str-211-18","cited_norms":[{"jurabk":"AufenthG 2004","ref":"§ 53","ref_norm":"53","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"AufenthG 2004","ref":"§ 1","ref_norm":"1","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-08-29/4-str-211-18","retrieved":"2026-10-24 07:55:27.764383+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-08-29/4-str-211-18","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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