{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BGH:2018:260718BIZR258.16.0","court":"BGH","senate":"1. Zivilsenat","decided":"2018-07-26","aktenzeichen":"I ZR 258/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nI ZR 258/16\n\nvom\n\n26. Juli 2018\n\nin dem Rechtsstreit\n\nECLI:DE:BGH:2018:260718BIZR258.16.0\n\nDer I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Juli 2018 durch die\nRichter Prof. Dr. Koch, Prof. Dr. Schaffert, Prof. Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler und die\nRichterin Dr. Schwonke\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 17. Mai\n2018 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die gemäß § 321a ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Anhörungsrüge hat in der Sache keinen Erfolg.\n\nI. Die Bestimmung des Art. 103 Abs. 1 GG garantiert den Beteiligten eines\n2 gerichtlichen Verfahrens, dass sie Gelegenheit erhalten, sich zu dem einer gerichtlichen Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt vor Erlass der Entscheidung zu äußern, und dass das Gericht das Vorbringen zur Kenntnis nimmt\nund bei seiner Entscheidung in Erwägung zieht (BVerfGE 86, 133, 144; BVerfG,\nNJW-RR 2004, 1710, 1712). Die Partei hat jedoch keinen Anspruch darauf,\ndass das Gericht sich in dem von ihr für richtig erachteten Sinn mit ihrem Vorbringen befasst (BGH, Beschluss vom 3. April 2014 - I ZR 137/12, MarkenR\n2014, 343 Rn. 2; Beschluss vom 18. Dezember 2014 - I ZR 228/12, juris Rn. 2;\nBeschluss vom 21. Januar 2016 - I ZR 159/14, juris Rn. 2; Beschluss vom\n14. Dezember 2017 - I ZR 195/15, juris Rn. 5).\n\n3 II. Der Senat hat bei seiner Entscheidung vom 17. Mai 2018 die Angriffe\nder Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin in vollem Umfang geprüft, jedoch\nsämtlich nicht für durchgreifend erachtet.\n\nIII. Soweit die Klägerin mit der Anhörungsrüge ihren Vortrag aus der\n4 Nichtzulassungsbeschwerde wiederholt, kann die Anhörungsrüge damit nicht\nbegründet werden. Nach der vom Bundesverfassungsgericht gebilligten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können mit der Anhörungsrüge nur neue\nund eigenständige Verletzungen des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt werden (BVerfG, NJW 2008, 2635 f.; BGH, MarkenR 2014,\n343 Rn. 4).\n\n5 In der Anhörungsrüge wird eine primäre Gehörsverletzung durch den Senat nur behauptet, jedoch nicht dargelegt. Für die erforderliche Darlegung reicht\nes nicht aus, dass der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen\nhat, auch soweit die Klägerin Zulassungsgründe geltend gemacht hat. Eine Partei hat keinen Anspruch darauf, dass das Gericht sich in dem von ihr für richtig\nerachteten Sinne mit ihrem Vorbringen befasst (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Juli\n2011 - I ZB 68/10, GRUR 2012, 314 Rn. 12 - Medicus-log; Beschluss vom\n27. Oktober 2016 - I ZR 249/15, juris Rn. 4).\n\n6 IV. Eine Gehörsrüge gegen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde kann zudem nicht mit dem Ziel eingelegt werden, eine Ergänzung\nder Begründung herbeizuführen (vgl. BGH, Beschluss vom 9. April 2013\n- I ZR 100/11, juris Rn. 3; BGH, MarkenR 2014, 343 Rn. 4). In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist im Übrigen geklärt, dass eine mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr anfechtbare letztinstanzliche gerichtliche\nEntscheidung von Verfassungs wegen regelmäßig keiner Begründung bedarf\n(BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 12). Das gilt auch für Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, mit denen - wie hier - eine Beschwerde gegen die Nichtzulas-\n\nsung der Revision nach § 544 Abs. 4 ZPO zurückgewiesen worden ist (BVerfG,\nNJW 2011, 1497 Rn. 12). Eine Begründung ist nur dann ausnahmsweise geboten, wenn vom eindeutigen Wortlaut einer Norm abgewichen wird und der\nGrund hierfür nicht ohne weiteres erkennbar ist, oder wenn ein im Zeitpunkt der\nErhebung der Nichtzulassungsbeschwerde bestehender Zulassungsgrund vor\nder Entscheidung über diese wegfällt und deswegen eine Prüfung der Erfolgsaussichten auf der Grundlage anderer als der von der Vorinstanz als tragend angesehenen Gründe erforderlich ist (BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 13).\nEine solche Ausnahme ist jedoch weder dargetan noch sonst ersichtlich.\n\nKoch Schaffert Kirchhoff\n\nLöffler Schwonke\n\nVorinstanzen:\nLG Mannheim, Entscheidung vom 05.10.2012 - 7 O 369/06 -\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 09.11.2016 - 6 U 103/12 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-26/i-zr-258-16","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2018-07-26/i-zr-258-16","retrieved":"2026-10-24 07:57:14.802521+00:00"},"card":{"id":"bgh/2018-07-26/i-zr-258-16","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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